Heft 5/2006Reise und Erholung

Inhalt

Von Ibn Al Arabi, einem arabischen Philosophen, stammt das Zitat „Der Ursprung des Daseins ist die Bewegung. Folglich kann es darin keine Bewegungs-losigkeit geben." Dieser Gedanke lässt sich auf die christliche Tradition übertragen. Denn schon in den Glaubensquellen gehört das Reisen zum Lebensalltag. Anschaulich beschreibt der lukanische Reisebericht, wie Jesus wandernd nach Jerusalem unterwegs war. In der neutestamentlichen Brief-literatur wird eindrucksvoll überliefert, dass die umfangreiche Reisetätigkeit des Völkerapostels Paulus dazu beigetragen hat, das Evangelium im Mittelmeerraum zu verbreiten.

Die Neigung zu Aufbruch und Reise scheint tief in die Seele der Menschen eingepflanzt zu sein. Ungebrochen ist die Reiselust gerade der Deutschen bis heute. In diesem Jahr erwarten die Reiseveranstalter wieder eine Zunahme der Reiseaktivitäten der Bundesbürger. Dabei suchen immer mehr Menschen in der Ferne nicht nur das Exotische und faszinierend-Andere, sondern sehnen sich danach, eine neue Heimat bzw. Spuren einer lebendigen Spiritualität zu finden. Reisen gewinnt dabei eine religiöse Dimension.

In diesem Monat geht der Anzeiger für die Seelsorge auf das Reisen ein. Die Beiträge weisen auf die biblischen Erfahrungen mit dem Aufbruch und Reisen hin und stellen Möglichkeiten vor, beim Reisen zu den eigenen Quellen zu gelangen.