Anzeige: Die neue Freiheit genießen und gestalten. Ein Reiseführer in den Ruhestand von Traugott Schächtele

Artikel

Online

2026

  • Bestattungskultur in einem multireligiösen Deutschland: Viele Wege zum letzten Ort

    Auf vielen kommunalen Friedhöfen liegen christliche Wahlgräber, muslimische Grabfelder, anonyme Urnengemeinschaftsanlagen und individuell gestaltete Erinnerungsorte heute nur wenige Wege voneinander entfernt. Das zeigt, wie vielfältig Deutschland geworden ist. Wer über einen Friedhof geht, sieht längst nicht mehr nur eine Form des Abschieds. Er sieht viele.

  • Ein zukunftsträchtiges Szenario: Ehrenamtliche Begräbnisleiter

    Wenn manche beim Blick auf den Zustand der Kirche eher erschöpft die Augen schließen wollen, lohnt es sich, Erfahrungen anzuschauen, wie Zukunft entsteht. Vor unserem geistigen Auge können sich Szenarien entfalten, an deren „Wirklichkeit-Werden“ wir mitgestalten können. Unsere Erfahrung, wie die anderer, werden Material einer gestaltungsfähigen Vorstellungskraft. Es kling fast paradox, dass Frauen und Männer als Begräbnisleiter weit über ihr Tätigkeitsfeld hinaus zum belebenden und anregenden Impuls, zum Szenario werden können.

  • Zur Relevanz einer kirchlichen Bestattungskultur: Bestattungskultur im Stresstest

    „Nichts ist so beständig wie der Wandel“ (Heraklit). Das gilt auch für das inzwischen unübersichtlich gewordene Feld der Bestattungskultur, deren Transformation seit der Jahrtausendwende von einer sprunghaften Ausdifferenzierung der Möglichkeiten begleitet wird. Nicht nur durch Novellierungen des länderbasierten Bestattungsgesetzes (wie in Rheinland-Pfalz 2025), sondern auch durch KI sind Fragen des angemessenen Umgangs mit den Toten laut geworden. Im Folgenden sollen Schlaglichter auf gegenwärtige soziokulturelle Entwicklungen geworfen werden, die einerseits die Bestattung der Verstorbenen betreffen und sich andererseits auf deren Angehörige auswirken. Schließlich bleibt zu fragen, welchen Beitrag die Kirche für einen humanen Umgang mit den Toten leisten kann.

2025

2021

2016

2015

Sterbebegleitung

Die Sterbebegleitung ist eine besonders wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe, die Menschen für einen anderen Menschen übernehmen können. Die Rahmenbedingungen können sehr unterschiedlich sein, da diese vom Verlauf des Lebens und der menschlichen Gesundheit geprägt sind.

Die Begleitung und der Umgang mit dem Lebensende ist höchst individuell, da jeder Mensch als Individuum seine persönliche Geschichte, seine Empfindungen und Gefühle, seine Gebrechen, seine ganze Persönlichkeit mitbringt.

In der Beschäftigung und der Umgang mit dem Lebensende ist für viele Menschen eine tiefgehende Herausforderung. Manche Sterbende können die Tatsache, dass das Lebensende naht, für sich nicht wahrhaben und es sich nicht eingestehen. Ebenso ist es für viele schwierig, die Gründe des baldigen Todes zu begreifen: Eine gesunde Lebensweise, kein übermäßiger Konsum von Genussgütern und genügend Bewegung, bis dann die Diagnose kam. Therapie-Ansätze, Ärzte oder Gebete können lebensverlängernde Hoffnungen machen. Viele Menschen fallen im Sterbeprozess auch in Trauer, da verschiedene Ereignisse nicht mehr erlebt, Ziele nicht mehr erreicht oder wichtige Anliegen nicht mehr geklärt werden können.

Die Begleiter:innen sind in erster Linie für die Sterbenden da, damit sie als Zuhörer:in, Verstädnisvolle:r und als Ansprechpartner:in zur Verfügung stehen. Geistliche Impulse, Bilder und Musikstücke können, in der Rückhand, hilfreich sein, sollten jedoch nicht unaufgefordert platziert werden.  

Für den Prozess der Sterbebegleitung ist es wichtig, dass Begleiter:innen auf die eigene physische wie psychische Gesundheit achten und sich bestenfalls schon einmal mit der Thematik befasst haben.

Sterbesakramente

Die Sakramente der Kirche begleiten die wichtigen Stationen im Leben: Taufe, Erstkommunion und Firmung in Kindes- und Jugendalter, die Ehe und Priesterweihe im Erwachsenenalter und die Krankensalbung bei Krankheit und im hohen Alter. Das Beichtsakrament ist für alle Lebensabschnitte gedacht.

In der Tradition haben sich die sog. Sterbesakramente entwickelt, die für die Beichte, die Eucharistie und die Krankensalbung stehen. Die Beichte ermöglicht dem Sterbenden das Leben vor Gott noch einmal zu Reflektieren und ungeklärte Anliegen zu thematisieren. Der Priester spricht in solchen Situationen auch die Generalabsolution, mit der alle Sünden vergeben werden.  Die Krankensalbung als Anerkennung des Leids und als Stärkung für den Leib zu verstehen, der untrennbar zur Seele, zum Menschen, dazugehört. Die Eucharistie wird als „Wegzehrung“ gespendet, die den Menschen auf seiner Reise zu Gott nährt.

Der Tod ist, im christlichen Verständnis, ein wichtiger Bestandteil des Lebens. Jedoch ist mit dem Tod das Leben noch nicht beendet: Als Christen glauben wir an die Auferstehung der Toten und an das ewige Leben bei Gott.

Sterbebegleitung und Sterbesakramente heute

Es gibt immer mehr Menschen, die seelsorgerische Angebote zum Lebensende wahrnehmen wollen. Dies stellt die Klinikseelsorger:innen, Priester und die zuständige Pfarrei vor Ort vor Herausforderungen, da viele pastorale Mitarbeiter und Priester durch ihre Arbeit sehr gut bis zu sehr ausgelastet sind.

Die Seelsorge muss sich dieser Situation stellen und neue Möglichkeiten gestalten, um Sterbenden und Seelsorger:innen gleichzeitig gerecht zu werden.

Aaron Wannrich