Heft 11/2006Büchereiarbeit

Inhalt

In einem seiner bedeutsamsten Schreiben, in der Enzyklika Evangelii Nuntiandi, benannte Papst Paul VI. als Skandal der modernen Gesellschaften das Auseinanderfallen von christlicher Religion und Kultur. Dieses bereits vor einem Vierteljahrhundert beobachtete Phänomen kann mit Blick auf die Säkularisierung der westlichen Gesellschaft kaum bestritten werden. Doch ist dies kein Grund, einem Kulturpessimismus zu verfallen oder, wie Stefan Knobloch es in seinem jüngsten Buch „Mehr Religion als gedacht!" ausdrückte, in eine selbstkreierte „Säkularisierungsfalle" zu tappen.

Stattdessen sollten ressourcenorientierte Ansätze verfolgt werden, um Brücken zwischen der modernen Gesellschaft und Religion zu schlagen. Eine Chance, um Religion und Kultur miteinander ins Gespräch zu bringen, stellt die kirchliche Büchereiarbeit dar. In dieser Ausgabe des Anzeiger für die Seelsorge gehen die Autoren der Schwerpunktbeiträge der Frage nach, welche Bedeutung die Büchereiarbeit für die Gemeindearbeit besitzt. In der Rubrik „Im Blick" stellt Meike Wagener-Esser die Taufvorbereitung im Kindergarten als Ansatz einer missionarischen Pastoral dar. Und Stefan Schöttl gibt Anregungen zur Bibelarbeit mit Jugendlichen.