Die Schweiz seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs

Die Schweiz bewahrte im Zweiten Weltkrieg ihre traditionelle Haltung der Neutralität. Dadurch wurde das Land weitgehend von Kriegszerstörungen verschont, hatte nach Beendigung des Krieges allerdings Probleme, aus der selbst gewählten Isolation herauszufinden.

Die Schweiz seit dem Ende des 2. Weltkriegs
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Ein Beitritt der Schweiz zur UNO kam aus dem genannten Grund nicht zustande. An anderen internationalen Organisationen, wie beispielsweise dem Internationalen Gerichtshof oder der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO), beteiligte sich die Schweiz allerdings. Innenpolitisch verstärkte man in den unmittelbaren Nachkriegsjahren, die unerwartet eine starke Konjunkturentwicklung aufwiesen, das Engagement im sozialen Bereich. So wurde das noch 1931 abgelehnte Gesetz zur obligatorischen Alters- und Hinterbliebenenversicherung im Juli 1947 durch Volksabstimmung angenommen.

Die Schweiz bleibt neutral

Das von Bundesrat Max Petitpierre favorisierte Prinzip von »Neutralität und Solidarität« bewährte sich in der Folgezeit. Das Schweizer Mandat in der Waffenstillstandskommission in Korea, die Genfer Konferenz über Korea und Indochina sowie die Unterstützung des Aufstandes in Ungarn 1956 durch Protestkundgebungen im Lande und die folgende Aufnahme von 10.000 ungarischen Flüchtlingen waren Ausdruck dieser politischen Haltung.

Schweizer Wirtschaftskrise

Die Ölkrise und der damit verbundene Rezessionseinbruch führten 1975 zum schwersten wirtschaftlichen Rückschlag in der Schweiz seit Beendigung des Zweiten Weltkrieges. Verstärkend wirkte sich dabei auch der kräftige Kursanstieg des Schweizer Franken aus. Insbesondere in der Uhrenindustrie, aber auch im Textil-, Bekleidungs-, Schuh- und Papiersektor waren die Einbrüche erheblich. Die Krise wirkte sich bald auch auf dem Arbeitsmarkt aus. So sah sich der Staat gezwungen, Mitte der 1970er-Jahre Maßnahmen in Form von Investitionen des Bundes zu treffen. Die erhoffte Wirkung blieb nicht aus, sodass die Rezession bereits 1976 zum Stillstand kam. Die innenpolitische Gliederung wurde durch die Gründung des 26. Schweizer Kantons »Jura« verändert, die durch eine gesamtschweizerische Volksabstimmung am 24. September 1978 beschlossen und am 1. Januar 1979 umgesetzt wurde. Ein weiterhin beherrschendes Thema ist das Verhältnis zur EU.

Das Frauenwahlrecht in der Schweiz

Am 7. Februar 1971 führte die Schweiz durch eine Volksabstimmung das Stimmrecht für Frauen auf eidgenössischer Ebene ein, wobei dies nicht in allen Kantonen befürwortet wurde. So kam es in den entsprechenden Kantonen erst mit zeitlicher Verzögerung zur tatsächlichen Einführung des Frauenwahlrechts.

Chronologie

1946, 21. Mai: Washingtoner Abkommen: Die Schweiz überlässt den Westmächten die Hälfte der deutschen Guthaben und bezahlt ihnen für den Erwerb des deutschen Raubgoldes 250 Millionen Franken. Im Gegenzug werden die eingefrorenen schweizerischen Guthaben freigegeben. Das Abkommen ist ein erster wichtiger Schritt aus der Isolation.

1956: Lebhafte Sympathiekundgebungen für den Volksaufstand in Ungarn. Insgesamt rund 13.000 Flüchtlinge aus Ungarn werden unkontrolliert aufgenommen.

1972: Die Schweiz schließt ein Freihandelsabkommen mit der EG.

1973, 3. Juli: Die Teilnahme der Schweiz an der KSZE-Konferenz in Helsinki zeigt eine stärkere Öffnung der Außenpolitik.

1986, 16. März: Volksabstimmung zum UNO-Beitritt mit negativem Ausgang (75,5 Prozent »Nein«).

1998, 7. Juni: Die Großbanken Credit Suisse und UBS erklären sich bereit, 1,25 Milliarden US-Dollar an überlebende Opfer der Judenverfolgung und deren Erben zu zahlen, soweit diese Konten in der Schweiz hatten.

2002, 3. März: Bei einer Volksabstimmung wird mit 54,6 Prozent der abgegebenen Stimmen ein Beitritt der Schweiz zur UNO befürwortet. Die Ständemehrheit ist mit 12:11 Stimmen dagegen knapper: Im Kanton Wallis beträgt die Mehrheit nur 1350 Stimmen. Der Beitritt erfolgt am 10. September.

 

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