Firmung

Lat. confirmatio (= Stärkung), neben der Taufe und der Eucharistie eines der drei so genannten Initiationssakramente, durch die ein Mensch in die Gemeinschaft der Kirche aufgenommen wird. Bei der Firmung empfängt der Firmkandidat durch Handauflegung und Salbung des Bischofs den Heiligen Geist und wird so als mündiges Mitglied mit den sich daraus ergebenden Rechten und Pflichten in die katholische Kirche aufgenommen.

Die Bedeutung des Heiligen Geistes für die Kirche zeigt sich im Pfingstereignis (Apg 2). In Apg 2,38 stellt Petrus die Beziehung zwischen der Taufe und dem Empfangen des Heiligen Geistes als deren Folge her. In den ersten Jahrhunderten fand die Firmung dementsprechend im unmittelbaren Anschluss an die Tauffeier in der Osternacht statt. Erst ab dem 4. Jahrhundert spendete auch der Priester das Sakrament der Taufe und infolgedessen kam es zu einer zeitlichen Trennung zwischen Firmung und Taufe. Während seit dem 13. Jh. ein Firmalter ab sieben Jahren vorgeschrieben wurde, werden Jugendliche heute in der Regel im Alter von ca. 12-16 Jahren nach einer Zeit der Vorbereitung gefirmt. Das höhere Firmalter wird mit der größeren Reife und dem besseren Verständnis der Heranwachsenden begründet. Dadurch wird jedoch die Beziehung zwischen den Initiationssakramenten (Sakramente der Aufnahme in die Kirche) Taufe und Firmung geschwächt, zumal Kinder die Erstkommunion im Grundschulalter also zwischen Taufe und Firmung empfangen.Eine Ausnahme zu dieser Trennung der Initiationssakramente bildet die Eingliederung Erwachsener in die Kirche. Hier werden in einem Gottesdienst, in der Regel in der Osternacht, zunächst die Taufe und dann die Firmung gespendet. In der anschließenden Eucharistiefeier empfängt der Neophyt die Erstkommunion.

Jeder Firmling hat einen Paten, der der Taufpate sein kann. Um den Zusammenhang zum Sakrament der Eucharistie darzustellen, findet die Firmung im Rahmen einer Messfeier statt. Der reguläre Spender der Firmung ist der Bischof, der aber auch Priester mit diesem Dienst beauftragen kann. Außerdem können sie bei einer sehr großen Anzahl von Firmlingen vom Bischof mit in den Dienst einbezogen werden. Des Weiteren darf ein Priester in Todesgefahr die Firmung spenden.

Der Ritus der Firmspendung nach dem Evangelium im Rahmen einer Messfeier hat folgenden Ablauf:

  • Erneuerung des Taufbekenntnisses,
  • Einladung der Gemeinde zum Gebet und Gebet um den Heiligen Geist,
  • Chrisamsalbung der Firmlinge: Die Firmlinge treten gemeinsam mit ihren Paten einzeln oder in kleinen Gruppen vor den Bischof. Dieser zeichnet jedem Firmling mit Chrisamöl ein Kreuz auf die Stirn und spricht: »N., sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den Heiligen Geist.« Der Gefirmte antwortet: »Amen«. Der Bischof erwidert: »Der Friede sei mit dir.«
  • Auf die Firmspendung folgen die Fürbitten, an die der Eucharistieteil des Gottesdienstes anschließt.

In unserer Gemeinde war am 1. Fastensonntag Firmung, allerdings ohne brennende Osterkerze. Die Leute haben sich beschwert, denn eigentlich muss sie doch da sein wegen des engen Bezugs der Firmung zu Taufe. Anders war es bei einer Taufe am 2. Fastensonntag: Dort brannte die Osterkerze neben dem Taufbecken. Wann soll sie nun brennen, wann nicht? Sollten vielleicht in der Fastenzeit überhaupt keine Taufen oder Firmungen stattfinden? C.-E. H.

Die Osterkerze, die in der Osternacht als Symbol des Auferstandenen feierlich entzündet, in die Versammlung getragen und besungen wird, ist das zentrale Symbol des Auferstandenen in der Osterzeit. Außerhalb dieser 50 Tage sollte sie normalerweise nicht brennen, um ihre Aussagekraft nicht zu mindern. Doch gibt es auch Anlässe, zu denen es sinnvoll ist, die Osterkerze brennen zu lassen. Ein solcher ist die Tauffeier, weil durch sie der Mensch aufgenommen wird in die Heilsgemeinschaft, die in Jesu Auferstehung gründet. Entsprechendes gilt auch für die Firmung, da mit ihr der Weg der vollen Eingliederung in die Kirche fortgesetzt wird.

Ein allgemeines Verbot für Taufen und Firmungen innerhalb der Österlichen Bußzeit gibt es nicht. Um den Charakter dieser 40 Tage als Vorbereitungszeit auf Ostern bzw. auf die Osternacht, in der traditionell die Sakramente der Eingliederung in die Kirche (Taufe, Firmung, Erstkommunion) gespendet werden, ernst zu nehmen, sollte man jedoch diese Feiern nur in dringenden Ausnahmefällen zulassen.

Manuel Uder

Was bedeutet eigentlich das Patenamt? Wer kann Taufpate/patin werden? Und welche Verpflichtungen sind damit verbunden?

In der katholischen Kirche gibt es das Patenamt bei den Sakramenten der Eingliederung: Taufe und Firmung. Schon in der frühen Kirche brauchte jeder erwachsene Taufbewerber einen Bürgen, der seine Bereitschaft zur Christwerdung und seinen Lebenswandel garantierte. Dieser bezeugte auch Taufe und Firmung, die ursprünglich eine Einheit bildeten. Bei der Kindertaufe wurde dieser Brauch übernommen. Mit der Loslösung der Firmung von der Taufe entwickelte sich ein eigenes Firmpatenamt, wobei empfohlen - nicht vorgeschrieben - wird, dass der/die Taufpate/patin auch diesen Dienst übernimmt. Bei der Taufe von Kindern geht es um die Unterstützung der Eltern bei der christlichen Erziehung. Der Pate / die Patin verspricht, dem Kind beim Hineinwachsen in den christlichen Glauben und in die Gemeinde zu helfen. Deshalb muss man, um in der katholischen Kirche ein Patenamt zu übernehmen, mindestens 16 Jahre alt, getauft und gefirmt sein und die Eucharistie bereits empfangen haben; man muss der katholischen Kirche angehören und ein Leben führen, das dem Glauben entspricht; man soll für das Patenamt geeignet und auch dazu bereit sein. Ein getaufter Nichtkatholik kann nur zusammen mit einem katholischen Paten Taufzeuge sein. Da die Taufe in die Kirche, aber auch in eine konkrete Gemeinde hinein geschieht, ist es sinnvoll, wenn Paten aus der jeweiligen Gemeinde kommen. Sie können so die Hilfe und Unterstützung direkt am Ort in der Gemeinde geben. Es wäre sehr zu wünschen, dass Gemeinden diesen wichtigen Dienst wieder neu entdecken.

Redaktion