Die Gesellschaft Jesu und die Rassendebatte in den 1920er 1930er Jahren

Zusammenfassung / Abstract

Die Haltung der Jesuiten in der Rassenfrage in den 1920er und 1930er Jahren war mehrdeutig. Einerseits haben sie zur Verbreitung einer feindseligen Stimmung gegenüber den Juden in der katholischen Welt beigetragen, andererseits waren sie oft führend im Kampf gegen alle Formen von Rassismus und Antisemitismus. Die Linie des dominanten Denkens ist jene des Generals Ledochowski mit Unterstützung der Zeitschrift La Civiltà Cattolica und der deutschen Jesuiten der Gregorianischen Universität. Im engen Anschluss an den Standpunkt des Heiligen Stuhls unter Pius XI unterscheiden sie klar zwischen Antisemitismus und Antijudaismus. Die einzige akzeptable Lösung der "Judenfrage" erscheint ihnen die "freundliche Segregation". Zwei weitere Denkweisen zeichnen sich ab: Die eine, potentiell "antisemitische" (im rassischen und biologischen Sinne) wird nach 1934 schwächer; die andere, offen "judenfreundliche" wird sich nach 1938 verstärken und viele Jesuiten veranlassen, geistigen Widerstand gegen den nationalsozialistischen Antisemitismus während des Krieges zu leisten.

The Company of Jesus in the racial debate in the years 20 and 30 – The attitude of the Company of Jesus in the racial debate in the years 20 and 30 was ambiguous. If, on one side, the Jesuits have broadly contributed to the diffusion of a hostile feeling toward the Hebrews in the Catholic world, on the other side, they have often been to the state-of-theart one of the struggle against every form of racism and anti-Semitism. The line of dominant thought is those from the general Ledochowski with the support of the review La Civiltà Cattolica and the German Jesuits of the Gregorian University. Very close to the positions of the Holy See under Pius XI, it operated a clear distinction between anti-Semitism and antigiudaism. The only acceptable solution of the „Jewish issue“ remained that of the „friendly segregation“ (segregazione amichevole). Two other lines of thought were available: the one, potentially „anti-Semite“ (in the racial and biological sense), will be more discreet after 1934; the other, openly „filosemita“ (or filogiudaica) will strengthen after 1938 and will be at the origin of the appointment of so many fathers of the Company in the spiritual resistance to the Nazi anti-Semitism during the war.

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