Hegels philosophische Theologie nach Kant

Zusammenfassung / Summary

Während Hegel sich vordergründig der kantischen Kritik der rationalen Theologie anschließt und die philosophische Gotteslehre durch eine Philosophie der Religion ersetzt, entwickelt er zugleich einen an die christliche Religion rückgebundenen Begriff Gottes als Geist. In der „Wissenschaft der Logik“ kritisiert Hegel den Gottesbegriff der transzendentalen Theologie als leer und abstrakt. Dem Gedanken des allerrealsten Wesens stellt er sein Konzept der absoluten Idee gegenüber, die den Bezug auf ihr Anderes in sich enthält. Um das Absolute als Gott zu identifizieren, greift Hegel im letzten Teil seines Systems auf die Vorstellungen zurück, die sich das Christentum von Gott gemacht hat. In der Philosophie der geoffenbarten Religion setzt er den absoluten Geist mit dem Gott des christlichen Glaubens in Beziehung. Die Strategie Hegels weist überraschende Parallelen zu Volker Gerhardts „Versuch über das Göttliche“ (2014) und Holm Tetens’ „Versuch über rationale Theologie“ (2015) auf.

In a superficial sense, Hegel endorses Kant’s criticism of rational theology, replacing it by philosophy of religion. At the same time, Hegel develops a conception of God as spirit, bound up with the Christian religion. In the Science of Logic, Hegel censures transcendental theology for the abstractness and emptiness of its concept of God. He opposes the concept of the most real being to his own conception of the absolute idea which contains the relation to its other. To identify the absolute as God, in the last part of his system Hegel relies heavily on Christian representations of God. In the philosophy of revealed religion, he relates absolute spirit to the God of Christian faith. Hegel’s strategy shows a surprising correspondence with two recent essays in philosophical theology by Volker Gerhardt and Holm Tetens.

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