Heft 7-8/2005Kirche und Medien

Inhalt

Mit Blick auf die Zukunft prognostizierte der Trendforscher Horst W. Opaschowski, dass es zu einem weiteren Auseinander-driften zwischen der Kirche und den Medien kommen wird, da die Kirche in den nächsten fünf Jahren Nabelschau betreiben und fast ausschließlich mit sich selbst beschäftigt sein wird, während die Gesellschaft den Medien die Aufgabe der Wertevermittlung überträgt. Dabei wird vermutlich zunächst kaum auffallen, dass die Gesellschaft damit eine wesentliche kulturelle Aufgabe nicht einer inhaltlich qualifizierten Instanz, sondern einem inhaltsindifferenten Instrument überträgt.

Wichtig ist angesichts solcher Zukunfts-szenarien, dass die Kirche die Macht und Möglichkeit der Medien in einer plura-listischen Gesellschaft als Chance versteht und nutzt. Trotz mancher Unzufriedenheit über mediale Berichterstattungen. Der frühere Medienbischof Hermann Josef Spital brachte es auf den Punkt: "So oft auch die Medien Einseitigkeiten in ihre Berichte einfließen lassen - wenn die Kirche gar nicht mehr vorkäme, wäre das noch viel schlimmer." Und er wird ökumenisch ergänzt vom evangelischen Bischof Wolfgang Huber, der einmal spitz bemerkte: "Auch das Ausschalten ist eine elementare Kulturtechnik, die erlernt werden muss."

Die Beiträge des Schwerpunktthemas "Medien" wollen die Möglichkeiten und Grenzen der Medien für die Verkündigung aufzeigen. Und dazu anregen, die Macht der Medien für die Arbeit in der Seelsorge zu nutzen.