Auswertung zu Covid-19-Infektionen bei Angestellten in Kitas

Eine Auswertung von Versichertendaten der AOK vom Frühjahr 2021 stellte für Beschäftigte in der Kindertagesbetreuung fest, dass diese im Zeitraum von März bis Oktober 2020 von allen Berufsgruppen am häufigsten aufgrund einer Erkrankung oder des Verdachts einer Erkrankung an Covid-19 krankgeschrieben worden sind. Dies berichtet die Bundesregierung in ihrer Antwort (19/31692) auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion (19/31126).

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Zum SARS-CoV-2-Infektionsgeschehen bzw. Infektionsrisiko geben die Meldedaten, die gemäß Infektionsschutzgesetz (IfSG) an das Robert Koch-Institut (RKI) übermittelt werden, sowie einige Studien Hinweise. In einer rheinland-pfälzischen Studie konnte festgestellt werden, dass es bei Lehrpersonal bzw. Erziehenden zu signifikant mehr Sekundärfällen kommt als bei Schülerinnen und Schülern. Die Auswertung der Meldedaten nach IfSG zeigt, dass ein Anstieg der Inzidenz vor der zweiten Welle zuerst bei den jüngeren Erwachsenen, und erst danach in den Altersgruppen der Kinder zu verzeichnen war. Bei Kita-Ausbrüchen waren bis einschließlich der zweiten Pandemie-Welle Infektionen bei Erwachsenen in der Mehrzahl. Nur etwa ein Drittel (36 Prozent) der Fallpersonen bei Kita-Ausbrüchen waren 0- bis 5-jährige Kinder (Lagebericht des Robert Koch-Instituts vom 8. Juni 2021). Mit Auftreten der Alpha-Variante und dem Beginn der dritten Welle, konnte beobachtet werden, dass sich das Infektionsgeschehen im Vergleich zur zweiten Welle in jüngere Altersgruppen verlagerte.

Der Gipfel an Ausbruchszahlen war sowohl bei Kitas als auch bei Schulen in etwa der 10. Kalenderwoche 2021 erreicht. Damit übertraf auch die Zahl der übermittelten Kita-Ausbrüche in der dritten Welle diejenigen der Schulen, während es in der zweiten Welle noch umgekehrt war (Lagebericht des RKI vom 8. Juni 2021). Auffällig war zudem, dass die Gesundheitsämter vereinzelt sehr große Ausbrüche übermittelten, wie sie in diesem Ausmaß vorher nicht beobachtet worden waren.

ICKE-Projekt

Außerdem untersucht das ICKE-Projekt (Internationale Corona-Kita-Erhebung) – ein Kooperationsprojekt zwischen der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie, Immunologie und Intensivmedizin Berlin und dem Internationalen Zentrum für Professionalisierung der Elementarpädagogik der Universität Graz – die Verbreitung und Auswirkungen der Covid-19-Infektionen in Kitas, Krippen und Kindergärten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Insgesamt nahmen 3.619 Leitungen von Kindertageseinrichtungen bzw. Krippen und Kindergärten an der Erhebung von August 2020 bis Januar 2021 teil. In 50 Prozent der an der Studie teilnehmenden Einrichtungen trat im abgefragten Zeitraum mindestens eine nachweisliche COVID-19-Infektion auf.

Stand der Meldung: 20.08.2021

Quellen:

Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Seestern-Pauly, Katja Suding, Grigorios Aggelidis, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der FDP, zu finden unter

Antwort der Bundesregierung | Bundestag (Zugriff am 19.08.2021, 16:00 Uhr)

Epidemiologisches Bulletin, Ausgabe 13/2021, Epidemiologie von COVID-19 im Schulsetting, zu finden unter

Epidemiologisches Bulletin | Robert Koch Institut (Stand 01.04.2021)

Abstract Covid-19 transmission in educational institutions | medrxiv - The Preprint Server for Health Sciences

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