Heft 2/2020Schwerpunkt: Lernort Weltkirche

Inhalt

»Die Welt ist ein Dorf.« Aufgrund von Globalisierung und Digitalisierung erscheint die Welt immer kleiner und vernetzter. Heute sind wir noch in Deutschland, morgen in Ghana, übermorgen in Pakistan. Auch junge Erwachsene sind im »Reisefieber« und so mobil wie nie zuvor. Unter dem Thema »Lernort Weltkirche« fragen wir, wie interkulturelles Lernen auf Augenhöhe im Rahmen von internationalen Freiwilligendiensten nachhaltig gelingen kann.

Clara Braungart nimmt dazu eine Unterscheidung zwischen kirchlichen, staatlichen und kommerziellen Jugendfreiwilligendiensten vor. Nachfolgend schildern junge Erwachsene, die an unterschiedlichen Freiwilligenprogrammen von Orden und Bistümern im Ausland teilgenommen haben, ihre prägendsten Erfahrungen und Erkenntnisse. Auch eine »Reverse-Freiwillige« aus Pakistan sowie eine Ausbilderin aus Argentinien kommen zu Wort. Wie schwer es dabei fallen kann, im neuen Einsatzland anzukommen, thematisiert Dario Hülsmann in seinem Beitrag über die Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung, die es ermöglichen, über SocialMedia, WhatsApp und Co. mit Familie und Freunden in der Heimat im regen Austausch zu bleiben. Benjamin Haas betont die Notwendigkeit, die Freiwilligen mithilfe qualifizierter Vor- und Nachbereitungsseminare für dekoloniale Perspektiven zu sensibilisieren und so einen reinen »Voluntourismus«, bei dem lediglich das persönliche Abenteuer im Vordergrund steht, zu vermeiden. Er zeigt auf, wie schwer es ist, wahrhaft emanzipatorisches Lernen und solidarisches Engagement zu fördern, ohne dabei koloniale Haltungen zu reproduzieren. Ergänzend dazu erörtert Schwester Christiana N. Idika die Bedeutung kirchlicher Bildung für die Re-Interpretation von Grundauffassungen über unser gemeinsames Menschsein, unsere Umwelt und unsere spezifischen Verschiedenheiten, um anhaltende sozialgesellschaftliche sowie politische Hierarchien zu überwinden.