Gnadenlehre

Gnadenlehre ist die Bezeichnung des dogmatischen Lehrstücks (Traktats), das sich mit Wesen, Wirkung und geschichtlichem Verständnis der Gnade Gottes befasst.

Da die ganze Theologie in allen ihren Einzeldisziplinen es mit Gottes Gnade zu tun hat, steht die Gnadenlehre in enger Beziehung zu allen theologischen Fächern, insbesondere zu allen anderen Traktaten der Dogmatik. Vom Bedenken des universalen Heilswillens Gottes her könnte die Gnadenlehre ihren Ort vor der Christologie haben. Eine einheitlich geltende Stelle der Gnadenlehre im Ganzen der Dogmatik gibt es jedoch nicht; eine Nähe zur Pneumatologie hätte ebenfalls positive Aspekte. Als geschlossenes Lehrstück entstand die Gnadenlehre (mit der Lehre von der Rechtfertigung) erst nach dem Konzil von Trient (Traktat »De gratia« bei F. Suárez † 1617).

Quelle: Herbert Vorgrimler: Neues Theologisches Wörterbuch, Neuausgabe 2008 (6. Aufl. des Gesamtwerkes), Verlag Herder

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