Heft 10/2006Liturgie feiern

Inhalt

Einen unschätzbaren Reichtum stellt die Liturgie mit ihren traditionsreichen Ritualen, tiefsinnigen Gesten, farbenfrohen Facetten sowie lebendigen und leben-spendenden Elementen dar. Gerade die katholische Kirche ist mit diesem religiösen Schatz sehr sorgfältig umgegangen und hat ihn behutsam bewahrt, kultiviert und in die jeweilige Zeit hinein kontextualisiert.

Auch heute stellt der regelmäßige Gottesdienstbesuch einen Wert dar. Selbst wenn das Wort der „Sonntagspflicht" - die in einem geschlossenen katholischen Milieu als Selbstverständlichkeit erlebt wurde - heute auf ein abnehmendes Verständnis stößt, so wird die Feier der Liturgie von vielen Christen als Bereicherung erlebt. Zugleich erleben derzeit aber viele Priester die Zunahme ihrer „liturgischen Termine" als wachsende Belastung - oft sogar als unzumutbaren Liturgie-Marathon.

Es wäre fatal, wenn die kirchlichen Entwicklungen dazu führen würden, dass gerade Priester die Freude an der Liturgie verlieren. Deshalb geht der Anzeiger für die Seelsorge in diesem Monat auf die Frage ein, welche Möglichkeiten es angesichts abnehmender Priesterzahlen gibt, auch morgen noch den Schatz der Liturgie miteinander zu teilen. In der Rubrik „Im Blick" wird die Sinusstudie „Religiöse und kirchliche Orientierungen in den Sinus-Milieus® 2005" ausführlich vorgestellt, die in diesem Jahr für Diskussionen in der Kirche gesorgt hat.