Heft 2/2009Humorvoll glauben

Inhalt

Ein wenig heikel ist es schon, das Schwer-punktthema „Humor und Glaube". Ganz schnell wird man auf ein tückisches Glatteis geführt, wenn man apologetisch an das Thema herangeht. Heraus kommt dabei im schlimmsten Fall ein Schlingerkurs durch die intellektuellen Betrachtungsweisen des Humors, der schließlich mit einem Crash in Form eines Lamentierens über die doch oft so humorlose Kirche endet. Das wäre ein thematischer Totalschaden: Denn Lamen-tieren ist ja bekanntlich alles andere als lustig.

Aber dieses Glatteis kann man auch umfahren. Indem man sich nicht an einem Humorideal abarbeitet, sondern selbst sich all die komischen Momente gestattet, die das Leben einem beschert. Zum einen in der Begegnung mit anderen, zum anderen aber auch - und das ist ja oft am lustigsten - im eigenen Leben. Gerade in den Momenten, in denen man selbst unbeab-sichtigt zum Hauptdarsteller einer verpatzten Szene wird. Wenn man über die selbst produzierten Pleiten, Pech und Pannen lachen kann, verlieren sie ihren Makel und verwandeln sich in kuriose, komische Momente.

Diese Metamorphose des Lebens ist es, die einen gelassenen Humor ausmacht. Und zu der das Zitat ermutigt, das Johannes XXIII. zugeschrieben wird: „Nimm dich selbst nicht so wichtig."