Heft 10/2011Weltkirche

Inhalt

Mitunter badet sich die deutsche Ortskirche fast schon genüsslich in einer Problemorientierung. Damit dies nicht pathologische Züge annimmt, kann der Blick über den Tellerrand therapeutisch wirken. Das bunte Leben in der Weltkirche zeugt von einem Glauben, einer Hoffnung und einer Sehnsucht, die wichtiger sind als die oft so übermächtig auf uns wirkenden, in Wirklichkeit aber kleinkarierten Probleme unseres Alltags. Die Weltkirche ist ein Korrektiv, wenn der Blick auf die Dimensionen verstellt ist. 

Vor allem dem Apostel Paulus ist es zu verdanken, dass es der Kirche gelang, sich schon früh als Weltkirche zu empfinden und ihre Botschaft in unterschiedliche Kontexte und Kulturen hinein zu sagen - ganz ohne Xenophobie oder Berührungsangst. Damit dies möglich war, mussten die als Missionare ausgesandten Christen eine wesentliche Disziplin des Dialogs lernen: das Zuhören. Bischof Kräutler formulierte dazu einmal das Bonmot von der missionarischen Tugend des „sich-heiser-Hörens". 

Den Reichtum der Weltkirche fokussiert das Schwerpunktthema des Anzeiger für die Seelsorge im Oktober. Erzbischof Ludwig Schick stellt die Weltkirche als Lern-, Gebets- und Solidargemeinschaft dar, missio-Präsident Klaus Krämer zeigt an der Situation der Kirche im Senegal auf, wie ein interreligiöser Dialog gelingen kann, und Albert Peter Rethmann geht auf Perspektiven einer weltkirchlich orientierten Pastoral mit Migranten ein.