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Heft 11/2020November

Inhalt
1. Auflage 2020
Bestellnummer: Z350024

Novemberzeit – Trauerzeit. Dieser neblige Monat hat es in sich. Dunkel, nass, kalt, ungemütlich – das passt! Das ist die richtige Kulisse für Trauer und Tristesse; viele mögen deshalb den Monat November nicht. Trauernde Menschen schon, die finden ihn passend. Endlich ein Monat, sagen sie, der so ist wie wir. Endlich stimmen drinnen und draußen überein. Trauernde Menschen sind Novembermenschen und ihre Trauerzeit ist wichtige Zeit. Novembertrauer ist darum so wertvoll und so kostbar, weil sie sich Zeit nimmt für eines der wichtigsten Dinge des Lebens, nämlich den Spuren, den LEBENSSPUREN nachzuspüren, die wir miteinander gegangen sind, nachsinnen über die Nähe und Geborgenheit von gestern, die so weit getragen hat und die jetzt fehlt.

Viel Nebel gibt es auch in dieser Zeit. Das passt auch! Wenn man nämlich das Wort LEBEN einmal rückwärts liest, kommt dabei bezeichnenderweise NEBEL heraus. Im Nebel stehen und das Leben rückwärts betrachten und bis auf Weiteres nicht wissen, wie es weitergehen soll. Keine Klarheit haben, keinen Durchblick, keine hellen Gedanken, sondern schwere nur, schwere Gedanken für einen schweren Mut. Und trotzdem da sein und da bleiben und wissen: Diese Zeit ist auch gelebte Lebenszeit. Dieser Schauer-Trauer-Monat hat auch seinen guten Grund. Er schenkt uns den Platz, den wir brauchen für unser Vermissen und Sehnen und Warten. Weil alles seine Zeit hat, wie die Bibel sagt: Lachen und Weinen, Geboren-Werden und Sterben, Kommen und Gehen, Lieben und Leiden … Alles hat seine Zeit und alle Zeit steht in Gottes Hand. Auch jetzt – im Monat November.

Der NEBEL kann einem aber auch noch etwas ganz anderes, Positives über das Leben und den Glauben sagen. Er kann auf verschiedene Weise zum Bild für unser Leben werden. Der Nebel – er lässt mich dem nachspüren, was hinter den Dingen und Ereignissen verborgen ist, welche Botschaft alle Ereignisse in meinem Leben haben. Wenig sieht oft das Auge – ahnt aber die Unendlichkeit.

Der Nebel, in ihm verbirgt sich die Hoffnung auf helles Leben und auf endgültige Klarheit. Er ist Vorbote dafür, dass wir Gott einmal ganz erkennen werden. Eine unglaubliche Vorstellung, die die Bibel verheißt. Der Apostel Paulus bringt es in dieses Bild:

„Jetzt schauen wir in einen Spiegel
und sehen nur rätselhafte Umrisse,
dann aber schauen wir von Angesicht
zu Angesicht.

Jetzt erkenne ich unvollkommen,
dann aber werde ich durch und durch
erkennen!”
1. Korinther 13,12

Für glaubende Menschen ist der Tod nicht das Ende, sondern der Anfang eines neuen Lebens. Das endgültige Überleben des Todes. Ganz bei Gott geborgen – in einer anderen Daseinsform. Ganz der Mensch, der ich in diesem Leben war, und doch ein ganz anderer, ganz neu, göttlich neu. Und wieder vereint mit denen, die uns hier so schmerzlich fehlen ...

Eine Ermutigung noch zum guten Schluss: Mach dich auf, geh auch schwierige Wege. Gott geht mir dir. „Gott kennt dein Gestern, gib ihm dein Heute, er sorgt für dein Morgen!“