Heft 6/2021Schwerpunkt: Religionsfreiheit

Inhalt

»Die öffentliche Aufmerksamkeit für die Religionsfreiheit hat zweifellos zugenommen«, konstatiert Heiner Bielefeldt, ehemaliger UN-Sonderberichterstatter für Religions- und Weltanschauungsfreiheit. Im Interview führt er zahlreiche Gründe für dieses gesteigerte Interesse auf.

In seinem Länderbericht zu Pakistan widmet sich Georg Evers den anhaltenden Herausforderungen, die mit dem Anti-Blasphemiegesetz einhergehen und konkretisiert am Fall der zum Tode verurteilten, schließlich aber freigesprochenen Christin Asia Bibi die fatalen Konsequenzen, die mit dem Vorwurf der Gotteslästerung einhergehen können. Bernd Hirschberger und Katja Voges analysieren in ihrem Artikel die Gefahr einer Vereinnahmung und Verzerrung der Religionsfreiheit durch rechtspopulistische Bewegungen und fragen nach der Verantwortung von Christ:innen, um dem entgegenzuwirken.

Daran anschließend beschreibt René Kuppe in einer eindrücklichen Reportage, inwieweit die Religionsfreiheit Indigener Völker in Brasilien durch den Landraub bedroht wird. Darüber hinaus weist er darauf hin, dass das bislang vorherrschende traditionelle Verständnis der Guaraní von der Heiligkeit der Natur durch die Vorstellung evangelikaler Christen abgelöst wird, der zufolge die Natur ein ausbeutbares Objekt ist.

Abschließend wirft Regina Elsner einen Blick auf die Situation der Religionsfreiheit in Russland, welche seit den Umbrüchen am Beginn der 1990er-Jahre zunehmend eingeschränkt wird. Sie thematisiert die Verschmelzung von kultureller Zugehörigkeit und religiösem Bekenntnis und inwieweit dies zu einer Abgrenzung gegenüber anderen, als fremd wahrgenommenen Gemeinschaften führt.

Mit dieser perspektivischen Vielfalt hoffen wir, Ihnen aktuelle Entwicklungen des Rechts auf Religionsfreiheit in der Weltkirche und dessen internationale Relevanz näher vorstellen zu können.