Heft 7/2019Juli

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Die Ferien- und Urlaubszeit beginnt. Wenn Sie das Wort Urlaub hören, welche Gedanken kommen Ihnen? Das Wort Urlaub hängt mit dem Wort „Erlaubnis“ zusammen. Erlaubt ist in dieser Zeit, zu tun und zu lassen, was man will, gerade auch das, was man sonst nicht kann oder wenig kann: ausspannen, ausschlafen, nichts tun, lesen, für- und miteinander Zeit haben.

Für die meisten bedeutet Urlaub auch verreisen. Man kann Abstand vom Alltag wohl am leichtesten finden, wenn man anderes kennenlernt. Das gilt auch, wenn es eine inzwischen längst vertraute Umgebung ist – viele fahren immer wieder an denselben Ferienort, an dem sie sich wohlfühlen. Allerdings wirkt manches Verreisen gar nicht frei, sondern zwanghaft. Zum Beispiel, wenn man hinterher erzählen muss, was man alles so erlebt hat. Urlaubszeit sollte einfach nur schön werden und sein – so denken die meisten – da darf es keine Pannen und Ent-täuschungen geben, von der Unterkunft über das Wetter bis zum Essen. Unversehens gerät so der Urlaub, diese freie Zeit, unter Druck und Stress.

Ferien, Urlaub – das ist eine wichtige Zeit im Rhythmus des Lebens. Eine geschenkte und sicher auch verdiente Zeit. Sie bietet die Chance, sich selbst von einer anderen Seite kennenzulernen. Und dazu brauche ich nicht das große Geld und muss auch nicht weit wegfahren. Karl Valentin, der Münchner Komiker, drückte das einmal so aus: „Heute will ich mich besuchen, hoffentlich bin ich daheim.“

Und auch diejenigen, die nicht mehr verreisen, nicht mehr verreisen können, die Urlaub auf Balkonien machen oder die Urlaubszeit im Seniorenheim erleben: Auch für sie gilt – Urlaub, Urlaubszeiten sind immer Chancen, für die Seele zu sorgen. Loslassen, nichts muss sein. Ich muss kein Programm abarbeiten, auch kein Urlaubsprogramm. Ich habe meine Alltagsthemen und Lebensfragen im Gepäck; sie sind ja nicht einfach weg. Es ist gut, wenn ich in anderer Umgebung und mit freier Zeit Raum finde, nach oben zu steigen, und ich sie betrachten kann. Urlaub und Urlaubszeiten unterbrechen den Alltag und können auch ein Aufbrechen sein.

„Weißt du, wo der Himmel ist,
außen oder innen,
eine Handbreit rechts und links,
du bist mittendrinnen.

Weißt du, wo der Himmel ist?
Nicht so tief verborgen.
Einen Sprung aus dir heraus
aus dem Haus der Sorgen.

Weißt du, wo der Himmel ist?
Nicht so hoch da oben.
Sag doch ja zu dir und mir,
du bist aufgehoben.”

So dichtet W. Willms in einem Lied. Nach dem Himmel will ich Ausschau halten in der Urlaubszeit. Und das kann ich je an dem Ort, an dem ich bin, vielleicht bleiben muss oder zu dem ich aufbreche. Nach dem Himmel, der mich umgibt und in mir ist. Ich wünsche uns, dass wir an jedem Tag neu entdecken, welchen Himmel Gott uns schenkt, heute zu leben, heute zu lachen und heute zu weinen, heute Kraft einzusetzen und Kraft zu schöpfen.

Wer sich Gott nähert – wo auch immer –, der findet auch zu sich selbst. Seien Sie daheim, wo immer Sie die Ferienzeit verbringen.