Europa nach dem Kalten Krieg

Gegenüber der Zeit des Kalten Krieges hat sich die politische Landkarte Europas seit dem Zusammenbruch des kommunistischen Ostblocks (1989/90), dem Zerfall der Sowjetunion (1991) und Jugoslawiens (seit 1991) grundlegend geändert. Existierten zwischen 1945 und 1989 in Europa 31 Staaten (inkl. Sowjetunion und Türkei) so wuchs ihre Zahl seit 1990 auf heute 43 Staaten an.

Europa nach dem Kalten Krieg
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Allein aus der alten Sowjetunion gingen mit Russland, der Ukraine, Moldawien, Weißrussland, Litauen, Lettland und Estland nur in Europa schon sieben Nachfolgestaaten hervor, acht weitere neu aus der Sowjetunion hervorgegangene Staaten liegen mit Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Turkmenistan, Usbekistan, Kirgistan und Tadschikistan in Asien.

Aus Jugoslawien werden neue Staaten

Auch das nach dem ersten Weltkrieg aus den Resten der untergegangenen Habsburger k.u.k.-Monarchie und des Osmanischen Reiches neu entstandene Jugoslawien überlebte den Untergang des Kommunismus nicht. Aus ihm gingen mit Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Kosovo, Montenegro und Makedonien sieben neue Nationalstaaten hervor, heute ist die Landkarte des Balkanraumes wieder ebenso zersplittert wie am Vorabend des Ersten Weltkriegs. Die Geburtswehen dieses Prozesses waren handfeste Bürgerkriege, die 1999 sogar die NATO zum Eingreifen veranlassten, die am 24. März nach dem Scheitern dem Verhandlungen von Rambouillet (7.–23. Februar) und Paris (15.–18. März) über den Status des Kosovo mit Luftangriffen auf Serbien begann, um die verharmlosend als »ethnische Säuberungen« bezeichnete Vertreibung der muslimischen Bevölkerung aus dem Kosovo zu beenden.

Tschechische Republik und Slowakische Republik

Ebenfalls aus der Erbmasse des österreichischen Kaiserreiches entstammte die 1919 entstandene Tschechoslowakei, wie die Sowjetunion und Jugoslawien ein Vielvölkerstaat. 1993 zerfiel das Land in die neuen Kleinstaaten Tschechische Republik und Slowakische Republik. Verringert hat sich die Zahl der europäischen Staaten nur in Mitteleuropa, wo aus zwei deutschen Staaten durch den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes 1990 wieder ein einziger deutscher Nationalstaat entstand.

Die »neuen« Staaten Europas seit 1990 (Stand: 2008)

Bosnien und Herzegowina

  • 51.000 km2
  • 4.500.000 Einwohner

Bundesrepublik Deutschland nach Wiedervereinigung

  • 357.000 km2
  • 82.100.000 Einwohner

Estland

  • 45.000 km2
  • 1.400.000 Einwohner

Kosovo

  • 11.000 km2
  • 2.100.000 Einwohner

Kroatien

  • 57.000 km2
  • 4.500.000 Einwohner

Lettland

  • 65.000 km2
  • 2.300.000 Einwohner

Litauen

  • 65.000 km2
  • 3.400.000 Einwohner

Mazedonien

  • 25.500 km2
  • 2.100.000 Einwohner

Moldawien

  • 33.800 km2
  • 3.300.000 Einwohner

Montenegro

  • 14.000 km2
  • 600.000 Einwohner

Serbien

  • 77.500 km2
  • 7.500.000 Einwohner

Slowakische Republik

  • 49.000 km2
  • 5.500.000 Einwohner

Slowenien

  • 20.000 km2
  • 2.000.000 Einwohner

Tschechische Republik

  • 79.000 km2
  • 10.500.000 Einwohner

Ukraine

  • 604.000 km2
  • 46.000.000 Einwohner

Weißrussland

  • 208.000 km2
  • 9.900.000 Einwohner
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