Anzeige: Der Herr hält unsere Hand. Unveröffentlichte Predigten. Band 1: Fasten- und Osterzeit. Von Benedikt XVI.

Kirchliche IdeenpolitikWofür stehen die Namen Thomas von Aquin und Immanuel Kant?

Im November wurde der Philosoph, Autor und Tagespost-Redakteur Sebastian Ostritsch erst zu einem Vortrag über Gottesbeweise an die Hochschule für Philosophie in München eingeladen, nach Protesten insbesondere von Studierenden aber wieder ausgeladen. Die Hochschule begründete ihre Absage damit, dass der akademische Diskurs zum eigentlichen Vortragsthema von anderen Debatten überlagert zu werden drohte. Auf die Absage folgten wiederum Vorwürfe etwa einer „Cancel Culture“. Georg Sans SJ, Studiendekan und Professor für Religions- und Subjektphilosophie an der Hochschule, kommentiert das Geschehen mit Fokus auf die angekündigten Vortragsinhalte: „Thomas von Aquin versus Immanuel Kant“, zwei Namen, die kirchenpolitisch häufig instrumentalisiert werden.

Außerdem aktuell

Artikel

  • Plus Heft 2/2026: Februar S. 91-101

    Umdeutungen der Religionsfreiheit durch RechtsaußenDas Fallbeispiel AfD

    Bernd Hirschberger arbeitet als Referent für Menschenrechte bei der Deutschen Kommission Justitia et Pax. Katja Voges ist als Referentin für Menschenrechte und Religionsfreiheit beim Internationalen katholischen Hilfswerk „missio Aachen“ tätig. Der Beitrag geht auf ein Kapitel aus dem englischsprachigen Buch der beiden Autoren, „Religious Freedom and Populism. The Appropriation of a Human Right and How to Counter It“, zurück, das im transcript-Verlag erschien. Für die Stimmen der Zeit wurde der Text übersetzt, leicht bearbeitet und um aktuelle Entwicklungen ergänzt.

  • Plus Heft 2/2026: Februar S. 115-123

    HesychasmusEine Waffe in Russlands Kulturkampf gegen den Westen

    Hesychasmus ist nicht nur eine weltabgewandte mystisch-asketische Gebetspraxis der Ostkirche, sondern dient auch als Kampfbegriff gegen die säkulare Kultur des „kollektiven Westens“ und der westlichen Moderne. Antimoderne Denker wie Pavel Florenskij und Aleksej Losev sowie politische Akteure wie Aleksandr Dugin sehen im Hesychasmus ein zentrales Merkmal des integralen Kulturtypus des christlichen Mittelalters, der sich in idealer Weise in Byzanz und in der Moskauer Rus’ ausgeprägt habe und in diametralem Gegensatz zur sogenannten Renaissance-Kultur des Westens stehe. Wie der Historiker und Slawist Michael Hagemeister zeigt, wird der Hesychasmus im aktuellen russischen Kulturkampf gegen den Westen instrumentalisiert als Teil einer eschatologischen Mission, die Russland als Drittes Rom und Aufhalter des Antichrist versteht.

  • Plus Heft 2/2026: Februar S. 141-151

    Zwischen Recht und GerechtigkeitMissbrauch und Entschädigung

    Ist der durch sexuellen Missbrauch entstandene Schaden an Körper und Seele wiedergutzumachen, etwa finanziell? Kann überhaupt von Schadensersatz oder Schmerzensgeld als Ausgleich gesprochen werden, in dem Sinne, dass Probleme damit aus der Welt geschafft würden? Jan-Luca Helbig, Referent für Aufarbeitung beim Erzbistum Köln, veröffentlicht im April seine rechtshistorische Dissertation zum Themenkomplex. Unter dem Titel „Die Schätzung des Menschen“ untersucht er die auch moraltheologischen Wurzeln des Schmerzensgeldes, die bis ins Mittelalter zurückgehen.

  • Plus Heft 1/2026: Januar S. 3-10

    The Quiet AmericanLeo XIV. - ein Anti-Trump-Papst?

    Seitdem Robert Prevost als Papst Leo XIV. auf dem Heiligen Stuhl sitzt, wird jede Äußerung und jede Amtshandlung auf die Goldwaage päpstlicher Symbolik gelegt und gibt Anlass zu Hoffnungen aus unterschiedlichen Lagern: Wie tickt der neue Papst? Auf wessen Seite steht er? Wie positioniert er sich in den drängendsten Fragen unserer Zeit? Otto Kallscheuer, Philosoph und Autor des Buches „Papst und Zeit. Heilsgeschichte und Weltpolitik“ (Berlin 2024), resümiert das erste Halbjahr von Leo XIV. vor allem aus kirchenpolitischer Perspektive.

  • Plus Heft 12/2025: Dezember S. 907-912

    Die Abschaffung des MenschenEwiges Leben für die Reichen und Mächtigen?

    Life-Science, Biowissenschaft und Cyborg-Technik versuchen, den menschlichen Körper so konsequent als Maschine zu verstehen, dass er schließlich durch eine Maschine ersetzt werden kann. Ziel ist die Überwindung des Todes selbst. Klaus Mertes SJ, Redakteur dieser Zeitschrift, skizziert, wie insbesondere Tech-Milliardäre und autokratische Machthaber nach ewigem Leben streben und damit auch nach einer neuen Dimension der Macht über andere. Aus der Perspektive theologischer Ethik folgt eine kritische Reflexion.

  • Gratis Heft 12/2025: Dezember S. 883-891

    Vernunft, Verantwortung, ResilienzDie Bedeutung jesuitischer Hochschulbildung in der gegenwärtigen Gesellschaft

    Arturo Sosa SJ, der Generalobere des Jesuitenordens, hielt am 10. Oktober 2025 in München die nachfolgende Rede zur Rolle jesuitischer Bildung in der Gesellschaft. Anlass war das einhundertjährige Jubiläum der Hochschule für Philosophie der Jesuiten. In seiner Rede erläutert Arturo Sosa, wie die jesuitisch geprägte Philosophie den Herausforderungen unserer Zeit begegnen kann, etwa autoritären Tendenzen, postfaktischer Wahrheitsverdrehung, Künstlicher Intelligenz oder der Einschränkung akademischer Freiheit. Aus dem Englischen übersetzt von Philipp Adolphs.

  • Plus Heft 11/2025: November S. 803-814

    EinsamkeitSoziales, psychisches und spirituelles Phänomen

    Über Einsamkeit ist derzeit viel zu lesen, wenn auch wenig aus Spiritualität und Theologie. Stefan Kiechle SJ, Chefredakteur dieser Zeitschrift, erkundet das Phänomen aus verschiedenen Blickwinkeln, verweist auf literarische Versuche und gibt Hinweise zur Deutung, nicht zuletzt aus christlich- theologischer Perspektive.

  • Gratis Heft 10/2025: Oktober S. 733-741

    Dag HammarskjöldDas höchste Gebet des Menschen

    Erst das Tagebuch mit dem Titel „Zeichen am Weg“ des ehemaligen Generalsekretärs der Vereinten Nationen, Dag Hammarskjöld (1905-1961), offenbarte vielen, dass der gemeinhin respektierte und beliebte Beamte aus Schweden ein tiefreligiöser Mensch war. Für Hammarskjöld war die Selbstverwirklichung der Mystikerinnen und Mystiker ihre Erfahrung, dass Gott in der Seele jedes Menschen wohnt. Johannes Schleicher, Autor zu Spiritualität sowie Seminarleiter und geistlicher Begleiter, zeichnet das Leben des Diplomaten nach: „Dag Hammarskjölds Leben war ein Paradebeispiel für das glückliche Zusammentreffen von Mystik und Politik.“ Der Artikel basiert auf einem Vortrag, den Schleicher im Juni 2025 in der Akademie Caritas Pirckheimer Haus in Nürnberg gehalten hat.

  • Plus Heft 9/2025: September S. 689-700

    Zehn Jahre Laudato si', Papst Leo XIV. und das Dilemma der internationalen KlimapolitikZur Zukunft der globalen Gemeinschaftsgüter

    Zehn Jahre nach der Veröffentlichung von Laudato si’, der Umweltenzyklika von Papst Franziskus, stecken die internationalen politischen Bemühungen zur Begrenzung der Erderwärmung in einer Sackgasse – trotz der Pariser Klimaziele steigen die globalen Emissionen weiter, ein Ende der fossilen Brennstoffe ist nicht absehbar. Die Weltgemeinschaft muss dringend ein Konzept für mehr Kooperation im Schutz der globalen Gemeinschaftsgüter entwickeln. Papst Leo XIV. knüpft an den Impuls seines Vorgängers an und fordert eine sozial-ökologische und global finanzierbare Wende. Ottmar Edenhofer ist Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), Professor für die Ökonomie und Politik des Klimawandels an der TU Berlin und Vorsitzender des Europäischen Wissenschaftlichen Beirats für Klimawandel. Cecilia Kilimann ist wissenschaftliche Referentin am PIK.

  • Plus Heft 8/2025: August S. 621-630

    Der Mensch im Spiegel der KI

    Was ist der Mensch im Vergleich zur Künstlichen Intelligenz? In funktionalen und kognitiven Bereichen überholt die Maschine den Menschen längst. Sein Alleinstellungsmerkmal ist laut Matthias Huber insbesondere auf der ontologischen, transzendenz-bezogenen Ebene zu suchen. Aber worin besteht in einer mehr von ökonomischen Sachzwängen geprägten Welt die Relevanz von Eigenschaften wie Freiheit oder Verantwortung gegenüber dem Funktionalen und dem ökonomisch Messbaren? Matthias Huber studierte Physik und Theologie, ist katholischer Priester und lehrt Dogmatik an der Universität Freiburg.

  • Plus Heft 7/2025: Juli S. 509-519

    Verbot der EizellspendeWie tragfähig sind die Argumente?

    Deutschland und Luxemburg sind die letzten europäischen Länder, in denen die Eizellspende verboten ist. Die vergangene Bundesregierung wollte eine Legalisierung prüfen und das Thema bleibt auch für die neue Koalition aktuell. Stephan Ernst, Professor für Moraltheologie an der Universität Würzburg, stellt kritisch fünf Argumente vor, die Gegner der Eizellspende – dazu gehört die katholische Kirche – häufig vorbringen. Für den Autor stellen diese Argumente aus moraltheologischer Sicht keinen hinreichenden Grund für ein Verbot dar.

  • Plus Heft 7/2025: Juli S. 487-496

    Credo und FrauenordinationFür wen ist Christus Mensch geworden?

    Auf Basis des nizäno-konstantinopolitanischen Glaubensbekenntnisses entwickelt Wolfgang Beinert, emeritierter Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte in Regensburg, ein Argument für die Zulassung auch von Frauen zu den kirchlichen Weiheämtern: „So verschieden die einzelnen Individuen auch sein mögen, so sehr kommen sie alle ausnahmslos im Mensch-Sein überein. Und sie kommen überein in der inkarnatorischen Verbundenheit mit Christus, so dass sie ihn in persona verkörpern können, bis hinein in sein Heilshandeln“.