Heft 1/2012Dialog in der Kirche

Inhalt

Die Forderung nach einem lebendigen Dialog kann in der katholischen Kirche auf eine gute Tradition zurückblicken. Bereits Papst Paul VI. formulierte in seinem Schreiben „Ecclesiam Suam", dass die Kirche bereit sein muss, „den Dialog mit allen Menschen guten Willens innerhalb und außerhalb ihres eigenen Bereiches zu führen. Niemand ist ihrem Herzen fremd, niemand betrachtet sie, als hätte sie mit ihrer Aufgabe nichts zu tun. Niemand ist ihr Feind, der es nicht selbst sein will" (ES 86). Und nicht zuletzt das Zweite Vatikanische Konzil, dessen Eröffnung sich in diesem Jahr zum fünfzigsten Mal jährt, kann als ein Konzil des Dialogs mit der gesamten Welt verstanden werden. 

Zu einem neuen, systematischen Dialog haben im vergangenen Jahr die deutschen Bischöfe eingeladen, als sie einen mehrjährigen Gesprächsprozess initiierten. Die Erwartungen an diesen Prozess sind hoch - es geht darum, gemeinsam Perspektiven für eine zukunftsfähige Kirche in Deutschland zu entwickeln. In diesem Jahr steht der Gesprächsprozess unter dem Motto „Diakonia der Kirche: Unsere Verantwortung in der freien Gesellschaft". 

Das Schwerpunktthema des Anzeiger für die Seelsorge greift diesen Dialogprozess auf. Erzbischof Robert Zollitsch stellt das Jahresthema 2012 vor, Alois Glück geht auf Notwendigkeiten eines fruchtbaren Dialogs ein, und Sabine Demel und Paul Michael Zulehner zeigen auf, wie der nun begonnene Dialog selbst in schwierigen Zeiten gelingen kann.