Zum Michaelistag am 29. SeptemberSehnsucht nach Spiritualität

Den Erzengel Michael gibt es sowohl im Judentum, als auch im Christentum und im Islam.

Sehnsucht nach Spiritualität
© Andrew Martin, pixabay

Der 29. September ist in den Kirchen seit der Festlegung durch Papst Gelasius I. im Jahr 493 traditionell der Tag, an dem des Erzengels Michael gedacht wird. Der Erzengel Michael ist in der Bibel erwähnt als Bezwinger des Teufels (Offb 20, 2–3). Nach der Überlieferung war er jener Engel mit dem Schwert, der Adam und Eva aus dem Paradies vertrieb (1. Mose 3, 23–24). Und beim Jüngsten Gericht wird Michael mit seiner Posaune die Toten aus ihren Gräbern erwecken, so heißt es.

Im Interesse an Engeln zeigt sich ganz aktuell die Sehnsucht nach spirituellem Erleben des Glaubens. Die Menschen wollen den christlichen Glauben nicht nur intellektuell erfassen, sondern sinnlich wahrnehmen und spüren. Das ist eine Erfahrung, die in Westeuropa lange vernachlässigt wurde und zum Teil verloren gegangen ist. Ich persönlich freue mich über die Wiederentdeckung der Engel! Wir sollten sie nicht der Esoterik überlassen, denn sie sind ja ein gut bezeugtes biblisches Phänomen. Schon im hebräischen Teil der Bibel werden Engel erwähnt. Etwa Schutzengel wie bei Hagar, die mit ihrem Sohn in der Wüste umherirrt: „Da erhörte Gott die Stimme des Knaben. Und der Engel Gottes rief Hagar vom Himmel her und sprach zu ihr: Was ist dir, Hagar? Fürchte dich nicht; denn Gott hat gehört die Stimme des Knaben, der dort liegt“ (1. Mose 21,17).

Auch Engel als Reisebegleiter gibt es, etwa als der Knecht losgesandt wird, um für Jakob eine Frau zu suchen: „Da sprach er zu mir: Der HERR, vor dem ich wandle, wird seinen Engel mit dir senden und Gnade zu deiner Reise geben, dass du meinem Sohn eine Frau nimmst von meiner Verwandtschaft und meines Vaters Hause“ (1. Mose 24,40). Auch im Neuen Testament wimmelt es geradezu von Engeln. Sie kündigen Maria und Zacharias die Geburt Jesu an, sie ermutigen die Hirten, das Kind zu suchen, später erwartet ein Engel die Frauen im leeren Grab. Der Satz „Fürchte dich nicht!“ ist geradezu ihre Visitenkarte.

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