Heft 4/2011Glaubensfreude

Inhalt

Zugegeben, das Leben bietet nicht nur Sonnenseiten. Und selbst da, wo Sonne ist, fällt bekanntlich auch ein Schatten. Beides gehört untrennbar zum Alltag. Dennoch ist es ein merkwürdiger Gegensatz, dass die Kirche und die Christen trotz ihres Auferstehungsglaubens und ihrer Hoffnungsbotschaft nicht gerade zu den unverbesserlichen Optimisten unserer Gesellschaft gezählt werden. Auch stehen sie nicht unter Pauschalverdacht, zu den Sonnenanbetern zu gehören und sich ausschließlich den hellen Seiten des Lebens zuzuwenden. Stattdessen erscheint die Ausstrahlung ihrer Botschaft allzu oft matt, als hätten die Strahlen ihre Kraft verloren. 

Es hilft in dieser Situation bestimmt nicht, allgemeine Freude als christliche Tugend zu propagieren oder gar zu „verordnen". Heraus käme nur gespielte Fröhlichkeit, ein aufgesetztes Minenspiel, das weder anspricht noch überzeugt. Und auch ein Lamento, evtl. noch mit Verweis auf die Situation der Kirche, entlarvt sich als erstarrte Problemfixierung und nicht als christliche Zukunftsgestaltung. 

Das Schwerpunktthema dieses Heftes geht nun der Frage nach, wie eine lebendige Glaubensfreude in die Pastoral einzieht. Die Autoren geben dazu keine fertigen Antworten, sondern laden ein zu ganz unterschiedlichen Entdeckungsreisen. Zu seiner eigenen, wesentlichen Entdeckungsreise lud übrigens Augustinus in diesem Zusammenhang ein. Er schrieb: „Wer Gott sucht, findet Freude."