Kommunion

Lat. communio (= Gemeinschaft), Empfang der eucharistischen Gabe. Durch den Empfang der hl. Kommunion gewinnt der Einzelne Gemeinschaft mit dem dreifaltigen Gott und mit der Kirche. Der Apostel Paulus drückt es folgendermaßen aus: "Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht Teilhabe am Blut Christi? Ist das Brot, das wir brechen, nicht Teilhabe am Leib Christi? Ein Brot ist es. Darum sind wir viele ein Leib; denn wir alle haben teil an dem einen Brot" (1 Kor 10,16 f.).

Während im Mittelalter die Teilnahme der Laien an der Kommunion durch Ehrfurcht bedingt einer Schaufrömmigkeit gewichen ist und sie nur noch wenige Male oder sogar nur einmal im Jahr die Kommunion empfingen, forderte Papst Pius X. 1905 wieder den häufigen Kommunionempfang der Gläubigen. Zur aktiven Teilnahme an einer Eucharistiefeier gehört in der Regel auch der Kommunionempfang. Die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils empfiehlt darüber hinaus, dass die Gläubigen "aus derselben Opferfeier den Herrenleib entgegennehmen" (SC 55). Es sollen also in einer Eucharistiefeier die Hostien für die gemeinsame Kommunion des Priesters und der Gläubigen konsekriert und letztere nicht mit Vorräten aus dem Tabernakel versorgt werden.

Die Liturgiekonstitution eröffnet neu die Möglichkeit, den jahrhundertelang für Laien verbotenen Empfang der Kommunion unter beiden Gestalten, also auch die Kelchkommunion. Durch die Kommunion wird die Einheit der Kirche dargestellt. Darum ist es umso schmerzhafter, dass zwischen den verschiedenen Konfessionen nicht grundsätzlich eucharistische Mahlgemeinschaft besteht. Da die Kommunion Gemeinschaft mit Gott schafft, löst sie den Empfangenden aus Schuld, wenngleich sie das Bußsakrament nicht ersetzt. Bei schwerer Schuld ist die persönliche Beichte vielmehr die Voraussetzung für die Teilnahme an der Kommunion. Die Kommunion kann im Notfall außerhalb der Eucharistiefeier ausgeteilt werden, beispielsweise als Krankenkommunion oder in einer Wort-Gottes-Feier.

Bei uns gibt es seit Jahrzehnten an Sonntagen eine Wort-Gottes-Feier mit Kommunionausteilung, in den letzten Jahren wiederholt auch am Gründonnerstag. Nun hören wir, dass diese Form inzwischen verboten sei. P. H.

Im Messbuch findet sich bereits von Anfang an (seit 1975) der Satz: „Die heilige Kommunion darf den Gläubigen nur innerhalb der Messe gereicht, den Kranken jedoch zu jeder Tageszeit gebracht werden." (MB, S. [22]) Diese Vorschrift ist also nicht neu.

Es mag sein, dass bei der Formulierung dieser Rubrik noch nicht an eine WGF mit Kommunionausteilung gedacht wurde, sondern eher an die damals noch verbreitete Tradition, dass in manchen Beichtkirchen und an Wallfahrtsorten mehrmals am Tag außerhalb der Messfeier die Kommunion ausgeteilt wurde. Das sollte am Gründonnerstag verboten sein. Dagegen sollte Kranken und anderweitig körperlich beeinträchtige Menschen die Kommunion gebracht werden können. Und von da aus war es kein großer Schritt, das, was später in priesterlosen Gemeinden an Sonntagen Brauch wurde, am Gründonnerstag bei einer Verhinderung der Teilnahme mangels Fahr- oder Mitfahrgelegenheit usw. gelten zu lassen.

Was bei einer solchen Argumentation allerdings übersehen wurde, ist die Tatsache, dass es sich bei der Krankenkommunion immer um eine Einzelkommunion handelt, nicht aber um einen Gemeindegottesdienst. Von daher greift sie nur insofern, als darin der Wille der Kirche erkennbar wird, Gläubigen, die ohne eigenes Verschulden an der Teilnahme an der Abendmahlsmesse verhindert sind, in der Kommunion wenigstens eine reduzierte Form der Teilnahme an der Eucharistiefeier zu ermöglichen. Die gottesdienstliche Versammlung einer Ortsgemeinde hat aber eine andere Qualität als das Überbringen der Kommunion an Kranke.

Abendmahlsmesse, Karfreitagsgottesdienst und Osternachtfeier bilden eine Einheit und sind Teil der höchsten Feier des ganzen liturgischen Jahres. Darum sind in diesem Fall an die Bereitschaft aller Beteiligten, Hindernisse zu überwinden, strengere Maßstäbe anzulegen als bei anderen, regelmäßigen Feiern im Laufe des Kirchenjahres. Der besondere Inhalt ist die Einsetzung der Eucharistiefeier, nicht einfach der Kommunion.

Weil es um dieses Gesamtgeschehen und um die Einheit der ganzen Drei-Tage-Feier geht, heißt es in den Leitlinien für eine Gottesdienstordnung für Triduum Sacrum, Weihnachten, Fronleichnam der Liturgiekommmission der Deutschen Bischofskonferenz: „Eine Wort-Gottes-Feier (mit oder ohne Kommunionspendung) kann die Abendmahlsmesse nicht ersetzen." Empfohlen werden „mit einem anderen Zeitansatz die Vesper, eine eucharistische Andacht, Betstunden oder eine Ölbergwache". Die einschlägigen Leitsätze der Liturgischen Kommission Österreichs begründen: „Das Hochgebet als Worthandlung sowie die Brotbrechung und der Kommunionempfang als das leibliche Vollziehen des im Gebet Gesprochenen sind in dieser Feier eine unteilbare Einheit. Von daher ist Kommunionempfang nur in der Messe vom Letzten Abendmahl selbst möglich." Die österreichischen Leitsätze empfehlen als Alternativen: „Tagzeitenliturgie: Vesper oder Lesehore mit den Abschiedsreden Jesu (und Fußwaschung); Wort-Gottes-Feier mit Fußwaschung nach der Verkündigung des Wortes Gottes" sowie im Anschluss daran eine "Agape und nächtliche Anbetung vor dem Allerheiligsten".

Eduard Nagel

In unserer Gemeinde wurde in den letzten Jahren in der Karfreitagsliturgie nicht die Kommunion ausgeteilt. Der neue Pfarrer besteht aber darauf. Hat er Recht?

Das Messbuch sieht in der Tat vor, am Ende der „Feier vom Leiden und Sterben Christi“ die vom Gründonnerstag aufbewahrte Kommunion auszuteilen. Seit einigen Jahrzehnten wird jedoch diskutiert, ob es nicht sinnvoller ist, auf diesen Teil der Karfreitagsliturgie zu verzichten. Für beide Möglichkeiten lassen sich theologische Gründe nennen. Der Verzicht auf die Kommunion kann als Warten auf das Kommen des Auferstandenen bei der österlichen Eucharistie gedeutet werden. Der Empfang der Kommunion am Karfreitag wiederum unterstreicht den österlichen Charakter auch der Feier am Karfreitag, die nicht nur auf den Kreuzestod, sondern auf das Ganze der Erlösung schaut; sie verbindet zudem den Karfreitag enger mit dem Abendmahlsgottesdienst am Gründonnerstag.

Die liturgische Ordnung sieht in jedem Fall die Kommunionfeier als Teil der Karfreitagsliturgie vor. Das Rundschreiben der Gottesdienstkongregation über die „Feier von Ostern und ihre Vorbereitung“ (1988) hält zudem ausdrücklich fest: „Die Ordnung der Feier vom Leiden und Sterben Christi, die aus alter Tradition der Kirche stammt, (nämlich: Wortgottesdienst, Kreuzverehrung, Kommunionfeier) soll genau und getreu eingehalten werden und darf von niemandem eigenmächtig abgeändert werden.“ (Rundschreiben, 64).

Benjamin Leven, Trier

In unserer Pfarrei findet parallel zur Sonntagsmesse ein Kleinkinder-Gottesdienst mit Kommunionspendung für die Erwachsenen statt. Ist das sinnvoll?

Die Messe kann auf Dauer nicht durch eine religiöse Gemeinschaftsfeier für Kleinkinder ersetzt werden. Die Eltern und ihre kleinen Kinder nehmen möglicherweise über einen längeren Zeitraum nur am Kleinkindergottesdienst teil und verzichten während dieses Zeitraums auf den Messbesuch. Gleiches gilt wohl auch für die Leiter des Gottesdienstes. Die sonntägliche Gemeindemesse soll - zumindest ihrem Anspruch nach - ein Gottesdienst der ganzen Pfarrgemeinde sein, nicht eine Feier bestimmter Gruppen. Jeder muss hier seinen Platz haben, auch die kleinen Kinder.

Die Teilnahme an der Messfeier geschieht für jeden auf eigene Weise und nach den eigenen Möglichkeiten: durch Gesang, Gebet, Gesten, Bewegungen, Hören, Schauen usw. Auch für kleine Kinder gibt es viele Möglichkeiten zur Teilnahme an der Messe. Für die Verantwortlichen besteht die Pflicht, ihnen diese Möglichkeiten auch einzuräumen. Es steht zudem jeder Gottesdienstversammlung gut zu Gesicht, sich an der Anwesenheit vieler Kinder im Gottesdienst nicht zu stören. Wenn für die kleinen Kinder ein eigener Gottesdienst während der Messe stattfindet, ist es sinnvoll, dass die Teilnehmer an einem bestimmten Zeitpunkt zur Messfeier der Pfarrgemeinde hinzukommen. Wer dann die Kommunion empfangen möchte, kann dies innerhalb der Messe tun. So bleibt der Zusammenhang von Kommunion und Eucharistiefeier erhalten.

Benjamin Leven

In den meisten Sonntagsmessen ist der Gang zum Tabernakel vor der Kommunionausteilung die Regel. Aber es soll doch nur bei besonderer Notwendigkeit die Kommunion aus dem Tabernakel ausgeteilt werden, oder? A. G.

Sie haben völlig recht: Alle Feiernden sollen in der Kommunion von den Hostien empfangen, die in derselben Messfeier konsekriert worden sind. Es ist nämlich nicht dasselbe, ob die Kommunion mit den Hostien aus der gerade gefeierten Messe oder aus dem Tabernakel empfangen wird: Die Kommunion ist nur im Zusammenhang der ganzen Feier zu verstehen: die Bereitung der Gaben, das Hochgebet, die Brechung des Brotes und der Empfang gehören untrennbar zusammen und sollen nicht auseinander gerissen werden. Entsprechend empfahl schon das 2. Vatikanische Konzil: „Mit Nachdruck wird jene vollkommenere Teilnahme an der Messe empfohlen, bei der die Gläubigen nach der Kommunion des Priesters aus derselben Opferfeier den Herrenleib entgegennehmen.“ (SC 55) Und die Allgemeine Einführung in das Messbuch wünscht, „dass für die Kommunion der Gläubigen die Hostien möglichst in jeder Messe konsekriert werden“ (AEM 56h). Auch die Eucharistie-Instruktion „Redemptionis Sakramentum“ betont dies (Nr. 89). Der Gang zum Tabernakel soll also wirklich nur im Notfall geschehen. Sinnvoller als vor der Kommunionausteilung wäre er währenddessen, eben dann, wenn ein vorher nicht absehbarer Bedarfsfall eintritt.

Redaktion

Wie ist der Empfang der Kommunion unter beiden Gestalten vorgesehen? Darf beispielsweise die Hostie in den Kelch getunkt werden?

Die Art des Kommunionempfangs unter beiden Gestalten ist in der „Grundordnung des Römischen Messbuchs“ (GORM), die allerdings noch nicht rechtlich verbindlich ist, folgendermaßen geregelt:

„Wenn die Kommunion des Blutes Christi durch Trinken aus dem Kelch geschieht, geht der Kommunikant, nachdem er den Leib Christi empfangen hat, zum Diener am Kelch und bleibt vor ihm stehen. Der Diener spricht: Das Blut Christi (Sanguis Christi), der Kommunikant antwortet: Amen. Der Diener reicht ihm den Kelch, den der Kommunikant selbst mit seinen Händen zum Mund führt. Der Kommunikant trinkt ein wenig aus dem Kelch, gibt ihn dem Diener zurück und entfernt sich; der Diener aber wischt den Kelchrand mit einem Kelchtuch ab.

Wenn die Kelchkommunion durch Eintauchen geschieht, tritt der Kommunikant zum Priester, wobei er die Kommunionpatene unter den Mund hält; der Priester hält das Gefäß mit den heiligen Hostien; an seiner Seite steht der Diener, der den Kelch hält. Der Priester nimmt eine Hostie, taucht einen Teil von ihr in den Kelch, zeigt sie und spricht dabei: Der Leib und das Blut Christi (Corpus et Sanguis Christi); der Kommunikant antwortet: Amen, empfängt vom Priester das Sakrament mit dem Mund und entfernt sich darauf.“ (GORM 286-287).

Nicht vorgesehen ist die Praxis, dass die Kommunikanten die Hostie in die Hand empfangen und diese anschließend selbst in den Kelch eintauchen."

Manche empfangen lieber vom Pfarrer die Kommunion. Ist die Spendung durch Kommunionhelfer zweitrangig?   K. L.

Hier muss man zwei Standpunkte unterscheiden: Vom theologisch-liturgischen Standpunkt aus ist Christus nicht zerteilt (vgl. 1 Kor 1,13). Das heißt, wir empfangen in der Kommunion ein und denselben Leib Christi. Selbst wenn eine Hostie gebrochen wurde, enthält sie ganz den einen ungeteilten Christus. Daher gibt es also keinen Unterschied zwischen der durch Geistliche oder durch Laien, durch diese oder jene Person gespendeten Kommunion. Zwar gelten Laien als außerordentliche Kommunionspender für einige bestimmte Sonderfälle. Da diese in vielen Gemeinden der Normalfall sind, sind Kommunionhelfer umso wichtiger für die Spendung der Eucharistie.
Von unserem menschlichen Standpunkt aus treten dann die Gründe hinzu, weshalb man die Eucharistie von einer bestimmten Person empfangen oder nicht empfangen möchte. Diese Gründe dürften sehr persönlich sein, sodass sie nicht pauschal aufgezählt werden können, geschweige denn bewertet werden sollten. Auf jeden Fall aber sollten diese Entscheidungen respektiert werden.
Denn, um es noch einmal zu betonen: Letztlich kommt es nicht auf die konkrete Person an, die die Kommunion spendet, sondern auf den, den die Gläubigen in diesem Sakrament empfangen: Christus, den Herrn.

Christoph Neuert, Trier