Heft 3/2009Stirbt die Beichte?

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Skeptiker behaupten, Menschen würden sich im Lauf ihres Lebens kaum verändern. Zu solch einem ernüchternden Ergebnis kam beispielsweise der Philosoph Arthur Schopenhauer als er schrieb: „Der Charakter eines Menschen ist konstant. Er bleibt derselbe, das ganze Leben hindurch. Unter der veränderlichen Hülle seiner Verhältnisse, selbst seiner Kenntnisse und Ansichten, steckt der identische und eigentliche Mensch, ganz unverändert und immer derselbe."

Das christliche Menschenbild ist da optimistischer. Natürlich sind jedem Menschen eigene Grenzen auferlegt, und kein Mensch kann wirklich über seinen eigenen Schatten springen. Aber ob ein Mensch einen kleinen oder großen Schatten wirft, ob er permanent andere in den Schatten stellt oder ihnen auch einen Platz an der Sonne gönnt, ist nicht fatalistisch festgelegt. Jeder ist täglich neu eingeladen, sich und sein Leben neu zu orientieren. Und dabei darauf zu achten, dass die Schattenseiten nicht dominant werden. 

Solch eine Orientierung vollzieht sich in der Buße und Versöhnung. Und ist eine Einladung, sich nicht mit den eigenen Schattenseiten abzufinden, sondern lebenslang von einem „besseren Leben" (der Begriff Buße stammt ja vom altgermanischen Begriff „buoze", der soviel wie „besser" meint) zu träumen.