November: Besinnung auf die schweren Themen

Für mich ist der November eine besondere Zeit mit einem ganz eigenen Rhythmus. Es geht um ein Innehalten vor der Advents- und Weihnachtszeit, eine Besinnung auch auf die schweren Themen, bevor wir uns den schönen Traditionen und Erzählungen in diesem Zyklus zuwenden.

Der Volkstrauertag macht den Beginn, dieses Jahr am 17. November. Früher mochte ich ihn nicht besonders. Oft haben wir mit dem Posaunenchor gespielt und es war schon eine Art „Heldengedenktag“. Das hat sich geändert. Heute wird der Toten der Kriege gedacht, der Zivilisten und Soldaten in den beiden Weltkriegen in Europa, aber auch derer, die heute aktuell unter Krieg leiden. Das ist gut so und ich nehme gern daran teil. Es folgt der Buß- und Bettag, dieses Jahr am 20. November, leider nur noch in Sachsen ein Feiertag. Die evangelische Kirche hat sich geradezu über den Tisch ziehen lassen, als sie 1995 zugestimmt hat, ihn bundesweit abzuschaffen – vermeintlich zur Finanzierung der Pflegeversicherung. Ein Tag der Besinnung, der Buße tut einem Land gut. Früher gab es viele solche Bußtage. Nachzudenken, wo wir als Land Schuld auf uns geladen haben, das ist doch wichtig. Denken wir an den Klimawandel oder die Ertrinkenden im Mittelmeer, an die wir uns gewöhnt haben... Und schließlich der Totensonntag oder auch Ewigkeitssonntag. In den Kirchengemeinden werden die Namen der im vergangenen Jahr Verstorbenen verlesen, ein schöner Brauch. Und wir denken an unsere eigene Sterblichkeit, halten inne, fragen nach dem Sinn in unserem Leben. Wenn es so begrenzt ist, wie will ich diese Zeit bewusst leben? Lange vor der friedlichen Revolution hat Christen in Ost- und Westdeutschland verbunden, die zehn Tage vor dem Buß- und Bettag als Friedensdekade zu feiern, jedes Jahr unter einem besonderen Thema. Schön, dass wir das jetzt zusammen tun können!

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