Kirchenjahr, Struktur

Christen leben nach dem gleichen bürgerlichen Kalender wie die ganze westliche Welt. Dennoch hat die Kirche einen besonderen liturgischen Kalender - als Modell, nach dem sich das liturgische Jahr richtet. Da gibt es Feiertage mit festem Datum, z.B. Weihnachten, und bewegliche Feste, die jedes Jahr ein anderes Datum haben, z.B. die Mitte des Kirchenjahres: die Drei Österlichen Tage. Sie reichen von der Abendmahlsmesse am Gründonnerstag abend bis zur Vesper am Ostersonntag. Der Oster-Termin richtet sich - wie das jüdische Pessach-Fest - nach dem ersten Frühlings-Voll­mond. Vor Ostern liegt die 40-tägige Österliche Bußzeit, „Quadragesima“, die am Aschermittwoch beginnt. An den Ostersonntag schließt sich die 50-tägige Osterzeit an, die bis Pfingsten geht.

Die zweite geprägte Zeit im Kirchenjahr ist die Advents- und Weihnachtszeit. Die Daten der Adventssonntage sowie der Sonn- und Festtage in der Weihnachtszeit ergeben sich ausgehend vom 25. Dezember, dem Weihnachtsfest. Die Weihnachtszeit reicht bis zum Hochfest Erscheinung des Herrn, das immer am 6. Januar gefeiert wird. Am Sonntag danach beginnt mit dem Fest Taufe des Herrn die Zeit im Jahreskreis. Diese Zeit dauert zunächst bis zur Fasten- und Osterzeit und dann von Pfingsten bis zum Christkönigs-Sonntag. Danach beginnt mit der Adventszeit ein neues Kirchenjahr. Damit man am Ende des Kirchenjahres mit den fortlaufend gezählten Sonntagen im Jahreskreis auskommt, werden gegebenenfalls zwischen dem Jahreskreis-Sonntag vor und jenem nach dem Osterfestkreis in der Zählung ein oder zwei Sonntage ausgelassen.

Redaktion