Heft 1/2010Gottesfrage in der Pastoral

Inhalt

Wohl kein anderes Thema trifft die Pastoral so zentral in ihrem Kern wie die Gottesfrage. Aus einer anspruchsvollen pastoralen Tätigkeit ist sie letztlich nicht wegzudenken. Dabei nimmt die Zahl derjenigen in unserer Gesellschaft zu, die sich von einer Gottesvorstellung verabschiedet haben. Vermutlich schon allein deshalb, weil in unserem zunehmend vordergründigen Alltag vor allem sichtbare Fakten gefragt sind. Und bekanntlich hat ja keiner Gott je gesehen (1 Joh 4,12), wie schon die Bibel bekennt.

An der Gottesfrage scheiden sich also die Geister, aber genau um diese Unterscheidung der Geister geht es ja: Ist die Kirche ein „alltagstauglicher Verein mit transzendenzorientierten Verzierungen" oder ist sie eine Gemeinschaft von Menschen, die auf der existentiellen Suche nach Gott sind? In der Pastoral stellt sich deshalb die Frage, wie die Gottesfrage angemessen thematisiert werden kann. „Sprich mir schweigend von Gott", bat die Schriftstellerin Simone Weil. Und auch Kurt Marti bemängelte, dass der Gottesbegriff inflationär verwendet wurde und „zum proleten der sprache" verkommen ist.

Wie aber kann Gott dann angemessen zur Sprache gebracht werden, ohne ihn totzuschweigen? Diesem Thema widmen sich die drei Beiträge zum Schwerpunktthema in diesem Monat.