Heft 4/2007Gemeindeaufbruch

Inhalt

In der Parabel „Der Aufbruch" von Franz Kafka wird ein Mann nach seinem Ziel gefragt. Die Antwort des Mannes ist ernüchternd: „Weg von hier", heißt es lapidar. Solch ein Aufbruch, der keinem Ziel und keiner Vision folgt, ähnelt eher einer Flucht. Es geht letztlich gar nicht darum, an einem lohnenswerten Ziel anzukommen, sondern vielmehr darum, den derzeitigen, scheinbar untragbaren Zustand zu überwinden. Gerade hier unterscheidet sich aber der christliche Exodus vom kafkaesken Aufbruch: Das Christentum kennt einen Weg, eine Wahrheit und ein Leben, zu dem der Aufbruch befreit. 

Angesichts der derzeitigen Veränderungen in der Kirche spüren zahlreiche Gemeinden, dass es Zeit für einen Aufbruch ist. Mit einer heilsamen Unruhe suchen sie nach Perspektiven, wie sie ihren Auftrag erfüllen und als Kirche vor Ort zukunftsfähig bleiben können. Dabei geht es ihnen in erster Linie nie um ein „weg von hier", sondern stets um ein „hin zu Christus". Die derzeitigen Suchbewegungen der Gemeinden sind facettenreich. Im Schwerpunktthema dieser Ausgabe des „Anzeiger für die Seelsorge" gehen die Autoren auf diese Aufbruchbewegungen ein, stellen konkrete Gemeindeentwicklungen dar und zeigen Perspektiven auf, wie Gemeinden sich heute neu orientieren können.