Lesung

Als Lesung oder Schriftlesung bezeichnet man in der Liturgie die Verkündigung eines Abschnitts aus der Heiligen Schrift im Gottesdienst. Sie ist mehr als das bloße Vorlesen eines biblischen Textes: Im Glauben der Kirche spricht Christus selbst zu seiner versammelten Gemeinde; der Lektorendienst ist folglich sein Sprachrohr. Die Lesungen werden von einem eigenen Ort im Kirchenraum – dem Ambo – aus vorgetragen und mit dem Ruf „Wort des lebendigen Gottes“ abgeschlossen. Die ausgewählten Bibelabschnitte heißen Perikopen

Im Wortgottesdienst der Messfeier und in der Wort-Gottes-Feier sind an Sonn- und Hochfesten in der Regel drei Schriftlesungen vorgesehen: eine Lesung aus dem Alten Testament, eine Lesung aus den Apostelbriefen oder der Offenbarung des Johannes sowie das Evangelium. An Werktagen gibt es nur eine Lesung und das Evangelium. Um den „Tisch des Wortes Gottes reicher zu bereiten“ (SC 51), führte das Zweite Vatikanische Konzil für Sonn- und Festtage einen dreijährigen Lesezyklus (Lesejahr A, B und C) und für Werktage einen zweijährigen Lesezyklus (Jahr I und II) ein (vgl. Leseordnung).

Auch andere Gottesdienste kennen Lesungen aus der Heiligen Schrift. Im Stundengebet gehören sie zu jeder Gebetszeit; die Lesehore enthält darüber hinaus längere biblische Lesungen sowie eine zweite Lesung aus den Schriften der Kirchenväter, heiliger Frauen und Männer oder kirchlicher Dokumente. So erschließt die Liturgie den Reichtum der Bibel und der kirchlichen Tradition und lädt dazu ein, das gehörte Wort im Leben wirksam werden zu lassen.

Manuel Uder, Trier

Fragen & Antworten

Gottesdienst-Hefte

Die Zeitschrift Gottesdienst im Abo

Unsere Zeitschrift bietet Ihnen Beiträge zu Grundfragen und neuen Entwicklungen im Bereich gottesdienstlicher Feiern, einen Praxisteil mit erprobten Textvorlagen und konkreten Modellen für den katholischen Gottesdienst sowie Hinweise auf aktuelle Vorgänge, Ereignisse und Tagungen. 

Zum Kennenlernen: 3 Heft gratis

Jetzt gratis testen