Ausgelacht!? (eBook (PDF))

Glaube und die Grenzen des Humors

  • Wie weit reicht die künstlerische Freiheit?
  • Was Religionen von der Satire lernen können
  • Verlag Herder
  • 1. Auflage 2021
  • virtuell (Internetdatei)
  • 256 Seiten
  • ISBN: 978-3-451-83953-5
  • Bestellnummer: P839530

Gefahr und Potential des Humors

Die Anschläge auf das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“ haben im Januar 2015 die Welt erschüttert. Zum wiederholten Mal zeigte sich die gewaltförmige Fratze einer zutiefst gekränkten Weltreligion, die sich von bissigen Darstellungen zeitgenössischer Humoristen in ihrem Inneren angegriffen fühlte. Die verzerrten Bilder des Propheten Mohammed forderten die religiösen Gefühle zahlreicher Muslime zutiefst heraus – eine Handvoll von ihnen reagierte mit einem terroristischen Blutbad, das Frankreich im selben Jahr noch mehrmals in Atem hielt. Auch die Humorkünstler von Monty Python mit ihrem Welterfolg „Das Leben des Brian“ (1979), die Macher der US-amerikanischen Kultserie „Die Simpsons“ oder das deutsche Satiremagazin „Titanic“ haben neben den jüdischen und christlichen Protesten auch den Aufschrei zahlreicher weiterer Religionsgruppierungen auf sich gezogen. Hört bei Gott also der Spaß wirklich auf?

Vor diesem Hintergrund wendet sich der Autor dem Wert des Lachens zu. Er stellt in zahlreichen Facetten menschlichen Humors (Geschichte, Medien, Kunst und Kultur) die Problemgeschichte des Humors dar und fragt, ob und inwiefern Humor nicht auch eine Ressource für religiöse Perspektiven, Kreativität und die Suche nach Neuem, Alternativen sein kann. Das Buch ermöglicht dem Leser einen produktiven Umgang mit dem Lachen, eine Erfahrung des Werts des Humors und der Satire, nicht zuletzt weil sich darin berechtigte und gerecht-fertigte Anfragen, Kritik und Anliegen verbergen können.

Das Buch bewegt sich in seinem Aufbau, aber auch in der Einbeziehung der ausdrucksstarken Beispiele aus Geschichte und Gegenwart in einer Spannung von Rückschau und Gegenwartsdiagnose – die Leser erkennen, dass es sich dabei um kein Thema handelt, das erst im 20. Jahrhundert mit dem Aufkommen der modernen Kommunikationsmittel auftaucht. Vielmehr sind Lachen und Humor ein menschliches Phänomen, das in alle Lebensbereiche – so auch in die Religion – reicht.

Autor

Andreas G. Weiß, geb. 1986, Dr. theol., katholischer Theologe und Philosoph in Salzburg, Dir.-Stv. im Katholischen Bildungswerk Salzburg, Lehrender und Vortragender an der Volkshochschule Salzburg, freier Autor für die Wochenzeitung „Die Furche“, Gastautor der „Salzburger Nachrichten“ und auf unterschiedlichen online-Medien (katholisch.de, kathpress, feinschwarz.net).

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