Heft 4/2014Füreinander Kirche sein

Inhalt

Die steigende Nachfrage nach All-youcan- eat-Buffets oder All-inclusive-Reisen sind Gradmesser unserer Gesellschaft, in der es darum geht, möglichst grenzenlos zu nehmen. Das fängt, wie die genannten beiden Beispiele zeigen, bereits beim Essen und Trinken an. Doch Übergewicht und Suchtverhalten als gesellschaftliches (Massen-)Phänomen zeigen, dass eine Kultur des unbegrenzten Sich-Einverleibens allen schadet: Zum einen denen, von denen der Reichtum (weg-)genommen wird. Und zum anderen aber auch denen, die jedes Gefühl für das rechte Maß verloren haben und in einem Gefühl der permanenten Übersättigung selbst nicht mehr erleben können, was ein wirklich gutes Leben ist. 

Die Autoren des Schwerpunktthemas betrachten diese Situation aus einer weltkirchlichen Perspektive und schlagen eine Brücke zur diesjährigen Misereor-Fastenaktion, in der die Logik des grenzenlosen Nehmens auf den Prüfstand gestellt und dazu eingeladen wird, den eigenen Lebensstil zu überdenken: damit nicht die einen Hunger leiden, während die anderen an ihrem Überfluss ersticken. Sie zeigen in ihren Beiträgen Ansätze auf, wie ein gutes Leben für alle Menschen gerade auch im Zeitalter der Globalisierung möglich ist - die eben nicht zu einer „Globalisierung der Gleichgültigkeit“ mutieren darf, vor der Papst Franziskus angesichts der weltweiten Ungerechtigkeit gewarnt hat.