Volk Gottes (Laien)

In der Abkürzung Volk meist Bezeichnung für die Gemeinde im Unterschied zum Klerus, wobei die aus dem Griechischen stammende Bezeichnung Laien (laós = Volk) inzwischen in derselben unterscheidenden Weise gebraucht wird, obwohl damit eigentlich das Volk (Gottes) aller Getauften im Unterschied zu den Nicht-Getauften gemeint ist: "Einst wart ihr nicht sein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk" (1 Petr 2, 10).

Jede liturgische Handlung ist eine Handlung des Volkes Gottes und verlangt die volle, aktive Teilnahme aller Gläubigen: "Die Mutter Kirche wünscht sehr, alle Gläubigen möchten zu der vollen, bewussten und tätigen Teilnahme an den liturgischen Feiern geführt werden, wie sie das Wesen der Liturgie selbst verlangt und zu der das christliche Volk, 'das auserwählte Geschlecht, das königliche Priestertum, der heilige Stamm, das Eigentumsvolk' (1 Petr 2, 9; vgl. 2,4-5) kraft der Taufe berechtigt und verpflichtet ist. Diese volle und tätige Teilnahme des ganzen Volkes ist bei der Erneuerung und Förderung der heiligen Liturgie aufs Stärkste zu beachten, ist sie doch die erste und unentbehrliche Quelle, aus der die Christen wahrhaft christlichen Geist schöpfen sollen" (Liturgiekonstitution SC 14).

Wir sind als Gemeinde neu mit fünf anderen in einer Seelsorgeeinheit zusammen. Jetzt wurde erstmals die Frage der Fronleichnamsprozession angesprochen. Ein Vorschlag ist: Der Priester hält die Messe, aber die Prozession leitet dann ein Laie, während der Priester zur nächsten Messe weiterfährt. Ist das so OK? A. G.

Diese Art Arbeitsteilung wird in der Rahmenordnung für die Zusammenarbeit von Priestern, Diakonen und Laien im Bereich der Liturgie „Zum gemeinsamen Dienst berufen“ (Die deutschen Bischöfe 62), Nr. 50, ausdrücklich ausgeschlossen. Das wird auch begründet: „Eine eucharistische Prozession ohne ordinierten Vorsteher ist wegen des Wegfalls des Segens nicht möglich.“ Und vorher heißt es: „Wegen der engen Verbindung einer eucharistischen Prozession mit der Messfeier und der mit ihr verbundenen Erteilung des sakramentalen Segens kommt es dem Priester oder Diakon zu, das Allerheiligste in einer eucharistischen Prozession, namentlich in der Fronleichnamsprozession, zu tragen.“ Es geht also bei der Fronleichnamsprozession nicht einfach darum, den Herrn in der Gestalt des Brotes durch die Gemeinde zu tragen, sondern der eucharistische Segen ist ein wesentlicher Teil, auf den nicht verzichtet werden kann. Eucharistiefeier, Prozession und Segen bilden eine Einheit, so dass nicht einfach die Leitung übergeben werden kann. Der Priester ist der Vorsteher der gesamten Feier; es wäre unwürdig, seinen Dienst auf die Konsekrationsvollmacht zu beschränken.

Eduard Nagel

Wir sind im Liturgieausschuss nicht einig zum Thema Segnen. Können auch Laien den Segen auf die Gemeinde herab rufen und dabei wie der Priester mit der Hand das Segenszeichen machen? Oder dürfen sie nur ein Kreuzzeichen machen? F. K.

Die Deutschen Bischöfe schreiben dazu in ihrer Rahmenordnung für die Zusammenarbeit von Priestern, Diakonen und Laien im Bereich der Liturgie „Zum gemeinsamen Dienst berufen. Die Leitung gottesdienstlicher Feiern“ (Die deutschen Bischöfe 62), Bonn 1999, in Absatz 64 folgendes: „Über die Gemeinde am Ende einer gottesdienstlichen Versammlung mit dem Kreuzzeichen den Segen zu spenden, kommt nur den geweihten Amtsträgern zu. Laien sprechen die Segensbitte: ‚Es segne uns …' Dabei bezeichnet er sich selbst mit dem Kreuzzeichen, wie es alle Mitfeiernden tun.“ - Laien sprechen also den Segen in der „Wir“-Form und bezeichnen sich dabei ebenso wie die übrigen Feiernden selbst mit dem Kreuzzeichen. Das Segenszeichen über die Gemeinde mit der ausgestreckten Hand ist Priestern und Diakonen vorbehalten. Bei familiären Segnungen oder auch als Segensgeste über Personen in Gottesdiensten können Laien jedoch auch das kleine Kreuzzeichen mit dem Daumen auf die Stirn zeichnen. Bei der Segnung von Gegenständen allerdings entfällt das Kreuzzeichen mit der Hand. Laien können die Gemeinde auch zum Segen mit Weihwasser besprengen und mit Weihwasser Gegenstände segnen.

Redaktion

Als Gemeindereferentin werde ich gelegentlich gebeten, Weihwasser zu segnen. Darf ich das? M. T.

Die Segnung von Weihwasser durch Laien ist in der „Rahmenordnung für die Zusammenarbeit von Priestern, Diakonen und Laien im Bereich der Liturgie“ („Zum gemeinsamen Dienst berufen“: Die deutschen Bischöfe, Nr. 62, www.dbk-shop.de) nicht aufgeführt. Dahinter steht vermutlich der Gedanke, dass das Weihwasser an die Taufe erinnert, die ja auch - außer im Notfall - Amtsträgern vorbehalten ist. Von den allgemeinen Prinzipien in der Pastoralen Einführung des Benediktionale her (Nr. 18-19) ist es denkbar, dass ein Laie auch Weihwasser segnet, wo solches gebraucht wird und kein Priester oder Diakon zur Verfügung steht. In der Rahmenordnung heißt es, dass Laien sinnvollerweise mit Segnungen beauftragt werden, „die eine Nähe zu (ihrem) pastoralen Tätigkeitsbereich“ haben (Nr. 54). So kann es sein, dass eine Gemeindereferentin bei einem Haus- oder Krankenbesuch gebeten wird, Weihwasser zu segnen, oder als Leiterin eines Begräbnisses in der Friedhofskapelle kein Weihwasser vorfindet. In einem solchen Fall spricht nichts dagegen, dass sie in einfacher Form mit einem der Segensgebete aus dem Benediktionale (S. 197 f.) Wasser segnet. Grundsätzlich empfiehlt das Benediktionale: „Die Segnung des Weihwassers soll am Sonntag nach dem Ritus des Messbuches geschehen“ (S. 193). So bleibt der Zusammenhang mit dem Taufgedächtnis gewahrt.

Eduard Nagel