Diakon

Inhaber eines kirchlichen Dienstamtes und unterster Weihegrad vor der Priester- und Bischofsweihe. Das Amt des Diakons ist schon in der Apg 6,1-7 bezeugt und versteht sich als Auftrag zum Dienst an den Bedürftigen der Gemeinde. "Da riefen die Zwölf die ganze Schar der Jünger zusammen und erklärten: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und uns dem Dienst an den Tischen widmen. Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit; ihnen werden wir diese Aufgabe übertragen" (Apg 6,2-3). Unter ihnen war der hl. Stephanus.

Seit dem 9. Jh. ist der Diakonat in der römischen Kirche nur noch eine Durchgangsstufe zum Priesteramt. Erst auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde er in seiner Bedeutung neu erkannt und - entsprechend der Caritas als Grundfunktion in der Kirche - zusätzlich zur Vorstufe zum Priesteramt in der Form des Ständigen Diakons wieder eingeführt (Lumen gentium 29). Dieser Dienst steht haupt- oder nebenberuflich tätigen, verheirateten Männern ab einem Alter von 35 Jahren offen sowie jüngeren Männern, die sich jedoch damit zum Zölibat verpflichten.

Der Diakon ist ebenso wie der Priester dem Bischof unterstellt und gelobt ihm in der Weihe Gehorsam. Sein Dienst ist in erster Linie die Caritas; zu seinen liturgischen Funktionen gehört die Leitung von Sakramentenfeiern wie Taufe und Eheschließung sowie von Beerdigungen. Der Diakon verfügt über Segnungsvollmacht. In der Messfeier kommen ihm die Aufgaben zu, das Evangelium zu verkünden, am Altar zu assistieren, die Kommunionspendung sowie die Hinwendung zur Gemeinde in der Einladung "Geheimnis des Glaubens", zum Friedensgruß "Gebt euch ein Zeichen des Friedens" und in der Aussendung "Gehet hin in Frieden". Außerdem darf der Diakon mit entsprechender Erlaubnis in der Messfeier predigen.

In unserer Gemeinde ist eine zwar friedliche, aber heftige Diskussion entstanden aufgrund von Unkenntnis. Wird eine Pontifikalmesse zelebriert, sei diese nur möglich, wenn ein geweihter Diakon dem Bischof zur Seite stehe. So die Aussage des Diakons. Damit wieder Ruhe zurückkehrt, bitte ich um eine Antwort. H.B.

Den Begriff „Pontifikalmesse" gibt es nicht als offiziellen Titel einer Messfeier. Was damit gemeint ist, ist das, was das betreffende liturgische Buch, das „Zeremoniale für die Bischöfe" (1998), als „Die feierliche Bischofsmesse des Diözesanbischofs" bezeichnet. Zur Frage nach der Mitwirkung von Diakonen gibt dort ein eigener Abschnitt (Nr. 122) Auskunft: „Es sollten üblicherweise mindestens drei Diakone mitwirken, von denen einer das Evangelium verkündet und zwei dem Bischof assistieren. Sind noch mehr Diakone anwesend, so sollen sie die Dienste unter sich aufteilen; wenigstens einer soll sich um die tätige Teilnahme der Gemeinde kümmern." So wichtig ihr Dienst in der bischöflichen Liturgie auch ist, nicht immer und überall stehen Diakone für die Feier zur Verfügung. Und daran soll und kann die feierliche Bischofsmesse, die schließlich Ausdruck der Einheit der Kirche vor Ort ist, auch nicht scheitern. So heißt es weiter: „Wenn jedoch keine Diakone teilnehmen können, ist es angebracht, dass ihre Dienste von Priestern übernommen werden, die in ihren liturgischen Gewändern mit dem Bischof konzelebrieren, auch wenn sie aus seelsorglichen Gründen eine weitere Messfeier halten müssen." (Nr. 122)

Eduard Nagel