Heft 3/2010Pfarrfusionen

Inhalt

Derzeit prägen Strukturveränderungen das Leben der Kirche in Deutschland. In einigen Diözesen spricht man von Gemeinschaften von Gemeinden, in anderen von der Zusammenlegung von Pfarreien, wiederum in anderen von der Gemeindefusion. Ziel dieser Fusion ist es, größere, lebensfähige kirchliche Strukturen zu schaffen. Was dabei zunächst einmal harmlos im Gewand einer organisatorischen Veränderung daherkommt, provoziert meist heftige Emotionen, berührt die Kirche an ihrem Lebensnerv. Denn all die Strukturveränderungen gehen zu Lasten des vertrauten und Vertrauen erweckenden pastoralen Nahbereichs. Und es drängt sich der Eindruck auf, dass nicht die pastorale Vision, sondern der personelle und finanzielle Ressourcenmangel Schrittmacher dieser Entwicklungen ist.

Die Beiträge in diesem Heft gehen auf den Prozess der Gemeindezusammenlegung ein. Sie zeigen Wege auf, wie diese Zusammenlegung auch in stürmischen Zeiten gelingen kann. Und sie fordern dazu auf, nach einem ersten Schritt der Zusammenlegung darüber nachzudenken, wie ein zweiter Schritt der Orientierung an einer pastoraltheologischen Vision und ein dritter Schritt der Stärkung persönlicher Beziehungen aussehen könnte. Denn nur im Kontext persönlicher Beheimatung und Beziehung kann sich ein lebendiger Glaube entwickeln.