Der Monatsspruch im August 2012

Gott heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden.
Psalm 147,3

Das klingt nach Urlaub! Urlaub für alle, deren „Herz auf Halbmast hängt“, denen der Alltag Stein auf Stein auf die Seele geschichtet hat und die sich darum nach Erholung sehnen. Nach sonnigen Stränden, erfrischendem Meer, der atemberaubenden Sicht vom Gipfel, einem guten Buch am offenen Kamin.

Ein Herz aber kann mehr als belastet sein - es kann zerbrechen. Wer wüsste das nicht. Wenn der Mensch, dem alle Liebe gilt, die man selbst aufbringen kann, diese Liebe nicht hinnehmen, schon gar nicht erwidern kann. Dann steht man vor einem unübersehbaren Scherbenhaufen: sich nackt und verletzt fühlend, völlig ausgebrannt und tief vom Leben enttäuscht. Nicht nur das Licht der Sonne lässt sich nicht mehr blicken, weil das Morgen sinnlos scheint. Nicht nur seelische, sondern auch körperlich spürbare Schmerzen sind die Folge von dem, was die anderen mehr verharmlosend „Liebeskummer“ nennen. Wem das Herz so zerbrach, der wird das nicht vergessen, selbst wenn der Schmerz irgendwann einmal nachgelassen haben sollte.

Herzzerreißend die Klage über den Tod eines Menschen, der einem näher stand als die vielen anderen. Denn wie soll man weiterleben ohne ihn, wie all das sagen, was man noch zu sagen hatte, wie sich entschulden für das, was man ihm schuldig blieb?

„Sie haben ein schwaches Herz!“, sagt der Arzt. Dann weiß man, warum einem das Leben plötzlich schwer und schwerer wurde, man ahnt: Die Tage sind gezählt. Man kann keine Berge mehr versetzen, die Luft wird knapp und knapper, Wasser an Stellen im Körper, wo es nicht hingehört.

Herzinfarkt: das Absterben von Teilen des Herzmuskels. Eine der Haupttodesursachen in unseren Industrienationen. Eine ernste Sache, bei der es nur be-herztes Eingreifen und gute medizinische Behandlung überhaupt möglich machen, dass das Leben weitergeht. Irgendwie wenigstens.

Das zerbrochene Herz: ein Bild für eine wirklich ernste Diagnose. Unzählige beschäftigen sich darum mit den Herzen, die Schaden nehmen. Illustrierte, die gedruckten Rat liefern, wie es weitergehen kann. Freunde, die den Ernst der Lage erkennen und sich einbringen. Ärzte und Psychologen, die Therapien anbieten, die manch einem wieder aufhelfen. Wenigstens vorübergehend.

Die Beter des 147. Psalms gehören nun zu denjenigen, die Gott als Heiland ihres Daseins erleben. Sein Eingreifen an Wendepunkt-Situationen ihres Lebens wurde ihnen zur Rettung von Leib und Seele. Als nirgendwo Hilfe war, die Familien in alle Himmelsrichtungen auseinandergetrieben, sogar das Heiligtum des Tempels in Schutt und Asche lag. Da kam Gott und machte das Unmögliche möglich. Fügte die Steine wieder aneinander, führte Menschen wieder zueinander. Füllte das Leben mit neuer Kraft und Zuversicht. Heilte die Herzen, verband die Wunden.

Wie das möglich war? Weil dieser Gott eben nicht eingesperrt war zwischen Buchdeckeln, nicht entrückt war in einen fernen Himmel. Weil Frauen und Männer, Alte und Kinder Gott erlebten. Lebendig eben: zugewandt, empathisch, sympathisch. Als den, der sie selbst dann noch liebte, wenn die Liebe der Welt aufgebraucht schien. Der leidenschaftlicher Mensch wurde, um in den Wüsten des Lebens dem „altbösen Feind“ zu begegnen und ihm zu trotzen. Der das Tal größten Leides durchschritt, um uns die Augen dafür zu öffnen, dass selbst der Tod, den wir alle sterben müssen, uns nie von seiner Liebe wird trennen können. Diese Liebe Gottes ist es, die jedes zerbrochene Herz heilen kann.

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