Heft 12/2006Lichtfeiern/Rorate

Inhalt

Rorate, caeli, desuper. Eine adventliche Poesie liegt in diesem auf Jes 45,8 zurück- gehenden Eröffnungsvers, der einer eigenen liturgischen Form seinen Namen gab. Rorate klingt nach Winter, ver- schneiten Landschaften, schwach erleuchteten Gotteshäusern und Christen, die sich auf das Weihnachtsfest vorbreiten. Und zeugt zugleich vom liturgischen Reichtum in der katholischen Kirche. Im Schwerpunktthema dieser Ausgabe des Anzeiger für die Seelsorge schreibt Andrea Schwarz über existentielle Rorate-Erfahrung. Erich Schredl, Autor des gerade erschienenen Werkbuchs „Rorate-Gottesdienste. Lichtfeiern im Advent", stellt die traditionelle Form der Rorate als zeitgemäße liturgische Lebensbereicherung vor. Aus liturgiewissenschaftlicher Sicht hilft Guido Fuchs, die Tiefe der Rorate- liturgie zu verstehen. Und Martin Erdmann hat eine Rorate-Meditation verfasst, die in die große Stille des Advent einführt.

Rorate ist ein christliches Programm, damit die Bußzeit vor Weihnachten Sie und Ihre Gemeinde existentiell bereichern kann. Sie ermutigt dazu, sich auf die eigene Dunkelheit einzulassen und dem schwa- chen Licht zu vertrauen, das selbst die tiefste Dunkelheit durchbricht. Dann werden die Himmel tauen, wie Jesaja verheißen hat: „Die Erde tue sich auf und bringe das Heil hervor, sie lasse Gerechtigkeit sprießen."