Heft 9/2011Laienbefähigung

Inhalt

Vor einigen Wochen startete in Mannheim der Gesprächsprozess „Im Heute glauben - wo stehen wir?" Eine der Fragen, die im Rahmen des Dialogprozesses immer wieder thematisiert werden, ist die Frage nach der Rolle der Laien in der Kirche sowie die Frage nach dem gemeinsamen Priestertum aller Gläubigen. Es steht außer Frage: Natürlich muss zu Beginn des dritten Jahrtausends in der Kirche „nachjustiert" werden, damit die kirchliche Realität den eigenen theologischen Anspruch einlöst, als ein Volk Gottes gemeinsam unterwegs zu sein. Wo Laien sich als „Katholiken zweiter Klasse" empfinden, werden sie sich schnell aus der Kirche zurückziehen und in alternativen Gruppen engagieren, in denen sie erstklassig mitentscheiden dürfen. 

Überlebenswichtig ist die Klärung der Frage der Rolle der Laien in der Kirche aber nicht nur für die Laien, sondern vor allem auch für die (Kleriker, vor allem aber für die) Priester. Schon heute können viele Priester die Last ihres Leitungsamtes gar nicht mehr allein tragen, ohne über kurz oder lang zusammenzubrechen. Körperliche oder seelische Krankheiten sind vorprogrammiert. Priester werden nur dann langfristig gesund bleiben und als überzeugende Seelsorger wirken, wenn sie die Last der Leitung in der Kirche gemeinsam mit den Laien tragen. Die Schwerpunktbeiträge in diesem Heft gehen auf die Notwendigkeit ein, Laien zu befähigen, und geben Impulse, wie Christen gemeinsam als Volk Gottes unterwegs sein können.