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Über diese Ausgabe

Artikel

  • Gratis S. 563-572

    Entleerung des AutonomieprinzipsZum Urteil des Bundesverfassungsgerichts über Suizidassistenz

    Das Bundesverfassungsgericht verleiht in seinem Urteil vom Februar dieses Jahres der Selbsttötung „grundrechtliche Qualität“, und zwar unabhängig vom konkreten Leidensdruck des betreffenden Menschen. Damit schwächt es nicht nur den Stellenwert des Rechts auf Leben, sondern leistet auch Missverständnissen des Autonomieverständnisses Vorschub. Heiner Bielefeldt ist Professor für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen-Nürnberg.

  • Plus S. 573-582

    Wie Armut im Alter bekämpfen?Was trotz Grundrente zu tun bleibt

    Bundestag und Bundesrat haben Anfang Juli 2020 das Grundrentengesetz beschlossen. Damit endet der unakzeptable Zustand, dass Erwerbstätige, die ein langes Arbeitsleben in Vollzeit zum Mindestlohn gearbeitet haben, keine Rente über dem Niveau der Grundsicherung erhalten; auch mit ergänzender Sozialhilfe erhielten sie bisher keinen Cent mehr, als wenn sie nie gearbeitet hätten. Mit dem Gesetz stellen sich jedoch neue Gerechtigkeitsfragen. Der Kollateralschaden der Grundrentendebatte ist die Diskreditierung der Sozialhilfe. Da bei ihr Reformen blockiert sind, gehen die meisten Armen leer aus. Georg Cremer war von 2000 bis 2017 Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes und ist apl. Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Freiburg.

  • Plus S. 587-595

    Moderne SklavereienDie Herrschaft der Gewalt

    Bei Sklaverei denkt man an grausame Geschichten längst überwundener Zeiten. Trotz des weltweiten offiziellen Verbots gibt es mehr denn je menschenverachtende sklavereiähnliche Verhältnisse. Zum UNESCO-Gedenktag der Abschaffung der Sklaverei, dem 23. August, beschreibt Marita Wagner, Referentin bei missio Aachen und Chefredakteurin von Forum Weltkirche, heutige Sklavereien und reflektiert die ethische und theologische Herausforderung.

  • Plus S. 597-607

    Glaubensverbindlich?Zu einer ökumenischen Erschließung des Unfehlbarkeitsdogmas

    Vor 150 Jahren, am 18. Juli 1870, verabschiedeten die Väter des Ersten Vatikanischen Konzils das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes. Peter Neuner analysiert, was von dem Geist dieser Debatte noch in den Texten des Zweiten Vatikanums wiederzufinden ist. Der Autor ist emeritierter Dogmatikprofessor der Ludwig-Maximilians-Universität München. Zuletzt publizierte er die Monografie „Der lange Schatten des I. Vatikanums. Wie das Konzil die Kirche noch heute blockiert“ (Freiburg 2019).

  • Plus S. 613-621

    Hegel und die Theologie

    Vor 250 Jahren, am 27. August 1770, wurde Georg Wilhelm Friedrich Hegel geboren, einer der großen Philosophen des deutschen Idealismus. Georg Sans SJ untersucht sein konstruktives Verhältnis zur Theologie. Der Autor hat seit 2014 den Eugen-Biser-Stiftungslehrstuhl für Religions- und Subjektphilosophie der Hochschule für Philosophie in München inne.

  • Plus S. 622-634

    Romano Guardini und die Predigt der Bäume

    Theologe, Mystiker, Redner: Romano Guardini (1885-1968) offenbarte in seinen Predigten und Schriften ein großes Verständnis von Natur, Sprache und Symbolen. Insbesondere der Baum prägt als Motiv viele seiner Texte. Otto Betz, geboren 1927 in Frankfurt am Main, untersucht Guardinis Hermeneutik und findet aktuelle Bezüge etwa zur Liturgie und zur Ökologie. Der Autor ist emeritierter Religionspädagoge und lebt in Passau.

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