Nr. 7/2018

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„Sire, geben Sie Gedankenfreiheit“, sagt ein Malteserritter in Schillers Don Carlos zum spanischen König Philipp II. Nicht nur Freiheit des Denkens wird da gefordert, sondern auch das offene Wort. Von dieser Offenheit des Redens spricht auch Papst Franziskus immer wieder. Parrhesia, so heißt der entsprechende griechische Begriff.

Nicht erst Michel Foucault hat den Begriff der Parrhesia im philosophischen Diskurs rehabilitiert, auch in der Enzyklika Fides et Ratio von Johannes Paul II. aus dem Jahr 1998 spielt er eine Rolle. Christen kennen ihn aus der Heiligen Schrift: Wenn Jesus seinen verfolgten Jüngern verheißt, der Heilige Geist werde ihnen vor Gericht schon eingeben, was sie sagen sollten, dann verheißt er ihnen die Parrhesia. „Aus der urchristlichen parrhesia entwickelt sich auch eine gelassene Selbstsicherheit Gott gegenüber … als Vertrauen, dass Gott uns hört“, sagt Sr. M. Johanna Lauterbach. Parrhesie hat also auch etwas mit unserem Gottesbild zu tun: Gott gibt uns den Freimut des Redens, und wir dürfen diesen Freimut auch ihm gegenüber aufbringen.

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DAS THEMA: Frei reden und geduldig zuhören

IM WORTLAUT: Unser Königsweg 

RÖMISCHE NOTIZEN: Ratzingers Schüler

HEILIGER DES MONATS: Italiens Beliebtester

WORT FÜR DEN WEG: Drängende Begegnung