Heft 6/2013Ruhe und Muße

Inhalt

Wie in den meisten Berufen lässt sich auch in der Pastoral eine „Verdichtung der Arbeit“ beobachten: Durch Personalrückgang und Umstrukturierungen müssen Seelsorger heute mehr und unterschiedliche Aufgabe bewältigen als in der Vergangenheit. Die technischen Hilfsmittel, die zur Bewältigung dieser Arbeitsverdichtung zur Verfügung gestellt werden, sind Segen und Fluch zugleich. Auf der einen Seite ermöglichen gerade die modernen Kommunikationsmittel eine schnelle und flexible Erledigung vieler Aufgaben. Auf der anderen Seite graben sich diese Kommunikationsmittel - als Verbindung zur Arbeitswelt - tief in das Privatleben hinein. Eine Abgrenzung von Arbeits- und Erholungsphasen wird immer schwieriger. 

Umso wichtiger ist es für Seelsorger, die neben dem Bewusstsein für die Orthodoxie und Orthopraxie des Glaubens auch die Bedeutung der Orthotherapie des christlichen Glaubens erkennen, dass sie Phasen der Erholung im eigenen Leben kultivieren und andere dazu ermutigen, diese Phasen der Ruhe und Erholung zu pflegen. Die Schwerpunktbeiträge in diesem Heft laden dazu ein, sich trotz gestiegener Anforderungen in der Pastoral Aus- Zeiten zu nehmen, um mittel- und langfristig als Seelsorger heilsam leben zu können: Für sich selbst und andere.