Teilnahme, tätige

Zentraler Begriff der Liturgischen Bewegung, der besagt, dass nicht allein der Priester in der Liturgie handelt, sondern genauso die Laien aufgrund ihres allgemeinen Priestertums durch die Taufe und die Firmung. Somit ist die tätige Teilnahme die in der Liturgiekonstitution (SC) des Zweiten Vatikanischen Konzils geforderte Haltung der Gläubigen in liturgischen Feiern. Die Gläubigen sollen nicht passive Zuhörer und Zuschauer sein, sondern durch Gesänge, Akklamationen (Antwortrufe z.B. "Deinen Tod, o Herr, verkünden wir …") und durch das stille Mitbeten der Priestergebete aktiv am Gottesdienst teilnehmen. Darüber hinaus sind sie aufgefordert, durch das Ausüben eigener liturgischer Dienste als Lektor, Kantor, Kommunionhelfer, Ministrant etc. den Gottesdienst mitzugestalten.

Die Liturgiekonstitution geht in mehreren Punkten auf die tätige Teilnahme ein:
27. "… seine einzelnen Glieder aber kommen mit ihnen [den Feiern] in verschiedener Weise in Berührung je nach der Verschiedenheit von Stand, Aufgabe und tätiger Teilnahme."
30. "Um die tätige Teilnahme zu fördern, soll man den Akklamationen des Volkes, den Antworten, dem Psalmengesang, den Antiphonen, den Liedern sowie den Handlungen und Gesten und den Körperhaltungen Sorge zuwenden …" u. a.

Die Einführung der Muttersprachen durch die Liturgiereform ist ein wesentlicher Schritt zur Befähigung der Laien zur tätigen Teilnahme an liturgischen Feiern (SC 36 § 2; 54). Besonders wird die tätige Teilnahme durch den Kommunionempfang zum Ausdruck gebracht, zu dem die Liturgiekonstitution bei jeder Mitfeier der Eucharistie rät (SC 55).

In den meisten Sonntagsmessen ist der Gang zum Tabernakel vor der Kommunionausteilung die Regel. Aber es soll doch nur bei besonderer Notwendigkeit die Kommunion aus dem Tabernakel ausgeteilt werden, oder? A. G.

Sie haben völlig recht: Alle Feiernden sollen in der Kommunion von den Hostien empfangen, die in derselben Messfeier konsekriert worden sind. Es ist nämlich nicht dasselbe, ob die Kommunion mit den Hostien aus der gerade gefeierten Messe oder aus dem Tabernakel empfangen wird: Die Kommunion ist nur im Zusammenhang der ganzen Feier zu verstehen: die Bereitung der Gaben, das Hochgebet, die Brechung des Brotes und der Empfang gehören untrennbar zusammen und sollen nicht auseinander gerissen werden. Entsprechend empfahl schon das 2. Vatikanische Konzil: „Mit Nachdruck wird jene vollkommenere Teilnahme an der Messe empfohlen, bei der die Gläubigen nach der Kommunion des Priesters aus derselben Opferfeier den Herrenleib entgegennehmen.“ (SC 55) Und die Allgemeine Einführung in das Messbuch wünscht, „dass für die Kommunion der Gläubigen die Hostien möglichst in jeder Messe konsekriert werden“ (AEM 56h). Auch die Eucharistie-Instruktion „Redemptionis Sakramentum“ betont dies (Nr. 89). Der Gang zum Tabernakel soll also wirklich nur im Notfall geschehen. Sinnvoller als vor der Kommunionausteilung wäre er währenddessen, eben dann, wenn ein vorher nicht absehbarer Bedarfsfall eintritt.

Redaktion

Wie ist der Empfang der Kommunion unter beiden Gestalten vorgesehen? Darf beispielsweise die Hostie in den Kelch getunkt werden?

Die Art des Kommunionempfangs unter beiden Gestalten ist in der „Grundordnung des Römischen Messbuchs“ (GORM), die allerdings noch nicht rechtlich verbindlich ist, folgendermaßen geregelt:

„Wenn die Kommunion des Blutes Christi durch Trinken aus dem Kelch geschieht, geht der Kommunikant, nachdem er den Leib Christi empfangen hat, zum Diener am Kelch und bleibt vor ihm stehen. Der Diener spricht: Das Blut Christi (Sanguis Christi), der Kommunikant antwortet: Amen. Der Diener reicht ihm den Kelch, den der Kommunikant selbst mit seinen Händen zum Mund führt. Der Kommunikant trinkt ein wenig aus dem Kelch, gibt ihn dem Diener zurück und entfernt sich; der Diener aber wischt den Kelchrand mit einem Kelchtuch ab.

Wenn die Kelchkommunion durch Eintauchen geschieht, tritt der Kommunikant zum Priester, wobei er die Kommunionpatene unter den Mund hält; der Priester hält das Gefäß mit den heiligen Hostien; an seiner Seite steht der Diener, der den Kelch hält. Der Priester nimmt eine Hostie, taucht einen Teil von ihr in den Kelch, zeigt sie und spricht dabei: Der Leib und das Blut Christi (Corpus et Sanguis Christi); der Kommunikant antwortet: Amen, empfängt vom Priester das Sakrament mit dem Mund und entfernt sich darauf.“ (GORM 286-287).

Nicht vorgesehen ist die Praxis, dass die Kommunikanten die Hostie in die Hand empfangen und diese anschließend selbst in den Kelch eintauchen."