Das Ende des Osmanischen Reiches

Das Osmanische Reich ist eines der primären Opfer des Ersten Weltkrieges. Schon in den Jahrzehnten zuvor hatte es derart an politischer und sozialer Kohärenz verloren, dass es, in ganz Europa bekannt als »Kranker Mann am Bosporus«, schon vor 1914 dem Untergang geweiht schien.

Das Ende des Osmanischen Reiches
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Demgegenüber zeigte der Krieg selbst, in den die Hohe Pforte an der Seite Deutschlands und Österreich-Ungarns eintrat, dass die Verhältnisse nicht so einfach lagen: Anders als von der Entente, insbesondere den Briten, erhofft, brach das Osmanische Reich nicht rasch zusammen, sondern erwies sich zunächst als außerordentlich widerstandsfähig. Dies hatte wohl nicht zuletzt auch mit den Reformen und Umstürzen vor dem Ersten Weltkrieg zu tun. Die reformierten administrativen Strukturen hielten, obwohl sie durch die mangelnde fachliche Kompetenz der Verwaltungselite nicht übermäßig effizient waren. Auch kam es unter den zahlreichen Völkerschaften in Mesopotamien, Anatolien, Syrien und Palästina keineswegs zu entscheidenden Aufständen.

Vom Völkermord an den Armeniern bis zum Ende des Osmanisches Reiches

Abschreckende Wirkung ging wohl auch von dem Völkermord aus, den die osmanische Regierung 1915 an den christlichen Armeniern beging, die durch ihre Lebensweise sehr stark mit den westlichen Staaten sympathisierten und daher als große Bedrohung für die Integrität des Reiches angesehen wurden. Der Kampf gegen das Osmanische Reich gestaltete sich für dessen Gegner als langwierige Angelegenheit. Das Jahr 1916 brachte dann allerdings die Wende. Versuche seitens der Mittelmächte zur Provokation eines Aufstandes in Ägypten scheiterten endgültig. Den Briten gelang es umgekehrt, durch die subversive Tätigkeit des legendären Lawrence von Arabien einen Aufstand zu Wege zu bringen, der sich unter der Führung des Emirs von Mekka schließlich bis nach Palästina und Syrien ausbreitete. Mehr oder weniger parallel dazu rückte ein britisches Expeditionsheer, das 1914 in Basra an Land gegangen war, vor und eroberte trotz einiger Rückschläge bis 1918 fast ganz Mesopotamien. Bis zum November 1918 hatten die Ententemächte große Teile des Osmanischen Reiches erobert. Das Jungtürkische Triumvirat (Kemal Pascha, Talat Pascha und Enver Pascha) wurde entlassen und musste flüchten. Das Sultanat wurde dann 1922 von der Folgeregierung unter Mustafa Kemal abgeschafft. Am 4. November 1922 hörte das Osmanische Reich auf zu bestehen.

Die Aufteilung des Osmanischen Reiches

Die Ententemächte Frankreich und England hatten sich im Sykes-Picot-Abkommen bereits im Mai 1916 auf die Abgleichung ihrer Interessensphären in der Region geeinigt. Danach erhielt Frank reich den Libanon und Syrien, Großbritannien vor allem Jordanien und den künftigen Irak. Palästina wurde gemäß der Balfour-Deklaration 1917 als neue Heimstatt der Juden vorgesehen.

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