Kreuzweg des Papstes 2020 "Wer bin ich, dass Christus für mich stirbt?"

Jedes Jahr betet der Papst am Kolosseum den Kreuzweg. Normalerweise nehmen viele Gläubige aus aller Welt teil. In diesem Jahr wird Papst Franziskus auf dem Petersplatz allein an den vierzehn Stationen den Leidensweg Christi meditieren. Die Betrachtungen zu den einzelnen Stationen stammen diesmal von Häftlingen einer Justizvollzugsanstalt in Padua, von Angehörigen von Opfern und Tätern und von Menschen, die in der Gefängnisseelsorge tätig sind. Durch die Mischung aus traditionellen und aktuellen Bestandteilen gelingt es, den Leidensweg Christi in die heutige Zeit zu transportieren. Wir veröffentlichen hier die Meditationen zum Mitlesen und Herunterladen.

Kreuzweg des Papstes
© Cristian Gennari/Romano Siciliani/KNA

Wer bin ich, dass Christus für mich stirbt?

Einleitung

Die Kreuzweg-Betrachtungen kommen in diesem Jahr von der Gefängnisseelsorge der Justizvollzugsanstalt „Due Palazzi“ in Padua. Auf Einladung von Papst Franziskus betrachteten vierzehn Personen die Leidensgeschichte unseres Herrn Jesus Christus und stellten einen aktuellen Bezug zu ihrem Leben her. Unter ihnen sind fünf Strafgefangene, eine Familie, die von einem Mordanschlag betroffen ist, die Tochter eines zu lebenslanger Haft verurteilten Mannes, eine Gefängnispädagogin, ein Richter am Strafvollstreckungsgericht, die Mutter eines Häftlings, eine Katechetin, ein ehrenamtlich tätiger Ordensmann, ein Justizvollzugsbeamter und ein Priester, der zunächst angeklagt und schließlich nach einem acht Jahre dauernden Prozess freigesprochen wurde.

Wenn wir Christus mit der rauen Stimme der Gefängnisinsassen auf seinem Kreuzweg begleiten, kann man dabei Zeuge eines seltsamen Zweikampfs zwischen Leben und Tod werden und entdecken, wie die Fäden des Guten unweigerlich mit den Fäden des Bösen verflochten sind. Den Kalvarienberg hinter Gittern zu betrachten ist anzunehmen, dass man ein ganzes Leben in wenigen Augenblicken verspielen kann, wie es dem guten Schächer passiert ist. Es genügt, diese Momente mit Wahrheit zu füllen: Reue für die begangene Sünde, die Überzeugung, dass der Tod nicht ewig ist, die Gewissheit, dass Christus der zu Unrecht verspottete Unschuldige ist. Dem, der glaubt, ist alles möglich, denn selbst in der Dunkelheit der Gefängnisse ertönt die hoffnungsvolle Botschaft: »Für Gott ist nichts unmöglich« (Lk 1,37). Wenn ihm jemand die Hand reicht, kann ein Mensch, der zu den schrecklichsten Verbrechen fähig war, zum Hauptdarsteller einer völlig unerwarteten Wiederauferstehung werden. Wir sind gewiss: »Auch wenn wir vom Bösen erzählen, können wir lernen, Raum für die Erlösung zu lassen, können wir inmitten des Bösen auch die Dynamik des Guten erkennen und ihr Raum geben« (Botschaft von Papst Franziskus zum Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel 2020).

So wird die Via Crucis zu einer Via lucis – der Kreuzweg wird zu einem Weg des Lichtes.

Die Texte, die von Gefängnisseelsorger Don Marco Pozza und der ehrenamtlichen Mitarbeiterin Tatiana Mario zusammengestellt wurden, sind in der ersten Person geschrieben, aber es wurde beschlossen, die jeweiligen Namen nicht zu nennen. Diejenigen, die diese Betrachtung mitgestaltet haben, wollten ihre Stimme all jenen in der Welt leihen, die sich in einer vergleichbaren Situation befinden. Heute Abend, in der Stille der Gefängnisse, will die Stimme eines Einzelnen zur Stimme aller werden.

Lasst uns beten.

Gott, allmächtiger Vater,
der du in Jesus Christus, deinem Sohn,
die Wunden und Leiden der Menschheit auf dich genommen hast,
heute fasse ich Mut und flehe zu dir wie der reumütige Schächer: „Denk an mich!“
Ich stehe allein vor dir, im Dunkel dieses Gefängnisses,
arm, nackt, hungrig und verachtet,
und ich bitte dich, meine Wunden
mit dem Öl der Vergebung und des Trostes
und mit dem Wein jener Brüderlichkeit zu salben,
die das Herz stark macht.
Heile mich mit deiner Gnade und lehre mich, mitten in der Verzweiflung zu hoffen.
Mein Herr und mein Gott, ich glaube, hilf mir in meinem Unglauben.
Vertraue mir auch weiterhin, barmherziger Vater,
gib mir auch in Zukunft immer wieder eine neue Chance,
und nimm mich in deiner unendlichen Liebe in den Arm.
Mit deiner Hilfe und der Gabe des Heiligen Geistes,
werde auch ich fähig, dich zu erkennen
und dir in meinen Brüdern und Schwestern zu dienen.
Amen.

I. Station: Jesus wird zum Tode verurteilt

* (Betrachtung eines zu lebenslanger Haft verurteilten Gefangenen)

Pilatus aber redete wieder auf sie ein, denn er wollte Jesus freilassen. Doch sie schrien: Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Zum dritten Mal sagte er zu ihnen: Was für ein Verbrechen hat er denn begangen? Ich habe nichts feststellen können, wofür er den Tod verdient. Daher will ich ihn auspeitschen lassen und dann werde ich ihn freilassen. Sie aber schrien und forderten immer lauter, er solle Jesus kreuzigen lassen und mit ihrem Geschrei setzten sie sich durch: Da entschied Pilatus, dass ihre Forderung erfüllt werden solle. Er ließ den Mann frei, der wegen Aufruhrs und Mordes im Gefängnis saß und den sie gefordert hatten. Jesus aber lieferte er ihrem Willen aus (Lk 23,20-24).

Wie oft hallt in den Gerichten und in den Zeitungen dieser Schrei wieder: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn!“ Auch in Bezug auf meine eigene Person habe ich solche Rufe vernommen: Ich bin zusammen mit meinem Vater zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Mein Kreuzweg begann, als ich noch ein Kind war: Wenn ich darüber nachdenke, sehe ich mich zusammengekauert in dem Kleinbus, der mich zur Schule brachte, wegen meines Stotterns zu einem Außenseiter gemacht, ohne jegliche Beziehung. Schon als Kind begann ich zu arbeiten, ein Studium blieb mir verwehrt: Meine Naivität wurde von meiner Unwissenheit noch übertroffen. Das Mobbing raubte dem in den siebziger Jahren in Kalabrien geborenen Kind die lichten Augenblicke seiner Kindheit. Ich gleiche mehr dem Barabbas als Christus, doch die schärfste Verurteilung bleibt die meines Gewissens: Nachts öffne ich meine Augen und suche verzweifelt nach einem Licht, das mein Leben erhellt.

Als ich, in der Zelle eingesperrt, erneut die Leidensgeschichte Christi lese, kommen mir die Tränen. Nach neunundzwanzig Jahren Gefängnis habe ich noch nicht die Fähigkeit verloren, zu weinen, mich für meine Vergangenheit und für das Böse, das ich getan habe, zu schämen. Ich fühle mich wie Barabbas, Petrus und Judas in einer Person. Die Vergangenheit ist etwas, wovor ich Abscheu empfinde, auch wenn ich weiß, dass sie zu meinem Leben dazugehört. Jahrelang war ich den strengen Haftbedingungen nach Artikel 41 bis des Strafvollzugsgesetzes unterworfen, und mein Vater verstarb unter diesen Bedingungen. Viele Male hörte ich ihn nachts in seiner Zelle weinen. Er tat das im Verborgenen, aber ich konnte es sehen. Wir befanden uns beide in tiefer Dunkelheit. In diesem Nicht-Leben suchte ich jedoch immer nach Leben. Es klingt seltsam, aber das Gefängnis war meine Rettung. Wenn ich für manche immer noch Barabbas bin, so macht mich das nicht wütend. Ich spüre in meinem Herzen, dass Jesus, der unschuldig war, aber doch wie ich verurteilt wurde, zu mir ins Gefängnis gekommen ist, um mich auf den Weg des Lebens zu führen.

Herr Jesus, trotz der Schreie, die uns ablenken, sehen wir dich in der Menge derer, die lauthals deine Kreuzigung fordern; und vielleicht gehören auch wir dazu, ohne uns des Bösen bewusst zu sein, zu dem auch wir vielleicht fähig sind. Von unseren Zellen aus wollen wir zu deinem Vater für diejenigen beten, die wie du zum Tode verurteilt sind, ebenso aber auch für diejenigen, die immer noch deinen Platz auf dem höchsten Richterstuhl einnehmen wollen.

Lasset uns beten.
Gott, du Freund des Lebens, du schenkst uns durch die Versöhnung immer wieder neu die Gelegenheit, deine unendliche Barmherzigkeit zu kosten. Wir bitten dich um die Gabe der Weisheit, die uns befähigt, in jedem Mann und in jeder Frau einen Tempel deines Geistes zu sehen und sie in ihrer unantastbaren Würde zu achten. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

II. Station: Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

* (Betrachtung von zwei Eltern, deren Tochter ermordet wurde)

Die Soldaten führten ihn ab, in den Hof hinein, der Prätorium heißt, und riefen die ganze Kohorte zusammen. Dann legten sie ihm einen Purpurmantel um und flochten einen Dornenkranz; den setzten sie ihm auf und grüßten ihn: Sei gegrüßt, König der Juden! Sie schlugen ihm mit einem Stock auf den Kopf und spuckten ihn an, beugten die Knie und huldigten ihm. Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Purpurmantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an. Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen (Mk 15,16-20).

In jenem schrecklichen Sommer endete unser Leben als Eltern zusammen mit dem unserer beiden Töchter. Eine wurde mit ihrer besten Freundin durch die blinde Gewalt eines kaltblütigen Menschen getötet; die andere, die wie durch ein Wunder überlebte, wurde für immer ihres Lächelns beraubt. Unser Leben war ein aufopferungsvolles, auf Arbeit und Familie gegründetes Leben. Wir haben unseren Kindern beigebracht, andere Menschen zu achten und wir haben ihnen gezeigt, wie wichtig es ist, den Ärmsten beizustehen. Wir fragen uns oft: „Warum ist gerade über uns dieses Unheil hereingebrochen?“ Wir finden keinen Frieden. Nicht einmal die Gerechtigkeit, an die wir immer geglaubt hatten, konnte die tiefsten Schmerzen lindern. Immer werden wir zum Leiden verurteilt bleiben.

Die Zeit hat das Gewicht des Kreuzes auf unseren Schultern nicht leichter gemacht. Wir schaffen es nicht, die zu vergessen, die heute nicht mehr unter uns sind. Wir sind ältere Menschen, wir werden immer hilfloser, und wir leiden unter dem schlimmsten Schmerz, den es geben kann, nämlich das eigene Kind zu Grabe tragen zu müssen.

Es ist schwer zu sagen, aber in dem Moment, in dem die Verzweiflung die Oberhand zu gewinnen scheint, kommt uns der Herr auf unterschiedliche Weise entgegen und schenkt uns die Gnade, dass wir uns als Ehepaar lieben und einander beistehen dürfen, auch wenn es manchmal schwierig ist. Er lädt uns ein, die Tür unseres Hauses für die Schwachen und Verzweifelten offen zu halten und diejenigen zu empfangen, die an unsere Tür klopfen und um einen Teller Suppe bitten. Die Nächstenliebe zu unserem Gebot gemacht zu haben ist für uns eine Form der Erlösung: Wir wollen uns nicht dem Bösen hingeben. Die Liebe Gottes ist imstande, das Leben zu erneuern, denn sein Sohn Jesus hat bereits vor uns den menschlichen Schmerz erfahren, so dass er wirklich mit uns Mitleid empfinden kann.

Herr Jesus, es schmerzt uns sehr, dich zusammengeschlagen, verspottet und entblößt zu sehen, ein unschuldiges Opfer unmenschlicher Grausamkeit. In dieser Nacht des Schmerzes wenden wir uns flehentlich an deinen Vater, um ihm all jene anzuvertrauen, die Gewalt und Ungerechtigkeit erlitten haben.

Lasset uns beten.
Gott, du unsere Gerechtigkeit und Erlösung, du hast deinen einzigen Sohn für uns hingegeben und ihn auf dem Thron des Kreuzes verherrlicht. Erfülle unsere Herzen mit deiner Hoffnung, damit wir deine Gegenwart in den dunklen Momenten unseres Lebens erkennen können. Tröste uns in jeder Not und sei uns Halt in unseren Prüfungen, in der Erwartung deines Reiches. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

III. Station: Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

* (Betrachtung eines Häftlings)

Er hat unsere Krankheit getragen und unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir meinten, er sei von Gott geschlagen, von ihm getroffen und gebeugt. Doch er wurde durchbohrt für unsere Vergehen, wegen unserer Sünden zermalmt. Zu unserem Heil lag die Züchtigung auf ihm, durch seine Wunden sind wir geheilt. Wir hatten uns alle verirrt wie Schafe, jeder ging für sich seinen Weg. Doch der Herr ließ auf ihn treffen die Schuld von uns allen (Jes 53,4-6).

Es war das erste Mal, dass ich gefallen bin, aber dieser Sturz war tödlich. Ich habe einem Menschen das Leben genommen. Es dauerte nur einen Tag, um von einem unbescholtenen Leben zu einer Tat zu gelangen, die eine Verletzung aller Gebote beinhaltet. Ich fühle mich wie eine heutige Version jenes Verbrechers, der Christus anfleht: „Denk an mich!“ Ich stelle mir vor, dass er nicht nur Reue empfunden hat, sondern sich dessen bewusst war, dass er auf dem falschen Weg ist. Ich erinnere mich an das kalte und widrige Umfeld, in dem ich aufgewachsen bin. Es genügte, bei anderen eine Schwäche zu finden, und schon machte man sich darüber lustig. Ich suchte ehrliche Freunde, ich sehnte mich danach, so akzeptiert werden, wie ich war, aber es gelang mir nicht. Ich litt am Glück der anderen, sie waren für mich wie Stöcke zwischen den Speichen, sie verlangten von mir nur Opfer und Regeln, die zu respektieren sind: Ich fühlte mich allen gegenüber fremd und wollte mich um jeden Preis rächen.

Mir war nicht bewusst, dass das Böse in mir langsam immer mehr anwuchs. Eines Abends dann brach meine Stunde der Dunkelheit an. Auf einmal und wie eine Lawine entlud sich meine Erinnerung an all das Unrecht, das ich in meinem Leben erlitten hatte. Der Zorn erwürgte die Liebenswürdigkeit, und ich beging ein Unrecht, das unermesslich größer war als alles, was ich selbst erlitten hatte. Die Schmähungen der anderen im Gefängnis brachten mich dazu, mich selbst zu verachten. Ich war soweit, Schluss zu machen, ich war am Limit. Ich hatte auch meine Familie an den Abgrund gebracht; durch mich verloren sie ihren Familiennamen und ihre Ehre, man nannte sie nur noch die Familie des Mörders. Ich suche nicht nach Rechtfertigungen oder Haftverkürzung, ich werde meine Strafe bis zum letzten Tag verbüßen, denn im Gefängnis habe ich Menschen gefunden, die mir mein verlorenes Vertrauen wiedergegeben haben.

Nicht glauben zu können, dass es in der Welt Güte geben würde, war mein erster Sturz. Der zweite, der Mord, war fast eine Folge – ich war innerlich bereits tot.

Herr Jesus, auch du bist auf den Boden gefallen. Das erste Mal ist es vielleicht besonders schwer, weil alles neu ist. Der Aufprall ist heftig und man ist verwirrt. Wir wollen deinem Vater all jene anvertrauen, die sich in ihren eigenen Gründen verschließen und nicht in der Lage sind, die begangene Schuld anzuerkennen.

Lasst uns beten.
Gott, der du den Menschen von seinem Sturz aufgerichtet hast, wir bitten dich: Komm unserer Schwachheit zu Hilfe und öffne uns die Augen, damit wir die Zeichen deiner Liebe erkennen können, mit der unser Alltag übersät ist. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

IV. Station: Jesus begegnet seiner Mutter

* (Betrachtung der Mutter eines Häftlings)

Bei dem Kreuz Jesus standen seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria die Frau des Klopas, und Maria von Magdala. Als Jesus die Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er liebte, sagte er zur Mutter: Frau, siehe, dein Sohn! Dann sagte er zu dem Jünger: Siehe, deine Mutter! Und von jener Stunde an nahm sie der Jünger zu sich (Joh 19,25-27).

Nicht einen Augenblick hatte ich die Versuchung, meinen Sohn aufgrund seiner Verurteilung im Stich zu lassen. Am Tag seiner Verhaftung änderte sich unser ganzes Leben. Die ganze Familie ging mit ihm ins Gefängnis. Auch heute hat sich die verurteilende Menge nicht beruhigt, es ist wie eine scharfe Klinge: Die auf uns alle gerichteten Finger machen das Leid, das wir eh schon in unseren Herzen tragen, noch größer.

Die Wunden wachsen im Laufe der Zeit und rauben uns sogar den Atem.

Ich spüre die Nähe der Gottesmutter. Sie hilft mir, nicht von der Verzweiflung erdrückt zu werden und die Bosheit zu ertragen. Ich habe ihr meinen Sohn anvertraut. Nur Maria kann ich meine Ängste anvertrauen, die auch sie beim Aufstieg auf den Kalvarienberg gespürt hat. In ihrem Herzen wusste sie, dass ihr Sohn keine Chance gegen die Bosheit der Menschen haben würde, aber sie ließ ihn nicht im Stich. Sie stand da, teilte seinen Schmerz und leistete ihm mit ihrer Anwesenheit Gesellschaft. Ich stelle mir vor, dass Jesus, wenn er aufsah, ihrem liebevollen Blick begegnete und sich nie allein fühlte.

Das will auch ich tun.

Ich nahm die Schuld meines Sohnes auf mich, ich bat auch um Vergebung für das, was ich zu verantworten habe. Ich bitte um die Gnade, die nur eine Mutter empfinden kann, damit mein Sohn wieder ins Leben zurückkehren kann, nachdem er seine Zeit abgesessen hat. Ich bete ständig für ihn, damit er von Tag zu Tag ein anderer Mensch wird und von neuem fähig, sich selbst und andere zu lieben.

Herr Jesus, die Begegnung mit deiner Mutter ist vielleicht die bewegendste und schmerzlichste auf dem Kreuzweg. In das Aufeinandertreffen ihres und deines Blickes nehmen wir die Blicke der Familie und der Freunde hinein, die sich wegen des Schicksals ihrer Lieben zerrissen und ohnmächtig fühlen.

Lasset uns beten.
Maria, Mutter Gottes und Mutter der Kirche, treue Jüngerin deines Sohnes, wir kommen zu dir und wollen deinem liebevollen und fürsorglichen Blick und der Sorge deines mütterlichen Herzens das laute Rufen der Menschheit anvertrauen, die seufzt und leidet in Erwartung des Tages, an dem alle Tränen von unseren Gesichtern abgewischt sein werden. Amen.

V. Station: Simon von Zyrene hilft Jesus das Kreuz tragen

* (Betrachtung eines Häftlings)

Als sie Jesus hinausführten, ergriffen sie Simon, einen Mann aus Kyrene, der gerade vom Feld kam. Ihm luden sie das Kreuz auf, damit er es hinter Jesus hertrage (Lk 23,26).

Durch meine Arbeit habe ich Generationen von Kindern geholfen, aufrecht zu gehen. Eines Tages fand ich mich dann am Boden wieder. Es war, als hätte man mir den Rücken gebrochen: Meine Arbeit wurde zum Vorwand für eine schändliche Verurteilung. Ich kam ins Gefängnis, das Gefängnis brach in mein Haus ein. Seither wurde ich zum Stadtstreicher: Ich habe meinen Namen verloren, man ruft mich mit dem Namen des Verbrechens, dessen mich die Justiz beschuldigt, ich bin nicht mehr Herr meines Lebens. Wenn ich darüber nachdenke, werde ich an dieses Kind mit den kaputten Schuhen, den nassen Füßen und der verschlissenen Kleidung erinnert – ich war einmal dieses Kind. Dann, eines Tages, die Verhaftung: drei Männer in Uniform, ein strenges Verfahren, das Gefängnis, das mich in seinen Betonmauern lebendig verschlingt.

Das Kreuz, das man mir auf meine Schultern geladen hat, ist schwer. Im Laufe der Zeit habe ich gelernt, es anzunehmen, ihm ins Gesicht zu sehen, es beim Namen zu nennen. Wir verbringen ganze Nächte damit, uns gegenseitig Gesellschaft zu leisten. In den Gefängnissen kennt jeder einen Simon von Zyrene: das ist der zweite Name all der ehrenamtlichen Helfer, die diesen Kalvarienberg besteigen, um anderen beim Tragen ihres Kreuzes zu helfen; es sind Menschen, die nicht dem Gesetz des Rudels folgen, sondern auf ihr Gewissen hören. Ein solcher Simone von Zyrene ist auch mein Zellengenosse. Ich lernte ihn kennen in der ersten Nacht, die ich im Gefängnis verbrachte. Er war ein Mann, der jahrelang auf einer Parkbank gelebt hatte, ohne Zuneigung oder Einkommen. Sein einziger Reichtum war eine Packung Brioches. Er liebte Süßes, bestand aber darauf, dass ich meiner Frau etwas davon mitnahm, als sie mich zum ersten Mal besuchte. Sie brach in Tränen aus aufgrund dieser unerwarteten und fürsorglichen Geste.

Ich werde im Gefängnis alt und ich träume davon, dass ich eines Tages den Menschen wieder vertrauen kann.

Ich möchte auch so ein Simon von Zyrene werden, um irgendjemand eine Freude zu machen.

Herr Jesus, von deiner Geburt an und bis hin zu der Begegnung mit jenem Fremden, der dir das Kreuz getragen hat, wolltest du auf unsere Hilfe angewiesen sein. Wie Simon von Zyrene wollen auch wir unseren Brüdern und Schwestern nahe sein und im Einklang mit der Barmherzigkeit des Vaters ihnen das Joch des Bösen erleichtern, das sie niederdrückt.

Lasset uns beten.
Gott, du Beschützer der Armen und Trost der Bedrängten, belebe uns mit deiner Gegenwart und hilf uns, das angenehme Joch deines Liebesgebots jeden Tag zu tragen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

VI. Station: Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

* (Betrachtung einer Gemeindekatechetin)

Mein Herz denkt an dich:
Suchet mein Angesicht!
Dein Angesicht, Herr, will ich suchen.
Verbirg nicht dein Angesicht vor mir;
weise deinen Knecht im Zorn nicht ab!
Du wurdest meine Hilfe.
Verstoß mich nicht, verlass mich nicht,
du Gott meines Heils! (Ps 27,8-9).

Als Katechetin trockne ich viele Tränen, indem ich sie fließen lasse. Man kann die Tränen zerrissener Herzen nicht aufhalten. Oft treffe ich verzweifelte Männer, die im Dunkel des Gefängnisses einen Grund für das ihnen unendlich erscheinende Übel suchen. Diese Tränen schmecken nach Niederlage und Einsamkeit, nach Reue und mangelndem Verständnis. Oft stelle ich mir vor, Jesus wäre an meiner Stelle im Gefängnis. Wie würde er diese Tränen trocknen? Wie würde er die Qualen dieser Männer lindern, die keinen Ausweg aus dem finden, was sie geworden sind, als sie dem Bösen nachgaben?

Eine Antwort zu finden, ist eine mühsame Angelegenheit. Oft bleibt sie unserer kleinen und begrenzten menschlichen Logik unverständlich. Der Weg, den Christus mir weist, besteht darin, diese vom Leiden entstellten Gesichter zu betrachten, ohne dabei Angst zu empfinden. Er verlangt von mir, an ihrer Seite zu bleiben, ihr Schweigen zu respektieren, ihr Leid anzuhören und zu versuchen, sie ohne Vorurteile zu sehen. So wie Christus mit liebevollen Augen auf unsere Schwächen und unsere Grenzen schaut. Jedem, auch den Häftlingen, steht jeden Tag die Möglichkeit offen, zu neuen Menschen zu werden, dank jenes Blicks, der nicht urteilt, sondern Leben und Hoffnung verleiht.

Und auf diese Weise können die vergossenen Tränen zu Knospen einer vorher schier unvorstellbaren Schönheit werden.

Herr Jesus Christus, Veronika hatte Mitleid mit dir. Sie begegnete einem leidenden Menschen und entdeckte darin das Antlitz Gottes. Im Gebet vertrauen wir deinem Vater die Männer und Frauen unserer Zeit an, die auch heute noch die Tränen so vieler unserer Brüder und Schwestern trocknen.

Lasset uns beten.
Gott, du wahres Licht und Quelle des Lichts, der du in der Schwachheit die Allmacht deiner Liebe offenbarst, die bis zum Äußersten geht, präge unseren Herzen dein Antlitz ein, damit wir dich in den Leiden der Menschheit erkennen können. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen
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VII. Station: Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

* (Betrachtung eines Häftlings)

Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Um seine Kleider zu verteilen, warfen sie das Los. (Lk 23,34).

Wenn ich an einem Gefängnis vorbeikam, wandte ich mich ab. „Da drin werde ich sicher nicht landen“, sagte ich mir. Die Male, wo ich hinsah, befielen mich Melancholie und Dunkel. Es war ein Gefühl, als ob ich an einem Friedhof mit lebenden Toten vorbeikäme. Eines Tages landete ich dann zusammen mit meinem Bruder selbst hinter Gittern. Als ob das noch nicht genug wäre, brachte ich auch noch meinen Vater und meine Mutter da hinein. Das Gefängnis, ein ehedem fremder Ort, wurde zu unserer Heimat. In einer Zelle waren wir Männer, in einer anderen unsere Mutter. Ich sah sie an und ich schämte mich. Ich fühle mich nicht mehr als Mensch. Wegen mir werden sie im Gefängnis alt.

Zweimal bin ich gefallen. Das erste Mal, als ich der Faszination des Bösen nachgab und mir der Drogenhandel besser erschien als die Arbeit meines Vaters, der sich zehn Stunden am Tag abrackerte. Das zweite Mal ging ich zu Boden, als ich, nachdem ich die Familie ruiniert hatte, anfing, mich zu fragen: „Wer bin ich, dass Christus für mich stirbt?“ Der Schrei Jesu – »Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun« – spiegelt sich in den Augen meiner Mutter. Sie nahm die Schande aller Männer des Hauses auf sich, um die Familie zu retten. Dieser Schrei Jesu spiegelt sich auch im Gesicht meines Vaters, der insgeheim in seiner Zelle verzweifelt ist. Erst heute kann ich das zugeben. In jenen Jahren wusste ich nicht, was ich tat. Jetzt, wo ich es weiß, versuche ich mit Gottes Hilfe, mein Leben wiederaufzubauen. Das bin ich meinen Eltern schuldig. Vor Jahren haben sie unsere teuersten Sachen versteigert, weil sie nicht wollten, dass ich auf der Straße lebe. Ich bin es aber vor allem auch mir selbst schuldig. Die Vorstellung, dass das Böse weiterhin mein Leben dominiert, ist unerträglich. Dies ist mein Kreuzweg geworden.

Herr Jesus Christus, wieder liegst du am Boden – niedergedrückt von meiner Anhänglichkeit an das Böse, von meiner Angst, kein besserer Mensch sein zu können. Gläubig wenden wir uns an deinen Vater und beten zu ihm für all jene, die sich der Macht Satans, der Anziehungskraft seiner Werke und seinen tausend Verführungsformen noch nicht entziehen konnten.

Lasset uns beten.
Gott, du lässt uns nicht in der Dunkelheit und im Schatten des Todes. Hilf uns in unserer Schwäche, befreie uns von den Fesseln des Bösen und schütze uns mit dem Schild der Macht deiner Liebe, damit wir auf ewig das Loblied deiner Barmherzigkeit singen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

VIII. Station: Jesus begegnet den weinenden Frauen

* (Betrachtung der Tochter eines zu lebenslanger Haft verurteilten Mannes)

Es folgte ihm eine große Menge des Volkes, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Töchter Jerusalems, weint nicht über mich, weint vielmehr über euch und eure Kinder! Denn siehe, es kommen Tage, da wird man sagen: Selig die Frauen, die unfruchtbar sind, die nicht geboren und nicht gestillt haben. Dann wird man zu den Bergen sagen: Fallt auf uns! und zu den Hügeln: Deckt uns zu! (Lk 23, 27-30).

Wie oft habe ich als Tochter eines Häftlings die Frage gehört: „Haben Sie ihren Vater gern? Denken Sie manchmal an den Schmerz, den ihr Vater den Opfern zugefügt hat?“ In all diesen Jahren bin ich der Antwort nie ausgewichen: „Natürlich ist es für mich unmöglich, nicht daran zu denken“, sage ich. Dann stelle ich ihnen auch eine Frage: „Haben sie schon einmal daran gedacht, dass ich vor allen anderen ein Opfer der Taten meines Vaters war? Seit achtundzwanzig Jahren sitze ich die Strafe ab, ohne einen Vater aufzuwachsen.“ All diese Jahre habe ich in Wut, Unruhe und Melancholie gelebt. Sein Fehlen ist immer schwerer zu ertragen. Ich habe Italien von Süden nach Norden durchquert, um in seiner Nähe zu sein: Ich kenne die Städte nicht wegen ihrer Sehenswürdigkeiten, sondern wegen der Gefängnisse, die ich besucht habe. Ich komme mir vor wie Telemach auf der Suche nach seinem Vater Odysseus. Ich bin auf einem Giro d’Italia der Gefängnisse im Auf und Ab der Gefühle.

Vor Jahren verlor ich meine Liebe, weil ich die Tochter eines Häftlings bin; meine Mutter fiel einer Depression zum Opfer, die Familie brach zusammen. Ich mit meinem kleinen Gehalt blieb übrig und muss die Last dieser verkorksten Geschichte tragen. Das Leben zwang mich, eine Frau zu werden, ohne dass mir die Zeit blieb, ein Kind zu sein. Bei uns zuhause ist alles ein Kreuzweg. Papa ist einer von denen, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurden. Am Tag meiner Hochzeit träumte ich davon, ihn an meiner Seite zu haben – auch damals konnte er nur aus Hunderten von Kilometern Entfernung an mich denken. „Das ist das Leben!“, sage ich mir immer wieder, um mir selbst Mut zu machen. Es stimmt: Es gibt Eltern, die aus Liebe lernen, das Heranreifen ihrer Kinder abzuwarten. Bei mir ist es so, dass ich aus Liebe Papas Rückkehr abwarte.

Für Menschen wie uns ist Hoffnung Pflicht.

Herr Jesus, deine Ermahnung an die Frauen von Jerusalem hören wir als eine Warnung für jeden von uns. Sie lädt uns zur Bekehrung ein, dass wir von einer Gefühlsreligion zu einem Glauben gelangen, der in deinem Wort verwurzelt ist. Wir beten für alle, die gezwungen sind, die Bürde der Schande, das Leid der Verlassenheit, das Fehlen eines lieben Menschen zu ertragen. Und wir bitten für einen jeden von uns, dass nicht die Fehler der Väter auf ihre Kinder zurückfallen.

Lasset uns beten.
Gott, Vater voller Güte, du lässt deine Kinder in den Prüfungen des Lebens nicht im Stich. Gib uns die Gnade, in deiner Liebe geborgen zu sein und uns immer deiner tröstlichen Gegenwart zu erfreuen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

IX. Station: Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz

* (Betrachtung eines Häftlings)

Gut ist es für den Mann, ein Joch zu tragen in der Jugend. Er sitze einsam und schweige, wenn der Herr es ihm auflegt. Er beuge in den Staub seinen Mund; vielleicht ist noch Hoffnung. Er biete die Wange dem, der ihn schlägt, und lasse sich sättigen mit Schmach. Denn nicht für immer verwirft der Herr. Hat er betrübt, erbarmt er sich auch wieder nach seiner großen Huld (Klgl 3,27-32).

Es ist nie angenehm hinzufallen. Wenn man aber immer wieder fällt, dann ist das nicht nur unschön, sondern man scheint gleichsam dazu verurteilt, sich nicht auf den Beinen halten zu können. Als Mensch bin ich sehr oft gefallen – aber ebenso viele Male bin ich wieder aufgestanden. Im Gefängnis denke ich häufig daran, wie oft wohl ein Kind zu Boden fällt, bis es laufen lernt. Ich bin immer mehr überzeugt davon, dass das die Generalproben sind für die Abstürze, die man als Erwachsener erfährt. Als Kind erlebte ich mein zu Hause als ein Gefängnis. Ich lebte in ständiger Angst vor Bestrafung und empfand abwechselnd die Traurigkeit der Erwachsenen und die Unbekümmertheit der Kinder. Wenn ich an diese Jahre zurückdenke, erinnere ich mich an Schwester Gabriella, die allein Freude in mein Leben brachte. Sie war die Einzige, die selbst in meiner schlimmsten Zeit das Gute in mir sah. Wie Petrus suchte und fand ich tausend Entschuldigungen für meine Fehler. Das Seltsame ist, dass das Gute in mir nie ganz verlosch.

Im Gefängnis wurde ich Großvater. Ich verpasste die Schwangerschaft meiner Tochter. Eines Tages werde ich meiner Enkelin nicht von dem Bösen erzählen, das ich begangen habe, sondern nur von dem Guten, das mir widerfahren ist. Ich werde ihr sagen, wer mir Gottes Barmherzigkeit gezeigt hat, als ich am Boden lag. Im Gefängnis besteht die wahre Verzweiflung in dem Gefühl, dass nichts in deinem Leben mehr Sinn hat. Dies ist der Höhepunkt des Leidens, du fühlst dich als der einsamste aller einsamen Menschen auf der Welt. Es stimmt, dass ich innerlich zerbrochen bin; aber das Schöne ist, dass all diese Bruchstücke wieder zusammengesetzt werden können. Das ist nicht einfach, es ist jedoch das Einzige, was hier drinnen noch von Bedeutung ist.

Herr Jesus Christus, zum dritten Mal fällst du zu Boden, und als alle denken, das Ende sei gekommen, stehst du wieder auf. Vertrauensvoll legen wir unser Leben in die Hände deines Vaters und vertrauen ihm alle an, die sich in den Tiefen ihrer eigenen Fehler gefangen fühlen, damit sie die Kraft haben aufzustehen und auch den Mut, sich helfen zu lassen.

Lasset uns beten.
Gott, du Festung derer, die auf dich hoffen, du schenkst denen, die deiner Weisung folgen, ein Leben in Frieden. Gib unseren ängstlichen Schritten Halt, hilf uns nach den Stürzen unserer Untreue wieder auf und versorge unsere Wunden mit dem Öl des Trostes und dem Wein der Hoffnung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

X. Station: Jesus wird seiner Kleider beraubt

* (Betrachtung einer Gefängnispädagogin)

Nachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil, und dazu das Untergewand. Das Untergewand war aber ohne Naht von oben ganz durchgewoben. Da sagten sie zueinander: Wir wollen s nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand (Joh 19,23-24).

Als Gefängnispädagogin sehe ich, wie den Menschen, die ins Gefängnis kommen, alles genommen ist. Aufgrund der Verfehlungen, die sie begangenen haben, verlieren sie ihre Würde und jede Achtung vor sich selbst und vor anderen. Jeden Tag stelle ich fest, dass ihre Selbstständigkeit hinter Gittern zusehends verloren geht. Sie brauchen mich sogar, um einen Brief zu schreiben. In einer solchen Situation befinden sich diese armen Menschen, die mir anvertraut sind. Es sind hilflose Männer, die in ihrer Schwäche verzweifelt sind und denen oft die notwendigen Fähigkeiten fehlen, um verstehen zu können, was sie Böses getan haben. Teilweise ähneln sie jedoch auch neugeborenen Kindern, die noch formbar sind. Ich spüre, dass ihr Leben in einer anderen Richtung neu beginnen kann, wenn sie dem Bösen endgültig den Rücken kehren.

Aber meine Kräfte lassen von Tag zu Tag nach. Als so eine Art Trichter für die Wut, den Schmerz und der Bosheiten geraten selbst bestens ausgebildete Männer und Frauen an den Rand der Erschöpfung. Ich habe mich für diesen Beruf entschieden, nachdem meine Mutter bei einem frontalen Autounfall mit einem Jugendlichen unter Drogeneinfluss getötet wurde. Ich beschloss, auf dieses Übel mit dem Gutem zu antworten. Obwohl ich diesen Beruf liebe, fällt es mir doch manchmal schwer, die Kraft zu finden, weiterzumachen.

In diesem schwierigen Dienst ist es wichtig, sich nicht allein gelassen zu fühlen, um den vielen Menschen Halt geben zu können, die uns anvertraut sind und die jeden Tag Gefahr laufen, Schiffbruch zu erleiden.

Herr Jesus, wenn wir betrachten, wie du entblößt dastehst, empfinden wir Beschämung und Schande. Seit es Menschen gibt, fliehen wir in der Tat vor der nackten Wahrheit. Wir verstecken uns hinter Masken der Ehrbarkeit und schneidern uns Verkleidungen aus Lügen zusammen, oft auch aus den verschlissenen Lumpen der Armen, die wir in unserer Gier nach Macht und Geld ausnutzen. Dein Vater möge uns gnädig sein und uns geduldig helfen, einfacher, transparenter und wahrhaftiger zu sein. Er helfe uns, die Waffen der Heuchelei endgültig abzulegen.

Lasset uns beten.
Gott, mit deiner Wahrheit machst du uns frei. Lass uns die Gewohnheiten des alten Menschen ablegen, der in uns aufbegehrt, und bekleide uns mit deinem Licht, damit wir in der Welt ein Widerschein deiner Herrlichkeit sind. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

XI. Station: Jesus wird an das Kreuz genagelt

* (Betrachtung eines angeklagten und dann freigesprochenen Priesters)

Sie kamen an den Ort, der Schädelhöhe heißt; dort kreuzigten sie ihn und die Verbrecher, den einen rechts von ihm, den anderen links. Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun! Um seine Kleider zu verteilen, warfen sie das Los. Das Volk stand dabei und schaute zu; auch die führenden Männer verlachten ihn und sagten: Andere hat er gerettet, nun soll er sich selbst retten, wenn er der Christus Gottes ist, der Erwählte. Auch die Soldaten verspotteten ihn; sie traten vor ihn hin, reichten ihm Essig und sagten: Wenn du der König der Juden bist, dann rette dich selbst! Über ihm war eine Aufschrift angebracht: Das ist der König der Juden. Einer der Verbrecher, die neben ihm hingen, verhöhnte ihn: Bist du denn nicht der Christus? Dann rette dich selbst und auch uns! Der andere aber wies ihn zurecht und sagte: Nicht einmal du fürchtest Gott? Dich hat doch das gleiche Urteil getroffen. Uns geschieht recht, wir erhalten den Lohn für unsere Taten; dieser aber hat nichts Unrechtes getan. Dann sagte er: Jesus, denk an mich, wenn du in dein Reich kommst! Jesus antwortete ihm: Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein (Lk 23,33-43).

Christus wird an das Kreuz genagelt. Wie oft habe ich als Priester diesen Abschnitt des Evangeliums betrachtet. Dann, eines Tages, wurde ich ans Kreuz genagelt und ich fühlte das ganze Gewicht dieses Holzes. Die Anklage bestand aus Worten, die hart waren wie Nägel, der Weg wurde steil, der Schmerz schnitt sich in meine Haut. Der dunkelste Moment war der, als ich meinen Namen vor dem Gerichtssaal angeschlagen sah. In diesem Augenblick wurde mir klar, dass ich trotz meiner Unschuld gezwungen war, meine Unschuld zu beweisen. Zehn Jahre lang war ich an dieses Kreuz genagelt. Es war mein Kreuzweg voller Aktenordner, Verdächtigungen, Anschuldigungen und Beleidigungen. Jedes Mal suchte ich vor Gericht nach dem Kruzifix an der Wand. Dort schaute ich hin, während das Gesetz meinen Fall untersuchte.

Aufgrund der Schande kam ich für einen Moment auch auf den Gedanken, dass es besser wäre, meinem Leben ein Ende zu setzen. Doch dann beschloss ich, der Priester zu bleiben, der ich immer gewesen war. Ich habe nie daran gedacht, den Kreuzweg abzukürzen, auch dann nicht, als das Gesetz mir die Möglichkeit dazu bot. Ich entschied mich dafür, mich einem ordentlichen Urteil zu unterwerfen. Das schuldete ich mir selbst, aber auch den Jugendlichen, die ich die Jahre im Seminar erzogen hatte, und ihren Familien. Als ich meinen Kalvarienberg hinaufging, sah ich sie alle entlang des Weges. Sie wurden für mich zu einer Art Simon von Zyrene, sie trugen die Last des Kreuzes mit mir und trockneten viele meiner Tränen. Viele von ihnen haben mit mir zusammen für den jungen Mann gebetet, der mich beschuldigt hat. Wir werden niemals damit aufhören. An dem Tag, an dem ich meine vollständige Freisprechung erlangte, entdeckte ich, dass ich glücklicher war als vor zehn Jahren. Ich hatte Gottes Wirken in meinem Leben hautnah erlebt. Am Kreuz begann mein Priestertum zu leuchten.

Herr Jesus, deine Liebe zu uns bis zur Vollendung hat dich ans Kreuz gebracht. Selbst in deinem Sterben wirst du nicht müde, uns zu vergeben und uns das Leben zu schenken. Wir vertrauen deinem Vater all die Unschuldigen der Geschichte an, die ungerecht verurteilt wurden. Lass in ihren Herzen dein Wort widerhallen: »Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.«

Lasset uns beten.
Gott, du Quelle der Barmherzigkeit und der Vergebung, du offenbarst dich in den Leiden der Menschheit. Erleuchte uns mit der Gnade, die aus den Wunden deines gekreuzigten Sohnes hervortritt, und lass uns gläubig ausharren in der dunklen Nacht der Prüfung. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

XII. Station: Jesus stirbt am Kreuz

* (Betrachtung eines Richters am Strafvollstreckungsgericht)

Es war schon um die sechste Stunde, als eine Finsternis über das ganze Land hereinbrach – bis zur neunten Stunde. Die Sonne verdunkelte sich. Der Vorhang im Tempel riss mitten entzwei. Und Jesus rief mit lauter Stimme: Vater, in deine Hände lege ich meinen Geist. Mit diesen Worten hauchte er den Geist aus (Lk 23,44-46).

Als Richter am Strafvollstreckungsgericht kann ich keinen Menschen, wer auch immer es ist, auf seine Verurteilung festnageln. Das würde bedeuten, ihn ein zweites Mal zu verurteilen. Es ist notwendig, dass ein Mensch für das Böse, das er begangen hat, büßen muss. Dies nicht zu tun, würde bedeuten, seine Verbrechen zu verharmlosen und die untragbaren Taten zu rechtfertigen, die er begangen hat und die anderen Menschen körperliches und moralisches Leid zugefügt haben.

Zu wahrer Gerechtigkeit kommt es jedoch nur durch die Barmherzigkeit, die den Menschen nicht für immer ans Kreuz nagelt. Sie kann ihm den Weg weisen und helfen aufzustehen, indem sie ihm beibringt, das Gute fruchtbar werden zu lassen, das trotz des Bösen, das er getan hat, in seinem Herzen nie ganz erlischt. Nur wenn er seine Menschlichkeit wiederfindet, wird der Verurteilte sie auch im anderen erkennen können, in dem Opfer, dem er Schmerz zugefügt hat. Auch wenn sein Weg zu einem neuen Leben verschlungen sein mag und die Gefahr eines Rückfalls in das Böse immer eine Gefahr bleibt, gibt es keinen anderen Weg, um die Geschichte eines einzelnen Menschen wie auch die eines Kollektivs zu erneuern.

Die Strenge des Urteils stellt die Hoffnung des Menschen auf eine harte Probe. Wenn man ihm hilft, über seine Taten nachzudenken und nach den Beweggründen für seine Handlungen zu fragen, kann das für ihn eine Chance sein, sich selbst aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Dazu muss man jedoch lernen, die Person zu erkennen, die sich hinter der begangenen Schuld verbirgt. Manchmal schafft man es dabei, einen Aspekt auszumachen, der den Verurteilten Hoffnung geben kann und sie nach dem Verbüßen der Strafe wieder in die Gesellschaft zurückzuführen vermag. Dies schließt ein, die Menschen einzuladen, sie wiederaufzunehmen, nachdem sie sie einmal vielleicht zurückgewiesen haben.

Denn wir alle sind, auch wenn wir verurteilt wurden, Kinder der einen Menschheit.

Herr Jesus, du stirbst wegen eines Fehlurteils, das von ungerechten Richtern ausgesprochen wurde, die von der überwältigenden Macht der Wahrheit erschreckt wurden. Wir vertrauen deinem Vater die Richter, Staatsanwälte und Rechtsanwälte an, damit sie in der Ausübung ihres Dienstes am Staat und seinen Bürgern, insbesondere den notleidenden, aufrecht bleiben.

Lasset uns beten.
Gott, du König der Gerechtigkeit und des Friedens, der du im Schrei deines Sohnes das Rufen der ganzen Menschheit gehört hast, lehre uns, den Menschen nicht mit dem begangenen Übel zu identifizieren, und hilf uns, in jedem die lebendige Flamme deines Geistes zu sehen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

XIII. Station: Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt

* (Betrachtung eines ehrenamtlich tätigen Ordensmannes)

Und siehe, da war ein Mann mit Namen Josef, ein Mitglied des Hohen Rates und ein guter und gerechter Mensch. Dieser hatte ihrem Beschluss und Vorgehen nicht zugestimmt. Er war aus Arimathäa, einer jüdischen Stadt, und wartete auf das Reich Gottes. Er ging zu Pilatus und bat um den Leichnam Jesu. Und er nahm ihn vom Kreuz, hüllte ihn in ein Leinentuch und legte ihn in ein Felsengrab, in dem noch niemand bestattet worden war (Lk 23,50-53).

Die Strafgefangenen waren von Anfang an meine Lehrer. Seit sechzig Jahren gehe ich als Ordensmann ehrenamtlich in die Gefängnisse, und ich habe immer für den Tag gedankt, an dem ich zum ersten Mal dieser verborgenen Welt begegnete. An diesen Blicken wurde mir klar, dass ich an ihrer Stelle stehen könnte, wenn mein Leben eine andere Richtung genommen hätte. Wir Christen erliegen oft einer gewissen Selbsttäuschung, in der Meinung besser zu sein als andere, als würde uns die Tatsache, dass wir in der Lage sind, uns um die Armen kümmern, eine solche Überlegenheit erlauben, dass wir nach Gutdünken und ohne jede Möglichkeit einer Berufung über andere urteilen und sie oft verurteilen.

Christus hat sich in seinem Leben für die Letzten entschieden und wollte bei ihnen sein: Er weilte an den vergessenen Rändern der Welt unter Dieben, Aussätzigen, Prostituierten und Betrügern. Er wollte mit ihnen Elend, Einsamkeit und Unruhe teilen. Ich dachte immer, dies sei die wahre Bedeutung seiner Worte: »Ich war im Gefängnis, und ihr seid zu mir gekommen« (Mt 25,36).

Wenn ich von einer Zelle zur anderen gehe, sehe ich den Tod, der da drinnen wohnt. Das Gefängnis fährt fort, die Menschen bei lebendigem Leib zu begraben – das sind Lebensläufe, die niemand mehr will. Christus spricht dabei jedes Mal zu mir: „Mach weiter, hör nicht auf. Nimm sie weiterhin in deine Arme.“ Ich kann nicht anders als auf ihn zu hören. Selbst im schlimmsten Menschen ist er immer anwesend, egal wie besudelt seine Vergangenheit auch ist. Ich muss einfach meiner Hektik Einhalt gebieten, schweigend vor den vom Bösen entstellten Gesichtern stehen bleiben und ihnen mit Erbarmen zuhören. Nur so kann ich diesen Menschen annehmen, wenn ich den Fehler, den er begangen hat, ausblende. Nur so kann er Vertrauen haben und die Kraft wiederfinden, sich dem Guten anheimzugeben, indem er ein anderes Bild von sich bekommt, als das, das er jetzt von sich hat.

Herr Jesus, dein durch so viel Böses entstellter Körper ist nun in ein Laken gewickelt und auf die nackte Erde gebracht: das ist die neue Schöpfung. Deinem Vater vertrauen wir die Kirche an, die aus deiner geöffneten Seite geboren ist, damit sie sich angesichts des Versagens und des Anscheins niemals ergibt, sondern weiterhin hinausgeht, um allen die frohe Botschaft des Heils zu bringen.

Lasst uns beten.
Gott, du Anfang und Ende von allem, der du im Tod und in der Auferstehung Christi die ganze Menschheit erlöst hast, schenke uns die Weisheit des Kreuzes, damit wir fähig werden, uns deinem Willen zu überlassen und ihn mit einem frohen und dankbaren Herzen anzunehmen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

XIV. Station: Der heilige Leichnam Jesu wird in das Grab gelegt

* (Betrachtung eines Justizvollzugsbeamten)

Das war am Rüsttag, kurz bevor der Sabbat anbrach. Die Frauen in seiner Nachfolge, die mit Jesus aus Galiläa gekommen waren, sahen das Grab und wie der Leichnam bestattet wurde. Dann kehrten sie heim und bereiteten wohlriechende Salben und Öle zu. Am Sabbat aber hielten sie die vom Gebot vorgeschriebene Ruhe ein (Lk 23,54-56).

In meinem Beruf als Justizvollzugsbeamter komme ich jeden Tag direkt mit dem Leid derer in Berührung, die im Gefängnis leben. Es ist nicht leicht, denen zu begegnen, die vom Bösen überwältigt wurden und anderen Menschen enormes Leid zugefügt und ihnen so das Leben schwergemacht haben. Doch im Gefängnis verursacht Gleichgültigkeit weiteren Schaden in der Geschichte derer, die versagt haben und die ihre gerechte Strafe verbüßen müssen. Ein Kollege, der mich eingeführt hat, sagte des Öfteren: „Das Gefängnis verändert einen. Ein guter Mensch kann ein Sadist werden. Ein böser Mensch kann sich bessern.“ Wie es ausgeht, hängt auch von mir ab, und man muss auch die Zähne zusammenbeißen, um das Ziel unserer Arbeit zu erreichen, nämlich denen eine weitere Chance zu geben, die das Böse begünstigt haben. Um dies zu versuchen, kann ich mich nicht darauf beschränken, einfach nur eine Zelle zu öffnen und zu schließen, ohne dies mit einer Prise Menschlichkeit zu tun.

Wenn man die Zeiten aller respektiert, können selbst in diesem belastenden Ambiente menschliche Beziehungen langsam wieder aufblühen. Das geschieht durch Gesten, Aufmerksamkeiten und Worte, die den Unterschied ausmachen, auch wenn sie mit leiser Stimme gesprochen werden. Ich schäme mich nicht, den Dienst als ständiger Diakon auszuüben und dabei die Uniform zu tragen, auf die ich stolz bin. Ich kenne Leid und Verzweiflung, ich habe sie als Kind selbst erlebt. Mein bescheidener Wunsch ist es, eine Bezugsperson für die zu sein, die mir hinter den Gittern begegnen. Ich versuche mein Bestes, um die Hoffnung der Menschen aufrechtzuerhalten, die sich mit sich selbst abgefunden haben und vor dem Gedanken erschrecken, dass sie eines Tages herauskommen und Gefahr laufen, wieder von der Gesellschaft abgelehnt zu werden.

Im Gefängnis erinnere ich sie daran, dass bei Gott die Sünde niemals das letzte Wort haben wird.

Herr Jesus, noch einmal bist du den Händen von Menschen ausgeliefert, aber diesmal sind es die liebevollen Hände des Josef von Arimathäa und einiger frommen Frauen aus Galiläa, die wissen, dass dein Leib kostbar ist. Diese Hände stehen für die Hände all jener, die nicht müde werden, dir zu dienen, und die Liebe sichtbar machen, zu der der Mensch fähig ist. Gerade diese Liebe lässt uns auf die Möglichkeit einer besseren Welt hoffen: Es genügt, dass der Mensch bereit ist, sich von der Gnade erreichen zu lassen, die von dir kommt. Im Gebet vertrauen wir deinem Vater in besonderer Weise alle Justizvollzugsbeamten an und alle, die in verschiedenen Funktionen in den Gefängnissen arbeiten.

Lasset uns beten.
Gott, du ewiges Licht, du Tag, an dem die Sonne nicht untergeht, schenke allen, die dir die Ehre geben und sich dem Dienst an den Leidenden an den unzähligen Orten des Leidens der Menschheit widmen, die Fülle deiner Gaben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

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