Grundzüge einer auf Kontingenz bezogenen Religionsphilosophie

Zusammenfassung / Summary

Nachdem Hermann Lübbe mit Hilfe des Kontingenzbegriffs die Aufklärungsresistenz der Religion zu erklären versucht hat, wird in der hier entwickelten Phänomenologie der Kontingenzerfahrung mit einer ähnlichen Begrifflichkeit die Resistenz der Religion auch bezüglich der zweiten großen Herausforderung, nämlich die des Wissenschaftsfortschritts, aufgezeigt. Im Mittelpunkt dieses neuen religionsphilosophischen Ansatzes steht das Wirken sowohl der wissenschaftlichen wie auch der philosophischen Vernunft als Reflexion ihrer eigenen Grenzen. Die Kontingenzanerkennung bedeutet dort stets die Möglichkeit eines „Anderen der Vernunft“, das in seiner Unverfügbarkeit nur metaphorisch sprachlich umkreist werden kann. Der systematischen Entwicklung des Konzepts folgen zwei Beispiele für dessen Fruchtbarkeit, nämlich die Rechtfertigung rationaler Diskurse in der Theologie trotz ihrer Abhängigkeit von Metaphern sowie mit einer Wirklichkeitsdefinition ein Beitrag zur gegenwärtigen Realismus-Diskussion.  

While Hermann Lübbe tried to use the concept of contingency to help explain religion’s resistance to the Enlightenment, the Phenomenology of Contingency we are developing here also uses similar concepts of religious resistance with regard to religion’s second great challenge, i.e., the progress of the natural sciences. At the heart of this new conception of a philosophy of religion we find that both scientific reason and philosophical reason actually do reflect on their own limits. That recognition of contingencies is a constant indication of an “other beyond reason” that one can begin to understand only by means of metaphors. From the systematic development of this concept come two fruitful examples: first, the justification of rational discourse in theology despite its dependence on metaphors, and second, a definition of reality as contribution to the current discussions of realism in German philosophy today.

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