Erstkommunion

Die Feier der Erstkommunion ist in vielen katholisch geprägten Familien ein wichtiger Bestandteil der kirchlichen Praxis. Auch in jenen, die tendenziell kirchenfern sind, werden die Feste oft gefeiert, um den Kindern die Möglichkeit zu geben, Teil der Gemeinschaft der Gläubigen zu werden. Als Erstkommunion bezeichnet man in der römisch-katholischen Kirche das Empfangen der Hostie, also dem Brot, welches bei der Eucharistie bzw. dem Abendmahl als Leib Christi verstanden wird.

Erstkommunion
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Das Wort Kommunion bedeutet „Gemeinschaft“. Bei der Erstkommunion ist das die Gemeinschaft zwischen Jesus und dem Menschen, aber der Begriff meint auch Gemeinschaft untereinander. Kommunion ist ein Fest, das die ganze Kirche gemeinsam feiert – umso intensiver sind auch die Vorbereitungen darauf, die schon ein halbes Jahr vorher beginnen. Hier gilt es, einige Fragen rund um das Fest und seine Bedeutung zu klären.

Eucharistie – was ist das?

Das Sakrament der Eucharistie, das bei der Erstkommunion erstmals empfangen wird, bedeutet die persönliche Begegnung mit Jesus Christus, die durch den Empfang der Hostie (lateinisch hostia: Vergeltung, Opfergabe, o.Ä.)  symbolisiert wird. Nach katholischer Auffassung ist Jesus als Sohn Gottes nach der Wandlung real in den Zeichen Brot und Wein präsent (siehe Matthäus 26: „Das ist mein Leib“; „Das ist mein Blut“). Durch die Zeremonie wird das Brot in den heiligen Leib Christi und der Wein in Jesu Blut verwandelt. Entscheidend sind hierbei die gesprochenen Wandlungsworte des Priesters, der hierbei „in persona Christi“ handelt, das heißt „im Namen Jesu“ spricht.

Außerdem werden bei der Eucharistie das Sterben und die Auferstehung Jesu als die gute Nachricht verkündet. Mit der Einnahme der Elemente wird daran erinnert, dass Gott seinen einzigen Sohn für die Menschheit geopfert hat und dass seine überreiche Gnade nun für jeden Menschen gilt, der zu ihm umkehrt („Buße tut“). Das Sakrament der Eucharistie ist für Christen unabdinglich, da sie an den neuen Bund zwischen Gott und dem Menschen erinnert.

Erstkommunion antreten – Voraussetzungen

Entscheidend für eine Zulassung zur Erstkommunion ist zum einen das Alter des Kindes. Ein frühkirchlicher Brauch war es, den Kleinkindern während der Taufe einige Tropfen Wein zu verabreichen. So hatten sie bereits an der Eucharistie teilgenommen. Heutzutage sind Kommunionkinder in der Regel neun Jahre alt. Dieses Alter ist ideal, da das Kind dann bereits auf seine Vernunft („Vernunftalter“) zurückgreifen und Dinge tiefgreifender verstehen lernt, zum Beispiel auch, worin der Unterschied zwischen normalem Brot und der gewandelten Hostie besteht. Diese Kenntnis ist essentiell, um die Liturgie des Erstkommunions-Gottesdienstes nachvollziehen zu können.

Außerdem sollten die Kommunionkinder vorher getauft worden sein. Möglich ist auch, Kommunion und Taufe gleichzeitig zu empfangen, falls eine Kindertaufe im frühen Alter noch nicht stattgefunden haben sollte.

Firmung und Erstkommunion – Unterschied?

In der säkularen Gesellschaft werden die Begriffe Firmung und Kommunion oftmals verwechselt. Bei dem Fest der Firmung sind die Firmlinge ca. 14 Jahre alt. Sie sind dann alt genug, um das Sakrament der Taufe, das sie nach der Geburt erhalten haben, mit vollstem Bewusstsein zu bestätigen. Vorher haben diese Funktion die Taufpaten übernommen. In der katholischen Kirche gibt es drei Schritte, die zur vollen Aufnahme in die heilige Kirche getan werden: die Kindertaufe, die Erstkommunion und die Firmung. Mit der Firmung ist der Prozess abgeschlossen, und der Firmling erhält alle Rechte und Pflichten innerhalb der Glaubensgemeinschaft.

Was passiert im Kommunionsunterricht?

Das Ziel des Kommunionsunterrichts ist es, Christus, den Glauben und die Gemeinde für die Kinder nahbar zu machen und ihnen eine Glaubensbasis zu vermitteln, die nicht nur aus theoretischem Wissen besteht, sondern auch im Alltag praktisch anwendbar ist. Gerade heutzutage, wo es den jüngeren Generationen immer mehr an Bibel- und Glaubenswissen mangelt, ist der Unterricht zur Vorbereitung auf den großen Festgottesdienst sehr bedeutend. Von den zumeist ehrenamtlich tätigen Katecheten und Katechistinnen  und Seelsorgenden, die die Kleingruppen leiten, werden verschiedene Modelle entwickelt, wie die Kinder an den Empfang der Ersteucharistie herangeführt werden können. Diese Konzepte sind von Gemeinde zu Gemeinde leicht unterschiedlich.

Einige Schwerpunkte des Unterrichts sind:

  • Einführung in die Meditation und das Gebet als spirituelles Fundament
  • Kennenlernen der biblischen Überlieferung und die Beheimatung derer in der Liturgie
  • Vorbereitung auf den Empfang des Sakraments der Buße und der Versöhnung
  • Grundgebete und bekannte Psalmen kennenlernen
  • Einführung in die Abläufe des Gottesdienstes bzw. der Liturgie
  • Entwicklung eines erfahrungsbezogenen Zuganges zum Glauben und somit eines lebendigen Glaubenslebens

Oftmals wird unterschätzt, welchen Einfluss die Teilnahme an der Erstkommunion im Nachhinein haben kann. Auch wenn heutzutage viele der Jugendlichen nach ihrer Kommunion die Kirche kaum bis gar nicht mehr besuchen, so bleibt das Gelernte doch noch abgespeichert und ein gewisses Interesse an religiösen Themen bleibt bestehen.

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