Krankenkommunion

Kann ein Katholik aus gesundheitlichen Gründen nicht an der sonntäglichen Eucharistiefeier teilnehmen und dort die Kommunion empfangen, so kann sie ihm von einem Kleriker oder einem dazu beauftragten Laien an seinem Aufenthaltsort gespendet werden. Durch die Krankenkommunion wird die sakramentale Verbindung des Kranken mit der Gemeinde gepflegt. Sind Familienangehörige anwesend, können sie mitkommunizieren.

Eine besondere Form der Krankenkommunion ist die Kommunion eines Sterbenden, die so genannte Wegzehrung (lat. viaticum). Die Spendung der Krankenkommunion ist in einen kurzen Wortgottesdienst mit Schuldbekenntnis und Taufgedächtnis, Fürbitten, Vaterunser vor und Schlussgebet mit Schlusssegen nach der Kommunion eingebunden. Der genaue Ablauf des Ritus ist im Krankenrituale im Ritualeteil "Die Feier der Krankensakramente" verzeichnet.

Im „Letzten Tipp" in pgd 3/07 wurde vorgeschlagen, Hauskranken die Kommunion direkt aus der Abendmahlsmesse zu bringen. Aber freuen sich Kranke um diese Zeit über die Hauskommunion? Viel früher ist der Gottesdienst ja wohl kaum zu Ende, wenn ein halbwegs vernünftiger Zeitansatz gewählt wird. Aber die meisten Kranken schlafen dann zu dieser Zeit, so jedenfalls meine Erfahrung. Oder soll man den Abendmahlsgottesdienst praktischerweise schon um 16 oder 17 Uhr beginnen? Pfr. Thomas Kratzer

Ihre Frage ist sehr berechtigt. Mancherorts beginnt der Gottesdienst schon um 18.00 oder 18.30 Uhr. Da ist die anschließende Krankenkommunion in der Regel kein Problem. Wenn die Abendmahlsmesse erst um 19.30 oder noch später beginnt, ist der Vorschlag tatsächlich nicht mehr ohne weiteres durchführbar. Ganz ausgeschlossen erscheint er allerdings auch dann nicht unter der Voraussetzung, dass die Betreffenden eingeladen werden, vorher selbst z.B. die Abschiedsreden zu lesen oder eine entsprechende Andacht zu beten. Dazu eignen sich z. B. die Andachtsmodule GL 675,6; 675,8; 676,1; 676,3 bzw. die Andachten KG 224-227 sowie die Gesänge zu Jesus Christus und Eucharistie. Wenn Kranke nicht in der Lage sind, die Texte selbst zu lesen, findet sich vielleicht jemand aus der Familie, der das Vorlesen übernimmt. Das kann zu einem schönen Erlebnis von Hauskirche werden.

Der außerordentliche Zeitansatz hebt diesen Abend selbst und die Kommunion als etwas Außerordentliches hervor. Das entspricht der Bedeutung des Ereignisses, das jetzt gefeiert wird.

Redaktion

In einer Gemeinde habe ich gesehen, dass eine Frau beim Kommuniongang eine Hostie in ein mitgebrachtes Gefäß bekam und dieses einsteckte, bevor sie selbst kommunizierte. Auf Nachfrage erfuhr ich, so werde dort Kranken die Kommunion gebracht. Ist das erlaubt?

Die Kommunionspendung ist grundsätzlich Sache des Priesters und des Diakons; wo ihr Dienst nicht ausreicht, können beauftragte Kommunionhelfer/innen herangezogen werden. Ihr Dienst wurde nicht zuletzt geschaffen, um Kranken die Kommunion zu ermöglichen, wenn dafür nicht genügend Priester oder Diakone zur Verfügung stehen. So bringen vielerorts Kommunionhelfer/innen regelmäßig, z. T. jeden Sonntag, den Kranken, die dies wünschen, die hl. Kommunion. Dafür stellt die Gemeinde ein geeignetes Gefäß zur Verfügung, in das am Ende der Kommunionausteilung der Priester die Hostien legt. Dieses wird dann an dieser Stelle den Kommunionhelfer/innen übergeben oder nach der Messfeier von ihnen aus dem Tabernakel geholt. Ein Priester kann, wenn es wirklich notwendig ist, im Einzelfall eine geeignete Person mit der Kommunionspendung beauftragen. Wenn er Angehörigen die Kommunion für eine/n Kranke/n mitgibt, sollte dies keinesfalls ohne eine entsprechende Unterweisung geschehen und bezüglich Gefäß und Form den gleichen Regeln folgen wie das Überbringen durch eine/n auf Dauer beauftragte/n Kommunionhelfer/in.

Redaktion