Schriftlesung

Das (Vor-)lesen von Perikopen, d.h. Textabschnitten, aus der Heiligen Schrift mit dem Ziel der Verkündigung und der Stärkung des Glaubens und der Bereitschaft, nach christlichen Maßstäben zu leben. Im Wortgottesdienst der Messfeier sind sonntags drei und werktags zwei Schriftlesungen vorgesehen.

Nach der Vorstellung des Zweiten Vatikanischen Konzils soll der "Tisch des Wortes reich gedeckt sein", also ein möglichst großer Abschnitt der Heiligen Schrift gelesen werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden drei Lesejahre (A, B, C) für die Eucharistiefeier an Sonn- und Feiertagen eingeführt.

Das Stundengebet kennt über die biblischen Schriftlesungen hinaus so genannte Väterlesungen, Ausschnitte von Schriften, die, zumeist von Heiligen verfasst, den Leser oder Zuhörer ebenfalls in oben beschriebener Weise stärken sollen. Diese Lesungen sind Teil der so genannten Lesehore, lat. hora (= Stunde), die in Klöstern täglich gehalten wird, und der Vigil (nächtliche Lesestunde) vor Sonn- und Festtagen.