Volksaufstände im Ostblock

Im Ostblock entwickelten sich nach dem Zweiten Weltkrieg besondere Beziehungen zwischen einer Reihe von Volksdemokratien und der Sowjetunion. Freundschafts- und Beistandspakte dienten den formellen Bindungen zwischen den osteuropäischen Ländern und der Hegemonialmacht. Rein rechtlich sollte es sich um gleichberechtigte Beziehungen handeln, in der Realität bedeutete es aber eine Unterordnung unter die politische und ideologische Führung von Sowjetunion und KPDSU.

Volksaufstände im Ostblock
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Nach Stalin: Aufstände in Osteuropa

Nach 1948 versuchte Stalin die Beziehungen der Länder untereinander zu unterdrücken, um damit eine stärkere Abhängigkeit von Moskau zu schaffen und so den Aufbau des Sozialismus insgesamt zu beschleunigen. Dadurch entstand in einigen osteuropäischen Ländern eine große gesellschaftliche und politische Unzufriedenheit. Nach dem Tod Stalins 1953 kam es zunächst in der Tschechoslowakei und der DDR zu Aufständen, die von sowjetischen Panzern niedergeschlagen wurden. Im Jahre 1956 folgte in Polen ein Arbeiteraufstand, der auch in Ungarn von Solidaritätsdemonstrationen begleitet wurde. In Ungarn weitete sich der Protest aus und gipfelte in der Neutralitätserklärung des zum Ministerpräsidenten ernannten Imre Nagy. Am 30. Oktober verkündete Nagy das Ende der Einparteienherrschaft und die Bildung eines Mehrparteiensystems. Die Reaktion der Sowjetunion erfolgte am 4. November 1956 mit dem Einmarsch der Roten Armee und der anschließenden gewaltsamen Niederschlagung des demokratischen Widerstandes. Auch die Tschechoslowakei versuchte während des Kalten Krieges einen Sonderweg zu beschreiten. So strebte Alexander Dubcek einen »Sozialismus mit menschlichem Antlitz« an. Bestandteile dessen sollten u. a. die Freilassung der politischen Gefangenen, eine verbürgte Versammlungsfreiheit und die Zulassung eines kleinen Unternehmertums sein. Die Sowjetunion reagierte am 21. August 1968 auch hier mit einer militärischen Intervention und okkupierte mit weiteren Nationalarmeen (u. a. Polen) des Ostblocks die Tschechoslowakei. Anschließend erfolgte die politische Phase der »Normalisierung«.

Perestroika und Glasnost – Die Ära Gorbatschow

Mit Michail Gorbatschows neuer Politik von Perestroika (Umgestaltung) und Glasnost (Offenheit) und dem »neuen Denken« in der Außenpolitik änderte sich die außenpolitische Linie der Sowjetunion. Gorbatschow brach mit der Breschnew-Doktrin und vertrat die Auffassung, dass jedes sozialistische Land die Freiheit haben müsse, seinen eigenen Weg zu gehen. Konservative sowjetische Kreise verspotteten diese neue Haltung als »Sinatra-Doktrin«. Damit ermöglichte Gorbatschow die Emanzipation der sowjetischen Satellitenstaaten und deren Abwendung von der Sowjetunion und somit letztlich den Zusammenbruch des Kommunismus und den Zerfall des Ostblocks und seiner Strukturen bis hin zur Sowjetunion selbst.

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