Die Vereinten Nationen

Die Vereinten Nationen (United Nations Organization, UNO) waren in der Weltgeschichte nach 1945 ein autonomer Machtfaktor. Zu den Hauptorganen der UNO gehört u. a. die Generalversammlung, der sämtliche Mitglieder mit Sitz und Stimme angehören.

Die Vereinten Nationen
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Ein weiteres Hauptorgan ist der für die Friedenssicherung zuständige Sicherheitsrat. Ihm gehören fünf ständige Mitglieder an (China, Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion und USA) sowie zehn nichtständige, für je zwei Jahre gewählte Mitglieder aus dem Kreis der UNO-Mitgliedsstaaten. Bei Entscheidungen, die über Verfahrensfragen hinausgehen, sind die Stimmen der ständigen Mitglieder notwendig. Durch dieses Vetorecht wird die besondere Rolle der ständigen Mitglieder in der UNO deutlich.

Die UNCTAD

Die weiteren Hauptorgane sind der Wirtschafts- und Sozialrat, der Treuhandschaftsrat, der Internationale Gerichtshof sowie das Sekretariat als zentrales Verwaltungsorgan, dem auch der Generalsekretär angehört. Ein Ableger der UNO ist die Welthandelskonferenz UNCTAD, die 1964 gegründet wurde. Das Ziel dieser Organisation ist die gerechtere Berücksichtigung der Entwicklungsländer in der Weltwirtschaft. Die UNCTAD erwies sich dabei als durchaus kraftvoll, so konnte sie auf der ersten Konferenz den Industrieländern gewisse Zugeständnisse (z. B. Handelsvergünstigungen) gegenüber den Entwicklungsländern abringen.

Generalsekretäre der UNO

Die Generalversammlung der UNO wurde im Kalten Krieg zunächst eher zur Bühne für ideologischen Schlagabtausch als zur eigenständigen Quelle für eine gemeinsame Weltpolitik. Wichtiger als die Generalversammlung schienen bald die Generalsekretäre: Die Vereinten Nationen zeigten sich in weltpolitischen Krisen immer dann als wirkungsvoll, wenn sich ihre Generalsekretäre als durchsetzungsfähig erwiesen. Dies war insbesondere im Koreakrieg 1950, im Suezkonflikt 1956 oder auch Anfang der 1990er-Jahre im ersten Irakkrieg der Fall.

Globaler Nord-Süd-Konflikt

Neben dem Ost-West-Konflikt im Kalten Krieg war auch der nach dem Zweiten Weltkrieg zunehmende Nord-Süd-Konflikt ein ständiges Thema für die UNO. Mit der verstärkten Entkolonisierung seit den 1960er-Jahren bekam der Nord-Süd-Konflikt Schärfe und wurde Bestandteil des Kalten Krieges. Erschwerend wirkte sich aus, dass die Dritte Welt immer mehr zum Austragungsort militärischer »Stellvertreterkonflikte« und zudem von den Machtblöcken als wirtschaftliche Konkurrenz wahrgenommen wurde.

Keine Weltregierung

Eine Funktion als »Weltregierung«, wie sie von den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs 1945 in San Francisco in den gemeinsamen Grundlagen verabredet wurde, konnte die UNO allerdings nie wahrnehmen, und auch heute scheint eine solche Funktion utopisch. Nationale Interessen und die Machtpolitik sowohl der Supermächte als auch der anderen Mitglieder verhinderten diese Rolle bis heute wirkungsvoll. Als willkommenes Instrument erwies sich dabei das Vetorecht, das sowohl USA als auch Sowjetunion häufig anwandten, was die Effektivität der UNO zusätzlich stark beeinträchtigte.

Chronologie

1945, 4. − 11. Februar: Die drei Großmächte USA, Sowjetunion und Großbritannien einigen sich in Jalta darauf, als Gründungsmitglieder der künftigen Weltorganisation die bis zum 8. Februar den Vereinten Nationen beigetretenen Länder zur ersten Sitzung der Generalversammlung nach London einzuladen.

1945, 26. Juni: Das Statut des Internationalen Gerichtshofes wird verabschiedet.

1945, 24. Oktober: Die am 26. Juni beschlossene Charta der Vereinten Nationen tritt in Kraft. nachdem die fünf Großmächte (China, Frankreich, Großbritannien, Sowjetunion und USA) sowie die übrigen Unterzeichnerstaaten die Ratifikationsurkunde bei der US-Regierung hinterlegt haben.

1945, 15. November: USA, Großbritannien und Kanada verkünden die Atom-Charta, durch welche die Kontrolle über sämtliche Kernenergieprojekte durch die UNO gewährleistet werden soll.

1946, 10. Januar: Erste Sitzung der Generalversammlung der UNO in London; einige Tage später treten der Sicherheitsrat sowie der Wirtschafts- und Sozialrat zu ihren konstituierenden Sitzungen zusammen.

1946, 24. Januar: Die UN-Generalversammlung beschließt die Bildung einer Atomenergiekommission, welche Vorschläge für die Beseitigung atomarer Waffen ausarbeiten soll. Wegen der Kontrollprobleme kann aber über die Vorschläge keine Einigung erzielt werden, da die Sowjetunion Eingriffe in ihre inneren Angelegenheiten verweigert.

Die Generalsekretäre der Vereinten Nationen

Gladwyn Jebb (Großbritannien): 1945 − 1946

Trygve Halvdan Lie (Norwegen): 1946 − 1952

Dag Hammarskjöld (Schweden): 1953 − 1961

Sithu U Thant (Birma): 1961 − 1962

Kurt Waldheim (Österreich): 1972 − 1981

Javier Pérez de Cuéllar (Peru): 1982 − 1991

Boutros Boutros-Ghali (Ägypten): 1992 − 1996

Kofi Annan (Ghana): 1997 − 2006

Ban Ki-moon (Südkorea): 2007 − 2016

António Guterres (Portugal): seit 2017
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