Vesper

Die Vesper (lat. vespera = Abend) ist das feierliche Abendgebet der Kirche und gehört zusammen mit den Laudes, dem Morgengebet, zu den wichtigsten Stunden des täglichen Stundengebets. Sie heiligt den Übergang vom Tag zur Nacht und lädt dazu ein, den vergangenen Tag dankbar vor Gott zu bringen. Der Aufbau entspricht weitgehend dem anderer Tagzeitenliturgien: Eröffnung, Psalmen, kurze Lesung, Fürbitten und Vaterunser. Höhepunkt der Vesper ist das Magnificat, der Lobgesang Mariens („Meine Seele preist die Größe des Herrn“, Lk 1,46–55).

Von alters her ist die Vesper eng mit dem Licht verbunden. Wenn der Abend anbricht und die Dunkelheit naht, wird Christus als das wahre Licht gepriesen. Deshalb kann die Feier mit dem Entzünden von Kerzen oder mit einem besonderen Lichtdank verbunden sein (Lucernar). In den Psalmen und Fürbitten werden Freude und Mühe des vergangenen Tages vor Gott getragen; zugleich richtet sich der Blick auf seinen Schutz in der kommenden Nacht.

An Sonn- und Festtagen hat die Vesper eine besondere Bedeutung. Bereits am Vorabend wird mit der sogenannten Ersten Vesper liturgisch das Fest eröffnet; am Abend des Festtages folgt die Zweite Vesper. Diese Ordnung knüpft an die jüdische Tradition an, nach der ein neuer Tag bereits mit dem Abend beginnt.

Manuel Uder, Trier

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